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Schöne neue 3D-Welt

vor 7 Jahren von DN

An der eben vorübergegangenen CES (Consumer Electronics Show) in Las Vegas gab es einige Neuigkeiten bezüglich 3D-Technologien für die gute Stube zu bestaunen.

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Das waren noch Zeiten. Geändert hat sich seither jedoch nicht viel

Filme in 3D gibt es schon seit einigen Jahrzehnten. Es hatte bereits in der Vergangenheit auch diverse Bemühungen gegeben, den Gamern dieser Welt eine zusätzliche grafische Dimension «unterzujubeln». Die diesjährige CES stand nun ganz im Zeichen der neusten zukünftigen Home-Systeme mit 3D-Funktionalitäten.

Was die Geräte aus den Häusern Panasonic, Samsung und Sony und wie sie alle heissen gemeinsam haben ist die Tatsache, dass nach wie vor eine 3D-Brille aufgesetzt werden muss für den gewünschten Seh-Effekt. Diesbezüglich hat sich also wenig bis gar nichts geändert — mit Ausnahme des Umstandes, dass die Gläser der Brillen nicht mehr rot und grün oder rot und blau sind. Nun stellt sich die Frage, ob nach dem gewaltigen Erfolg der blauen 3D-Männchen aus Avatar ein allgemeines Bedürfnis besteht, zuhause ebenfalls ständig ein dämlich ausschauendes schwarzes Nasengestell aufzusetzen, um eine etwas tiefere Bildwirkung zu bekommen. Zweifel sind hier sicherlich angebracht.

Vom Kino ins Wohnzimmer

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Was im Kino funktioniert, lässt sich nicht ohne weiteres auf die Flatscreens der Heimanwender transferieren — oder doch?

Die Leute von IMAX und Discovery finden, es sei nun die richtige Zeit dafür. Sony möchte ganz vorne mitspielen und hat bereits im letzten Jahr an einigen Videogame-Messen in 3D spielbare Stationen mit Motorstorm, Gran Turismo 5 oder Super Stardust HD präsentiert. Das Ergebnis soll besonders bei Motorstorm einen positiven Eindruck hinterlassen haben.

Bestehende PS3s werden sich gemäss Howard Stringer, Chairman und CEO von Sony, mit einem Firmware-Update auf 3D-Tauglichkeit aufrüsten lassen. BluRay-Filme werden ebenfalls bald in 3D erhältich sein. Zusätzlich wird man jedoch (natürlich) einen der neuen TV-Screens anschaffen müssen, um in den Genuss der neuen Tiefe gelangen zu können. Wer also ausser ein paar Early-Adopter-Tech-Freaks zusätzlich seinen Geldbeutel für etwas mehr 3D öffnet, wird sich weisen müssen.

Microsoft liess sich ebenfalls nicht lumpen und präsentierte eine Version von Gears Of War 2 in 3D. Welche Technologie genau dahintersteckt, wurde nicht bekanntgegeben.

Brillenlose Tiefenschärfe

Angesichts der Tatsache, dass Philips an der CES davon gesprochen hat, nächstes Jahr eine 3D-Technologie vorzustellen, welche ohne lästiges Tragen einer 3D-Brille auskommt, gibt es berechtigte Zweifel an einem grossen Run auf die 3D-Flatpanels dieses Jahres in Kombination mit einer Brille für zuhause.

Es ist schwer vorstellbar, dass eine ganze Familie im eigenen Wohnzimmer sitzt mit den merkwürdigen scharzen Brillen auf der Nase. Dazu kommt ein feiner bläulicher Farbstich, der sich mit dem Tragen der Kinoversion der 3D-Brillen dazumischt. Längeres schauen eines Films mit einer dieser Brillen kann anstrengend sein, und beim Gamen, wo das Auge noch stärker beansprucht wird, dürfte dieser negative Effekt noch ausgeprägter sein.

Ein weiterer unverständlicher Trend zeigte sich an der CES ebenfalls ganz ausgeprägt: Die grossen Elektronikriesen dieser Welt können sich wiedermal nicht auf einen Standard einigen, und es wäre so eh nicht möglich, mit einer 3D-Brille von Panasonic einen 3D-Film auf einem Sony-Gerät zu schauen. Einige TV-Geräte arbeiten mit Polarisation, andere benutzen Interlacer, andere können zu allem Videomaterial 3D hinzufügen. Man müsste also zuhause wohl oder übel einen ganzen Schrank voller 3D-Brillen bunkern, wenn man mal eine Gruppe von Leuten zu Besuch hat. Das ist offensichtlich keine besonders gemütliche Vorstellung.

Fazit

Man darf sich wohl vorderhand Zeit lassen mit dem ganzen 3D-Theater. Eine 3D-Technologie, welche das Tragen einer Brille überflüssig machen würde, klingt doch sehr vielversprechend. Man wird sehen was uns die nächsten paar Jahre in der Hinsicht noch bescheren werden.

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