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EA schliesst zehn Entwicklerstudios

vor 7 Jahren von DN

EA (Electronic Arts) plant bis zum ersten Quartal 2009 zehn Prozent des gesamten Personals, also ca. 1000 Mitarbeiter, zu entlassen. Ist das Gedränge am Markt zu gross, oder ist dies eine Folge der Finanzkrise?

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Zum Opfer fallen dem Schnitt fast ein Dutzend eigene Entwicklerstudios, darunter auch Black Box, die Entwickler von Need For Speed, Skate It (Wii) und Skate 2 (das im Februar erscheint). Ein Grossteil der Entwickler wird zwar in ein anderes Studio in Burnaby integriert, und Skate 2 wird planmässig erscheinen, aber trotzdem scheint EA zu desperaten Mitteln gezwungen wenn derart renommierte Namen geköpft werden müssen.

EA hatte im letzten Quartal 2008 einen Verlust von 310 Mio $ hinnehmen müssen, und hatte bereits im Oktober Entlassungen angekündigt.

Die Frage bleibt warum EA im immernoch boomenden Markt der Videogames derart hohe Verluste eingefahren hat. Zu hohe Entwicklungskosten? Zu harte Konkurrenz? Zu viele neue IPs wie Dead Space und Mirror's Edge? Die Marketinganstrengungen gerade für letztgenannten Titel waren immens, die Verkäufe hingegen blieben bisher weit hinter den Erwartungen zurück.

Meines Erachtens liegt es sicherlich mitunter daran, dass sich die Publisher einen regelrechten Krieg um das Spätherbst- / Weihnachtsgeschäft liefern. Demnach ist es nicht verwunderlich, dass viele durchaus hochqualitative Produktionen in den Läden liegenbleiben. Wer kauft sich schon mehr als ein zwei neue Games pro Monat? Okay, ich stelle in der Hinsicht wohl eine Ausnahme dar, aber die grosse allgemeine Käuferschaft ist wohl mit dem Überangebot eher überfordert.

Die Finanzkrise dürfte ihr Übriges getan haben mit der weniger freigiebigen Art der Kreditvergabe. Dies ist allerdings von aussen schwer zu beurteilen, und dürfte aber mitunter einer der runterziehenden Faktoren gewesen sein für EA's drastische Massnahmen.

Mein Appell an die grossen und kleinen Publisher zu Beginn des neuen Jahres: Verteilt Eure Veröffentlichungen besser über's ganze Jahr, und scheut Euch nicht auch mal eine Produktion (wie Take Two / Rockstar mit GTA 4) im Frühsommer zu veröffentlichen - und tut damit der ganzen Welt einen Gefallen.

Nur ungern nehme ich einen derartigen Reizüberfluss durch hochqualitative Games in Kauf wie zu diesem Jahresende: Nach Dead Space, Prince Of Persia, Resistance 2, Fallout 3, Mirror's Edge, Motorstorm Pacific Rift, und was ich nicht sonst noch alles durch- oder angezockt habe innerhalb der vergangenen Wochen, wünschte ich mir echt ein etwas besseres Marketing-Timing seitens der Gamestudios. Games machen schlichtweg mehr Spass wenn man entsprechend Zeit hat, und nicht schon das nächste Must-Have hergeflogen kommt.

Wir werden sehen ob die Publisher aus dem wilden und reichhaltigen Jahr 2008 etwas gelernt haben, und wie das nächste Jahr verläuft.

Vielen Dank an Tariq Hassan, Atlanta, für die freundliche Genehmigung zur Nutzung seiner Illustration. Weitere Arbeiten von ihm...

Original Pressemitteilung

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