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Nationalrat will Games verbieten (Updated)

vor 7 Jahren von LKM

Gamerights.ch berichtet, dass der Nationalrat in der Schweiz "Gewaltspiele" verbieten will.

Laut Gamerights.ch hat der Nationalrat zwei Motionen angenommen, die "Gewaltspiele" verbieten wollen. Text der Motion Allemann:

Der Bundesrat wird beauftragt, dem Parlament eine gesetzliche Grundlage vorzulegen, die es erlaubt, die Herstellung, das Anpreisen, die Einfuhr, den Verkauf und die Weitergabe von Spielprogrammen zu verbieten, in denen grausame Gewalttätigkeiten gegen Menschen und menschenähnliche Wesen zum Spielerfolg beitragen.

Der Text dieser Motion kann offensichtlich so interpretiert werden, dass ein Grossteil aller Spiele davon betroffen ist. Ausserdem geht es hier nicht um eine Altersbeschränkung, sondern ganz konkret um ein Verbot. Und verboten werden soll nicht nur der Verkauf, sondern auch die Einfuhr und Weitergabe dieser Spiele. Es geht hier nicht um Jugendschutz, es geht darum, unliebsame Medien schlicht und einfach zu verbieten. Es ist schwierig, auf eine derart extremistische, polemische Motion eine sinnvolle Antwort zu formulieren.

Update:

Die Woz hat einen Artikel, in dem Evi Allemann ein Ballergame spielt. Ihre Aussagen zeigen die Absurdität ihrer Forderung auf:

In diesem Spiel kannst du einen Konflikt überhaupt nicht verbal lösen. Dabei gibt es ja selbst in realen Kriegen Diplo­matie.

Sie möchte Ballergames, in denen man den Konflikt mit Diplomatie löst? Stört sie sich auch an Hollywood-Filmen, in denen Konflikte nicht mit Diplomatie gelöst werden? Und spielt sie Monopoly, indem die Spieler beim Spielanfang erst mal die Strassen untereinander aufteilen damit kein Konflikt entstehen kann?

Bei allen Spielen entsteht das Spiel aus dem Konflikt, und in allen Geschichten entsteht die Geschichte aus dem Konflikt.

Du kannst LKM, den Autor dieses Beitrags, über seine Kontakt-Seite erreichen.

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# vor 7 Jahren
Wirklich kaum zu glauben! Nachdem sogar die NZZ Am Sonntag vor zwei Wochen ausführlich über die weitgehend belegte Harmlosigkeit von sogenannten "Killergames" (Wer hat eigentlich den Namen erfunden? Diesen Jemand sollte man nochmal zur Schule schicken) berichtet hat, dürfte man von den Damen und Herren in Bern durchaus etwas mehr Sachpolitik und etwas mehr Kenntnis in der Sache erwarten. Ist ja ne absolute Frechheit! Denke aber nicht dass die Motion durchkommt, die Tendenz wird eher in Richtung verstärkter Jugendschutz gehen. Alles andere würde mich sehr sehr erstaunen!
DNDN
 
 


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# vor 7 Jahren
Mal schauen was der Ständerat meint, der ist normalerweise etwas vernünftiger. Trotzdem extrem frustrierend, dass Politiker so emotional und un-objektiv handeln und ihre eigenen moralischen Überzeugungen anderen erwachsenen Menschen aufzwingen wollen.
LKMLKM
 
 


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# vor 7 Jahren
Und manche Leute wundern sich, wenn ich auswandern will.
toshirotoshiro
 
 


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# vor 7 Jahren
Wohin willst du auswandern? Gibt ja nicht viele Länder, in denen es aktuell besser läuft, beinahe überall werden Freiheiten aufgehoben.
LKMLKM
 
 


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# vor 7 Jahren
Luxemburg, z.B. Dort ist das Lohnniveau auch ähnlich hoch wie hier, und sie suchen Ingenieure... Ist aber OT ;)

Ich frage mich nur, wieso Indutriezweige wie Banken etc. von der Politik hochgeschätzt und geschützt und florierende wie die Spieleindustrie generell geächtet und als 'böse' verschrieen werden. Cue conspiracy theories.
toshirotoshiro
 
 


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# vor 7 Jahren
Verschwörungstheorien sind nicht nötig, Menschen sind einfach miserabel darin, ihre Umwelt korrekt zu interpretieren.

