DRAGON AGE: ORIGINS — EPISCHE DRACHENJAGD
Testbericht | PS3 | Xbox 360

Dragon Age: Origins — Epische Drachenjagd

vor 7 Jahren von DN

Rollenspielveteranen unter uns, welche sich bereits vor Jahren mit der Ultima-Reihe, den Geschichten aus Baldurs Gate oder den Sagas der Elder Scrolls unterhalten haben, dürfen sich seit etwas mehr als zwei Wochen über ein neues episches Abenteuer freuen: Dragon Age enthält alle Zutaten für über Hundert Stunden beste Fantasy-Unterhaltung.

[Update] Gegen Ende Januar erscheint die erste grössere Erweiterung "Rückkehr nach Ostagar" für Dragon Age: Origins (Genauer Termin noch nicht bekannt). Und bereits im März folgt ein noch umfangreicheres Zusatzpacket mit dem Titel "Das Erwachen" mit mindestens 15 Stunden neuen Inhalten, einer neuen Einstiegsgeschichte und neuen Gebieten, dann aber in den Verkaufsregalen und ungefähr zum halben Preis einer Verkaufs-Vollversion.

Abenteuer in Ferelden - von Magiern und Schurken

Bevor man sich der eigentlichen Hauptgeschichte zuwendet, darf man sich erstmal nach allen Raffinessen einen eigenen Held, bzw. eine eigene Heldin basteln. Dies geschieht in ähnlichem Rahmen wie beispielsweise bei Elder Scrolls IV: Oblivion.

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Spezialisierungen und Fertigkeiten kommen im Verlauf des Prologs und bis zum Ende der Hauptgeschichte hinzu, die Möglichkeiten sind entsprechend des gigantischen Umfangs des Spiels nahezu unerschöpflich. Egal ob filigraner Attentäter oder mächtiger Blutmagier, erfahrener Giftmischer oder Fallenbauer — je nach spielerischer Vorliebe darf munter ausgebildet werden.

Teamwork

Hat man die Grundauswahl für die eigene Spielfigur einmal abgeschlossen und das Aussehen definiert, spielt man eine von sechs verschiedenen Vorgeschichten.

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Je nach dem für welche Rasse und Klasse man sich entschieden hat, beginnt der Prolog an einem anderen Ort: im Turm eines mächtigen Magierzirkels, in den Elendsvierteln einer grösseren Stadt oder in den Hallen der Zwerge, um ein paar zu nennen.

Man bleibt jedoch nicht lange allein. Für die gesamte Dauer des Abenteuers wird man von maximal drei Kampfgefährten begleitet.

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Dieses nette Wesen darf man via Zusatzinhalt in die Gruppe aufnehmen

Im Lager der Gefährten warten je nach dem, wen man auf der Reise in die Gruppe mit aufgenommen hat, noch weitere sechs, sieben tatkräftige Mitstreiter oder verbündete Wesen auf ihren Einsatz.

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Man darf quasi jederzeit die Gruppe entsprechend seinen Vorlieben zusammenstellen, es lohnt sich aber zu jeder Zeit zumindest eine auf Heilung spezialisierte Magierfigur sowie einen starken Nahkämpfer dabeizuhaben. An gewissen Stellen wird einem von der Geschichte eine der vier Personen vorbestimmt für eine gewisse Dauer, wo es je nach Geschehnissen eben Sinn macht.

Die dunkle Brut

Zu bekämpfen gibt es natürlich eine finstere Bedrohung, welche die Ländereien von Ferelden in den Abgrund zu reissen drohen.

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Zwecks Niederschlagung der üblen Gestalten gilt es gemäss uralten Verträgen sämtliche Völker von Ferelden zu vereinen. Die Reihenfolge, in welcher man die Magier des Turms, die Zwerge in ihren tiefen Bergfestungen oder die Elfen in den Wäldern für das Bündnis gewinnt, ist weitgehend offen.

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Klingt alles ein bisschen nach Herr Der Ringe? Stimmt, aber das ist in dem Sinn nicht besonders schlimm.

