FINAL FANTASY VII: CRISIS CORE
Testbericht | PSP

Final Fantasy VII: Crisis Core

vor 8 Jahren von DN

Crisis Core für die PSP ist in erster Linie ein Final-Fantasy-Nostalgiker-Produkt, was man ab der ersten Sekunde des Spiels merkt. Die Kämpfe machen einigen Spass, die Zwischensequenzen sind sehr flott, aber leider dürften auch die eingefleischtesten Fans nach ein paar Stunden mit dem Spiel den Schalter auf "Off" schieben.

Es soll an dieser Stelle nicht gross auf die vielen dichten Verknüpfungen und komplexen Storyelemente eingegangen werden, die Crisis Core zu anderen Titeln der Reihe und speziell zum grossen Hit FF VII macht.

Für Fans sicherlich interessant, für Neueinsteiger ein harter Brocken. Viele der Namen und Begriffe sagen einem als Neuling vorderhand mal nicht viel, einiges wird aufgeklärt, vieles bleibt von aussen betrachtet etwas willkürlich.

Das gläserne Imperium

Man schlüpft in die Rolle von Zack Fairs, einem aufsteigenden Elite-Soldaten, der für den Energiekonzern Shinra arbeitet.

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Das Hauptquartier liegt in einer gigantischen Stadt im Stile des japanischen Manga Sci-Fi Steam Punk.

Dank dem Monopol der Firma an Mako-Energie und Militäreinsatz wächst die Kontrolle des Shinra-Energiekonzerns über die Welt stetig. Der Hauptsitz Shinras liegt in Midgar, einer durch den Einfluss Shinras ständig wachsenden Mako-Stadt: ein Zeichen für den unglaublichen Reichtum des Konzerns.

Die Organisation besteht hauptsächlich aus Söldnern, die in verschiedene Ränge aufgeteilt sind. Höchster Rang in dieser "SOLDAT" genannten Einheit ist die "Erste Klasse". Zack Fairs Ziel ist es, diese Klasse zu erreichen, und er arbeitet hart, um seinen Traum zu verwirklichen. Er trainiert jeden Tag mit seinem Lehrer Angeal.

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Zu dieser Zeit kommt es zu einem Zwischenfall: Genesis, ein Erste-Klasse-SOLDAT, verschwindet auf einer Mission in Wutai zusammen mit vielen anderen Soldaten. Die Shinra Corp. entschließt sich, eine SOLDAT-Einheit loszuschicken. Diese besteht unter anderem aus Angeal (Zack's Meister), Cloud, Zack und Sephiroth, der allgemein als Held auf der ganzen Welt bekannt ist.

Im Verlauf des Spiels ist man stets alleine unterwegs, ab und zu springt einer der NPCs[^npc] ein und begleitet Zack auf seinem Abenteuer. Es gibt also keine anderen steuerbaren Charaktere (wie das in ähnlichen Games eigentlich üblich ist), aber der Hauptmechanismus von Crisis Core dreht sich um die klassischen Rollenspielelemente wie Levels erkunden (in einem recht linearen Rahmen), Schatztruhen erbeuten, zufällig auftretende Gegner bekämpfen, Inventar verwalten und seine Fähigkeiten durch Levelaufstiege verbessern. In der Art wie Square Enix dies bei Crisis Core gelöst hat, überzeugt das Spiel dann auch mit einigen frischen Elementen. [^npc]: NPC ist die Abkürzung von "Non-Player Character", also einer Spielfigur die von der Konsole gesteuert wird.

Hübsche Aufmachung

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Das Spiel ist schön gemacht, sicher etwas vom Besten was die PSP zu bieten hat. Das Ganze hat aber irgendwie einen Haken: Vor ein paar Jahren waren die aufwendigen CGI Einlagen und der Mix mit der (eher spröden) Spielgrafik ein für die damalige Zeit tolles Ereignis. Wenn man ein Spiel dieser Art heute betrachtet, kriegt man ein bisschen den Eindruck, es falle auseinander. Klar, andere PSP-Titel haben auch gerenderte Szenen, aber haben die Lücke irgendwie besser geschlossen (Killzone: Liberation oder God Of War, wo gerade letzterer Titel mit den Spielumgebungen alles geschlagen hat, was bisher auf Sony's Handheld zu begutachten war), und die Diskrepanz war weniger offensichtlich. Die Spielwelten von Crisis Core wirken irgendwie etwas leer und eintönig. Die Spielcharakteren schauen toll aus, aber überall sonst scheinen die Designer etwas gespart zu haben mit Ausschmückungen und Details.

Innovative Kämpfe

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Das Kampfsystem bietet einigen Spass - einen guten Mix aus Bewegungsfreiheiten und fest vorgegebenen Abläufen. Vielleicht auf das Ganze gesehen die grösste Errungenschaft dieses PSP-Titels. Man kann Zack für Blocken und Nahkampfangriffe frei steuern, magische Attacken werden aber eher rundenbasiert aus einer Liste ausgewählt und eingesetzt.

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Die Umsetzugen schauen toll aus, es knallt und rumpelt mitunter ganz schön wenn man die gröberen Geschütze im Spiel mal freigeschaltet hat, die Bossbattles sind ebenfalls ein grosses Auge wert.

Storytelling

Wie oben schon erwähnt, wer Final Fantasy schon immer toll fand, dürfte hier gut aufgehoben sein. Die Art wie die Geschichte erzählt wird und wie die Charakteren gezeichnet sind, scheint aber da und dort doch etwas arg infantil. Nach einer Weile des Abenteuers mit Zack kann einem der Jungspund in manchen Dialogszenen doch ziemlich auf den Kecks gehen mit seiner mitunter pubertären "Ich bin der Möchtegern-Superheld"-Art.

Abschliessend kann man also sagen: Für Fans ein Schmankerl, für Neulinge sei eher abgeraten da der Eindruck in beide Richtungen kippen kann, schwer zu sagen.

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Wer mal ein Fan von FF war, muss sich bewusst sein, dass Zeitgeist und Erzählweise sich doch inzwischen etwas entwickelt haben, und es durchaus passieren kann, dass man sich nicht mehr so zuhause fühlt wie vor ein paar Jahren. Die grösstenteils sehr guten Wertungen für das Spiel, die es von diversen Gametestern erhalten hat, kann hier nicht ganz nachvollzogen werden. Das Spiel ist okay, aber definitiv als Gesamtpacket kein PSP-Meilenstein.


judgementbox
Final Fantasy VII: Crisis Core
Positiv

Schöne Präsentation und Zwischensequenzen, interessantes und fesselndes Kampfsystem, ansprechende Rollenspielelemente,

Negativ

Teilweise etwas öde Spielumgebungen, mitunter nervige Charakteren und unsinnige Dialoge, Langzeitmotivation leidet

Alleine spielen: Nur für Fans.
Mit Freunden auf dem Sofa spielen: Gibt's nicht.
Mit Freunden im Internet spielen: Gibt's nicht.
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Final Fantasy VII: Crisis Core
Erhältlich für PlayStation Portable
Von Square Enix (Publisher)