TALES OF MONKEY ISLAND EPISODE 1
Testbericht | Wii

Tales of Monkey Island Episode 1

vor 7 Jahren von LKM

Telltale Games hat das klassische LucasArts-Spiel wiederbelebt. Auf fünf Episoden verteilt können Wii-Gamer und PC-Besitzer das geniale Adventure-Gameplay mit den klassischen, von Ron Gilbert erfundenen Figuren erneut erleben. Wenn das beste aller Adventure-Games einen neuen Nachfolger bekommt kann wohl kein Fan dieses Genres widerstehen.

Grog!

Zuerst einmal die positiven Punkte: Monkey Island ist noch immer Monkey Island. Man merkt, dass viele Mitglieder vom Original-Team auch am neuen Spiel beteiligt waren. Der Humor ist genau so klever wie früher, die Puzzles genau so kurios, ohne dabei unnötig schwierig zu werden. Tales of Monkey Island ist keine billige Kopie, sondern ein würdiges Monkey Island.

Guybrush Threepwood gerät mal wieder innert kürzester Zeit in eine äusserst problematische Situation. Dieses mal missglückt sein Versuch, LeChuck zu besiegen, und sein Schiff explodiert gemeinsam mit LeChuck und seiner Threepwoods Frau Elaine. Er wird auf Flotsam Island angschwemmt, einer Insel, die nur Wind hat der gegen die Insel gerichtet ist und deshalb von niemandem verlassen werden kann. Wie üblich in Adventure-Games unterhält sich Threepwood mit den verschiedenen Einsassen der Insel und löst Rätsel. Der Spieler erfährt so mehr und mehr der Geschichte.

Mehr müsste man zu dem Spiel eigentlich gar nicht sagen - wenn da nicht das eine oder andere Problem wäre.

Problem Nummer 1: LeChuck.

Genau genommen kann ich Tales dafür keinen Vorwurf machen, weil schon die dritte und vierte Version des Spiels diese traurige Änderung vorgenommen haben. Die meisten werden sich kaum noch daran erinnern, aber die ersten beiden Monkey-Island-Titel hatten einen (für damalige verhältnisse) realistischen Grafik-Stil. Die Figuren waren echt. Besonders LeChuck war kein Comic-Bösewicht, sondern ein irrsinniges Piraten-Zombie.

Im dritten Teil wurde dieser Grafik-Stil durch eine Comic-Version abgelöst, die dem Spiel viel Realismus und damit Ironie geraubt haben. Tales of Monkey Island hat leider diesen Grafikstil übernommen und ist nicht zum Originalstil zurückgegangen. Vergleicht selber, LeChuck wie er im zweiten Teil dargestellt wurde, und wie er in Tales dargestellt wird:

LeChuck aus Monkey Island 2 und Tales

Der neue LeChuck mag witzig sein; furchteinflössend ist er aber nicht.

Problem Nummer 2: Framerate

Während die PC-Version gut funktioniert, hat die Wii-Version mit extremen Framerate-Problemen zu kämpfen. Das Spiel ist durchaus spielbar, ein Adventure ist normalerweise nicht so Framerate-abhängig. Trotzdem nervt die tiefe Framerate. Die Grafik ist zwar hübsch geraten, das kann aber keine Entschuldigung dafür sein dass das Bild teilweise sekundenlang einfriert.

Wer die Wahl hat sollte sich wohl die PC-Version ziehen und nicht die Wii-Version.

Problem Nummer 3: Ron Gilbert

Ron Gilbert hat die Figuren in Monkey Island erfunden und die ersten zwei Stories geschrieben. Nur er weiss, was das Geheimnis von Monkey Island eigentlich ist - und er hat uns nach dem Ende vom zweiten Teil mit einem Cliffhanger der ersten Güte zurückgelassen. Er ist weder für die Story von Teil 3 noch von Teil 4 verantwortlich, und obwohl er bei Tales of Monkey Island Unterstützung geleistet hat, hat er die Story nicht geschrieben. Mit anderen Worten, wir wissen auch bald 20 Jahre später noch immer nicht was genau eigentlich mit Monkey Island los ist! Hey, Telltale? LucasArts? Gebt doch Ron Gilbert einfach ein paar Millionen, damit er die Story zu Ende erzählen kann! Okay, danke, bye!

Fazit

Trotz Comic-Grafikstil und mieser Framerate macht Monkey Island einfach Spass. Monkey-Island-Fans mussten seit der letzten Version des Spiels beinahe eine Dekade warten. Endlich ist es hier - und es ist gut.

Finden kann man das Spiel im Online-Store der Wii.

Zweite Meinung von DN

Wer sich gern als Erinnerung die Zusammenfassung des ersten Teils im Schnelldurchlauf anschauen möchte, dem sei folgender Link wärmstens empfohlen (erzählt in Deutsch):

The Secret Of Monkey Island

Höchst amüsant, ist man da fast geneigt zu sagen (Danke Fäbu!)

judgementbox
Tales of Monkey Island: Launch of the Screaming Narwhal
Positiv

Es ist Monkey Island mit dem typischen Humor und den witzigen Rätseln

Negativ

Comic-Grafikstil, Framerate-Probleme bei Wii-Version. Da die Story nicht von Ron Gilbert geschrieben wurde wird es von Fans wohl auch nicht als "kanonische" Fortsetzung der ersten zwei Teile akzeptiert werden - Ron, wir warten immer noch darauf dass du uns das Ende von Monkey Island 2 erklärst!

Alleine spielen: Sehr gut!
Mit Freunden auf dem Sofa spielen: Gibt's nicht.
Mit Freunden im Internet spielen: Gibt's nicht.
Du kannst LKM, den Autor dieses Beitrags, über seine Kontakt-Seite erreichen.

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