Erstens wird die Wahrscheinlichkeit von Dingen falsch interpretiert. Was selten passiert kommt eher in die Zeitung und wird daher eher als gefährlich betrachtet. Beispiele dafür sind Flugzeugabstürze, Terror-Anschläge oder Amokläufe. Diese Dinge passieren fast nie, aber wenn sie passieren sind sie Wochenlang in den Zeitungen; deshalb denkt man automatisch dass diese Dinge gefährlich sind. Dabei ist die Wahrscheinlichkeit so gut wie Null dass wir beispielsweise in einen Flugzeugabsturz kommen.

Zweitens wird die Gefahr falsch interpretiert. Dinge die man nicht kennt werden als gefährlich interpretiert. Unbekannte Religionen wie der Islam sind gefährlich, unbekannte Krankheiten wie die Schweinegrippe sind gefährlich. Evi Allemann sagt, dass sie selber noch nie so ein Spiel gespielt hat. Deshalb wirken diese Spiele gefährlich auf sie.

Drittens sehen Menschen überall Kausalitäten, wo keine existieren. Menschen sind darauf programmiert, nach Mustern zu suchen. Wir sehen Schafe in Wolken obwohl es nur Wasserpartikel sind, wir denken dass Akupunktur uns heilt obwohl sie keine körperliche Wirkung hat, wir denken dass 9/11 eine Verschwörung war obwohl das keine wahrscheinliche Erklärung ist, und immer wenn ein Amokläufer ein paar Leute umbringt findet man Videospiele. Da ist der Schluss schnell gemacht dass Videospiele schuld sind, obwohl es keine objektiven Indizien dafür gibt.
LKMLKM
 
 


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# vor 7 Jahren
Das mit den Verschwörungstheorien war ein Scherz...

Ich stimme dir zu in deiner Interpretation. Die Frage ist ja auch eher, was man tun kann, um die Binnenpolitiker von diesem ewigen Thema abzulenken, das leider auch wahlkampftechnisch gute Eigenschaften hat (vgl. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,628017,00.html). Aufklärungsarbeit ist da sicher ein Ding, wobei man dabei meistens nur bereits interessierte Eltern und Politikerinnen und Politiker erreicht.
toshirotoshiro
 
 


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# vor 7 Jahren
Ja, das Thema ist populär, und einmal gemachte Einschränkungen kann man kaum mehr rückgängig machen. Gesetze werden neu gemacht, sie werden so gut wie nie ausgelöscht. Aufklärung ist sicher eine gute Idee. Beispielsweise Nicht-Gamer-Freunde zu einem Game-Abend einladen (viele Wii-Shooter haben Vier-Spieler-Splitscreen und sind danke Wii-Remote für alle einigermassen intuitiv steuerbar). Und wenn's nötig wird Stimmen für ein Referendum sammeln helfen.
LKMLKM
 
 


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# vor 7 Jahren
jajajaja, es geht "wieder los"... es ist ein ganz klarar Generationen-Konflikt. Meine Güte, wie oft war ich schon an LAN`s ond es wurde ohne Unterbruch C&C, CS, CoD, UT, weiss ich der Geier was gespielt, es war immer friedlich und cool. Anstadt das sich jugendliche auf dem Fussballfeld den Wettstreit bieten, es passiert halt in der Halle vor dem PC! Was bringt es eine gewisse Sparte zu verbieten? NICHTS. Rein gar nichts. tut mir leid aber es geht hier nur darum das man irgend etwas die Schuld in den Arsch schieben kann. Es würde mich nicht wundern wenn es am schluss so rauskommen würde wie in "Equlibrium" (ich hoffe es kennen einige den Film). Man wird den Emotionen beraubt. Eifach traurig und arm unser System. Ich persöndlich bin enorm frustriert über das Ganze. Denn wenn es um Zensur und Gewaltsverbos geht, so könnte ich problemlos X-beliebige Dinge aufzählen die man verbieten müsste, mit Begründung. Sobald hier etwas Zensiert oder verboten wird bin ich sicher einer der ersten der die Initiative ergreift!
StephSteph
 
 


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9 Kommentare
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