Bioshock 2 – Sequel in Untiefen?In «Bioshock» habt Ihr in der Haut Eurer Spielfigur zu Beginn einen Flugzeugabsturz über dem Atlantik überlebt. Kurz darauf fandet Ihr Euch in einer abgedrehten Unterwasserstadt namens Rapture wieder – einer Art Meeresboden-Utopia, erbaut vom wahnsinnigen Möchtegern-Futuristen Andrew Ryan. Durch die Einnahme von Plasmiden, so eine Art Gen-Booster, waren die Bewohner dieses eigenartigen, im überspitzten 50er-Jahre-Groove gehaltenen Ortes komplett durchgedreht. Die Erkundung der Geschichte und der Abschnitte der Unterwasserstadt waren damals hochstimmig und einzigartig gewesen. Die Suche nach ADAM, der Genessenz für die Plasmide, war spannend verlaufen. Nur – braucht es dazu einen Nachfolger? Little Sisters – zurück in RaptureUnter dem Meer wohnen kleine Mädchen, das wissen Kinder spätestens seit Disneys »Arielle«. Seit 2007 hat das auch der Rest der Welt begriffen mit Hilfe von «BioShock». Die mysteriösen kleinen Wesen aka. Schwestern spielten dabei eine wichtige Rolle. Der Tiefsee-Shooter von Irrational Games spaltete damals die Spielerschaft: Für die einen war die abseitige Art-Deco-Stadt Rapture im 50er-Jahre-Stil mit ihren drogensüchtigen Mutanten-Bewohnern etwas zu abgedreht. Der andere Teil jedoch war begeistert über das neuartige Szenario und die mit philosophischen Maximen durchmischte Hintergrundstory. Die Kritiker waren sich hingegen einig, hochsynchrone Hurra-Rufe hallten durch die Weiten der Tester-Webseiten. Vieles an Bioshock, nicht nur im Namen, erinnerte in Aufbau und Elementen an den Urvater der dystopischen Überlebens-Shooter mit RPG Elementen – System Shock. Liebhaber dieser Urversion in ihrer auch 2010 noch genial anmutenden Art, wozu ich mich gerne zähle, vermochte Bioshock jedoch auch nicht zu 100% zu überzeugen. Das Spiel mit viel weniger Items und kaum existierenden Nebengeschichten tendierte durch die Actionlastigkeit etwas zu weit weg von der spielerischen und erzählerischen Tiefe eines System Shock. Die tolle Action wäre auch mit etwas mehr «Fleisch am Knochen» möglich gewesen. Ein etwas freier erkundbares Rapture, ein vernünftiges Inventar, vielleicht die eine oder andere Waffenmodifikation und ein paar Nebengeschichten und Subquests – eine solche nicht auszudenkende Genialiät hätte wohl noch so manchen Gamer wochenlang vor den Screen gefesselt. Aber das war 2007. Der neuste Eintrag ins Logbuch der Untermeer-Stadt kommt daher, wie wenn man den ersten Teil gerade aus dem Laufwerk entfernt, und die «Disc 2» eingeschoben hätte. Darum einmal zur Abwechslung ein Fazit vorneweg: Wer Bioshock geliebt hat, muss sich dieses Spiel kaufen. Es fühlt sich an, wie wenn man ohne grossen Unterbruch nach Beendigung des Teil 1 in die Haut eines anderen Charakters schlüpfen, an einer anderen, vorher unbekannten Stelle in Rapture erwachen und mit einem neuen Oberbösewicht als Fernziel gleich wieder ins knietiefe Wasser davonmarschieren würde. Du bist Big DaddyReizvoll an den hier vorliegenden neuen Rapture-Kapiteln ist sicherlich die Tatsache, dass Ihr neuerdings selber als Bid Daddy unterwegs seit. Die gigantischen Tiefseetaucher-Typen hatten in Teil 1 einige schockierende Auftritte, und nun dürft Ihr also selbst ran an den Panzerspeck. Die mutierten Bewohner Rapures musstet ihr Euch bereits in Teil 1 mit allerlei Waffen und der Hilfe der Plasmide vom Leib halten. Diese erlauben es Euch Feuerbälle, Blitze und viele weitere schmerzliche Gewitter auf Eure Gegner loszulassen. Dadurch kommen ganz interessante Spielsituationen zustande, wie das Blitz-Schock-Braten von ganzen Gegnerngruppen, die in knöcheltiefem Wasser auf Euch lauern. Dahingehend hat sich in Teil 2 kaum was geändert. Einige neue Plasmide sind hinzugekommen, einige neue Waffen – wie sich das eben so gehört in Action-Sequels. Die Story mit einer neuen Oberherrscherin über die Heerscharen von Psychopathen und mutierten Wesen ist okay, aber nicht ganz so packend wie die genial geführte Erzählung mit vielen Wendungen und Überraschungen aus dem ersten Teil. Wer als sich Quereinsteiger in die Welt von Rapture in Bioshock 2 begeben möchte, dem sei empfohlen, sich entweder günstig den ersten Teil zu ziehen und sich diesen als ersten Gang zu genehmigen, oder hier bei Wikipedia die Geschehnisse des ersten Tiels nachzulesen. Grundsätzlich ist das Spiel aber auch ohne Vorkenntnisse solid, atmosphärisch dicht und technisch toll gemacht. Tiefsee-SchlachtenDer neu mit integrierte Multiplayermodus ist zwar durchaus gelungen, aber man fragt sich wer bei der Flut von vorhandenen, erfolgreichen Onlinegefechten nun auch noch Schiessereien in Rapture braucht. Ausser man will unbedingt in der Haut von Figuren aus dem Bioshock-Universum aufeinander losjagen, kommt einem kein besonders guter Grund dafür in den Sinn. Deshalb sei hier kurze Rede angefügt: Das Bioshock-Universum braucht keinen Multiplayer-Modus, egal ob gut oder schlecht gelungen. Positiv
Schöne Grafik und mit vielen Details ausgestattete Spielwelt, tolle Atmosphäre und Action, knackige Kämpfe Negativ
Eher ein grossangelegter Zusatzinhalt als eine wirkliche Fortsetzung, Multiplayer als überflüssige Zugabe
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