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So reist man also kreuz und quer durch die Länder und Berge und hat einige Abenteuer zu bestehen. Daneben gibt es in bester RPG-Manier natürlich auch Dutzende und Aberdutzende von kleineren und grösseren Nebenquests zu entdecken, die sich zur Vertiefung des Spielspasses oder für das Erwerben ganz spezieller Gegenstände durchaus lohnen.

Sag mir wer Du bist, und ich sage Dir wie Du stirbst

Was Dragon Age neben der packenden, mit vielen Wendungen versehenen Story zu einem ganz besonderen Erlebnis macht, ist das dynamische Dialogsystem. Es ist wegweisend, wie immer wieder Entscheidungsäste entstehen, und das eigene Handeln und Argumentieren bei verschiedenen situativen Gabelungen zu ganz unterschiedlichen Konsequenzen führen.

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Es kann durchaus vorkommen, dass einem die Entscheidung über Leben oder Tod von unschuldigen Unglücksraben übertragen wird, die durch die Ungemach der dunklen Tage in scheinbar ausweglose Situationen geraten sind. Partei ergreiffen muss man mehr als einmal im Verlauf der Kampagne, und man darf dies nach eigenem Gusto und Gutdünken tun. Entsprechend muss man aber auch mit den entsprechenden Konsequenzen leben, bzw. weiterspielen.

Der Kampf um Zuneigung und Abneigung von Gefährten und NPCs und der eine oder andere moralische Zwiespalt ist im Verlauf des Spiels also gang und gäbe.

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Dieses dämonische Wesen ist so oder so übel gelaunt und pfeifft auf jegliche Sympathie

Die gute Stimmung im Team darf man mit passenden Geschenken und sprachlicher Begabung heben, und es ist sogar möglich mit dem einen oder anderen Mitglied der Gruppe eine Affäre oder Liebesbeziehung einzugehen. Die kreativen Köpfe von Bioware haben also an fast alles gedacht. Wer eher auf noch unverbindlicheren Spass steht, darf auch ein Bordell aufsuchen und gleich mit mehreren Wesen seinen Spass haben.

Solide Kämpfe

Ein guter Teil eines jeden RPGs besteht neben Erkunden, Sammeln, Aufrüsten, Verkaufen und Erobern natürlich auch schon seit je her aus handfesten Gefechten.

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Durch die Kontrolle von vier Kämpfern stehen einem auch in der Hinsicht Dutzende Möglichkeiten zur Verfügung. Taktische Einstellungen für passives, agressives oder hinterhältiges Agieren im Kampf — sowie das Zuweisen von bestimmten Handlungen bei bestimmten Kampfsituationen — bereiten zu Beginn ein paar schwindlige Momente, bis man einmal damit zurechtkommt. Was sich dann jedoch offenbahrt, ist eine geniale Mischung aus Echtzeitkampf und planerischem Denken.

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Immer wieder lohnt es sich, für bestimmte härtere Widersacher unterschiedliche Taktiken und Vorgehensweisen auszuprobieren. Des öfteren entscheidet eine kleine Umstellung in der Taktikeinstellung über Erfolg oder Verderben.

Dragon Age ist offensichtlich vorwiegend als PC-Spiel gedacht, bietet diese Version doch einige zusätzliche taktische Möglichkeiten und eine weiter entfernte Zoomstufe für die Gefechte. Die Konsolenumsetzung präsentiert sich jedoch durchaus ebenfalls gelungen, die Steuerung geht flüssig von der Hand.

Offene Welt vs. weite Gasse

Dragon Age spielt nicht in dem Sinn in einer offenen Welt wie beispielsweise Oblivion. Zwar darf man Tränke mischen, Fallen bauen, mit allen möglichen und unmöglichen Leuten sprechen und wie gesagt unzählige Nebenaufgaben lösen, aber ganz frei durch die Wälder stapfen und auf einer Anhöhe den Sonnenaufgang abwarten ist nicht drin. Ob dies gut oder schlecht ist im Sinne des Spielspasses dürfte die Geister scheiden. Einige meiner RPG-Kollegen waren diesbezüglich etwas anderer Meinung als ich. Mir persönlich hat die freie Begehbarkeit von Oblivion, die Egoperspektive und das entdeckerische Moment sehr gut gefallen.

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Ein Highlight: die zwergischen Felsenfestungen tief in den Bergen

Offensichtlich lagen damals die Gewichte etwas stärker auf den grossen Gildenquests, den Zusatzinhalten und der Erlebbarkeit einer relativ grossen eigenen Welt — wo hingegen bei Dragon Age das Hauptaugenmerk ganz klar auf einer kernigen Hauptgeschichte mit vielen Verästelungen und einem taktisch ausgeprägten Kampfsystem mit Gefährten lag. Grundsätzlich muss man die beiden Ansätze auch nicht wirklich gegeneinander ausspielen, ich persönlich denke dass die Geschichte von Dragon Age auch in einer frei begehbaren Welt wie derjenigen von Oblivion möglich wäre. Auch eine Egoperspektive (halt ausserhalb der Kämpfe) wäre denkbar und vereinbar mit der Welt von DA.

Fazit

Entwickelt vom Team hinter den Baldurs-Gate-Titeln und Mass Effect, den erfahrenen Fantasten von Bioware, bietet DA ein eigenes Universum mit allem was das RPG-Herz begehrt: Eine dunkle Bedrohung, gefallene Könige, Elfen, Zwergenfestungen, gestandene Heroen und vieles mehr. Scheinbar soll es acht verschiedene Enden geben, was zu den sechs Variationen im Einstieg eine grosse Wiederspielbarkeit eröffnet.

Nervig fand ich die Erstellung eines eigenen EA-Kontos für den Download der Zusatzinhalte (Liebes Marketingteam von EA: Wir wollen das nicht. Ein für allemal. Nein!) Mehr als nervig war auch die magere Zusatzepisode rund um die Wächterfestung. Für eine Stunde zusätzlichen Spielinhalt und die Truhe mehr als 10 Franken bezahlen zu müssen, empfand ich als Affront. Offensichtlicherweise waren die Heldentruhe und die Wächterfestung ursprünglich teil des Gesamtpacketes — die Heldentruhe zum Verstauen von Gegenständen, die man weder verkaufen noch mitschleppen will, ist zugegebenermassen sehr nützlich — wurden dann jedoch aus dem Packet raussondiert. Pfui EA zum zweiten! Wir sind gerne bereit, für vernünftige Zusatzinhalte zu bezahlen, aber so nicht.


judgementbox
Dragon Age: Origins
Positiv

Packende epische Saga, fantastische Welten, vielfältige Gameplay-Elemente, streckenweise geniale Aufmachung, toller Soundtrack — für RPG-Freunde so oder so ein Muss!

Negativ

Teilweise leichte Performancemängel (gilt für PS3-Version, andere nicht getestet), Erstellung EA-Konto für Downloads von Zusatzinhalten nötig, Fehlen einer Möglichkeit zur Markersetzung auf der Karte, wenig intuitive Minimap in der Bildschirmecke, relativ lineare Spielwelt

Alleine spielen: Sehr gut!
Mit Freunden auf dem Sofa spielen: Gibt's nicht.
Mit Freunden im Internet spielen: Gibt's nicht.
Du kannst DN, den Autor dieses Beitrags, über seine Kontakt-Seite erreichen.


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# vor 7 Jahren
okey werde mal meinen "senf" dazugeben.

wie schon erwähnt kann man oblivion und DA nicht wirklich vergleichen allerdings fand ich bei oblivion die zusatzquest's für die katz da die belohnungen eh nur geld oder irgend ein gegenstand den man überhaupt nicht gebrauchen kann verdienen konnte, auch die haupthandlung ist in DA wesentlich besser und die "aha" effekte sind gigantisch... siehe morrigon oder auch wynne (je nach der einstellung und gestaltung der quest der heiligen urne) fazit für mich: oblivion war hammer, aber DA ist einfach fantastisch habs jetzt 2 mal durch gespielt und bin das 3te mal dran und bin immer noch fasziniert von der vielfalt, einfach top :-)

finde es übrigens top das auch gleichgeschlechtliche beziehungen möglich sind in DA, auch in dieser hinsicht top :-D absolut gay-freundlich....
mineichenmineichen
 
 


7444
1 3 10
# vor 7 Jahren
Danke für Deinen Beitrag ;o) Immer cool ein Echo zu kriegen.

Wie gesagt unterscheiden sich Oblivion und DA grundsätzlich, meine These war nur dass sich die Geschichte von DA auch in einer offenen Welt wie derjenigen von Oblivion realisieren lassen würde, daher mein Vorschlag eines Mixes. Dies wäre für mich das Non-Plus-Ultra. Ich bin nunmal nicht nur scharf auf irgendwelche tollen Artefakte oder Waffen, ich finds genial wenns einen Tag-Nacht-Rythmus gibt und man einfach auch mal einen Sonnenaufgang am Meer oder auf einer Anhöhe geniessen kann (hammermässig gelöst in Oblivion und Fallout 3). Die Hauptstory von DA ist super geschrieben in allen Varianten, aber abseits der Hauptpfade (ich meine damit wirklich abseits den Pfaden, die man für die Hauptgeschichte beschreitet) gibt es eher wenig berauschend Spannendes. Bei Oblivion war das umgekehrt. Die Meuchelmörder-Gildenquests oder die Knights Of The Nine fand ich super geschrieben und überaus spannend, die Hauptquest eher na ja.

Die Offenheit bezüglich Geschlechtern fand ich bei DA ebenfalls wegweisend. Mal abgesehen davon hat ein Spieler oder eine Spielerin in der Rolle einer Frau auch keine Nachteile. Das war übrigens schon bei Ultima Underworld der Fall, einige Entwickler zwischen damals und heute hatten da andere Ansichten.

Dieser Kommentar wurde nach seiner Veröffentlichung vom Autor nochmals geändert.

DNDN
 
 


10922
5 7 12
# vor 7 Jahren
ja habe auch nicht diese quest gemeint, die meuchelmörder quest bei oblivion ist wirklich hammer geil... aber einfach die hol mach bring quest die es zu 100 gibt sind fade... aber wie gesagt finde beide games super, DA einfach noch ne spur interessanter liegt sicher auch daran das die NPC gestaltung sehr gut gelungen ist und man zwischen den einzelnen charakteren so einfach wechseln kann.

hatte erst einen ablöscher als mir wynne davon gelaufen ist und mir noch gesagt hat die dunkle brut soll mich holen ;-) war überrascht den ich hatte sie nicht in meiner party dabei als ich na sagen wirs mal so "etwas böse" war, als ich dan ins lager zurückkehrte kam gleich der bildschirm mit einer unterhaltung mit ihr und sie war weg, das fand ich ein wenig zu krass, aber natürlich auch realistisch... zevran oder morrigan konnten wohl ihre grosse klappe nicht halten... jaja...
mineichenmineichen
 
 


7444
1 3 10
# vor 7 Jahren
Ja, es gibt viele "Füllerquests" in Oblivion, aber die grossen Gildenquests und Co. haben's schon in sich.

Dir ist Wynne davongelaufen? Na ja, soweit ich weiss hast Du Dich ja auch nicht gerade Schafmässig fromm benommen, da muss man mit Verlusten rechnen ;o) Ich hab zwar auch ein zwei Mal ein bisschen den Bözen gespielt, aber halt nicht ständig. Hatte nie Probleme mit den Gefährten, Morrigan wollte zum Schluss sogar ein paar Tränen vergiessen. Man höre und staune...
DNDN
 
 


10922
5 7 12
# vor 7 Jahren
ja die morrigan ist ne geschichte für sich, das miststück ;-)

naja hab ja nur die heilige asche zerstört, also kein grund das diese gläubische wynne gleich so ein drama daraus machen muss... im magierturm kanns sogar sein das man gegen sie kämpfen muss, da hab ich allerdings frisch geladen, aber nach der asche wars mir wurscht soll diese nuss doch davonlaufen....

p.s. wenn du blutmagier wirst läuft wynne ebenfalls davon...
mineichenmineichen
 
 


7444
1 3 10
# vor 7 Jahren
Halb so wild wenn Wynne davonläuft. Habe später Morrigan einfach mit Heilkünsten ausgestattet und sie als Heilerin eingesetzt. Hat tiptop funktioniert.
DNDN
 
 


10922
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6 Kommentare
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