Versteckte Kosten beim KonsolenkaufKabelsalatKaum ist die neue Konsole ausgepackt, fehlt schon das erste Kabel für reinen HD-Genuss. Oder ist es am Ende sogar der wiederaufladbare Akku für den Controller, den man sich zu überrissenen Preisen noch separat holen muss? Blöd oda wa? Es war schon länger geplant einen Artikel über dieses leide Thema zu schreiben. Nun ist es also soweit, und das Plädoyer gegen proprietären Mist und versteckte Kosten hat es ans Online-Tageslicht geschafft. Das Testsetting schaut wie folgt aus:
Das Ziel: Ein spielfertiges Setup mit Video über HDMI auf den Screen und separatem Digitalsound in Dolbyqualität via Optical-Kabel, ein funktionierendes Headset, dazu eine WiFi-Verbindung für etwas weniger Kabelsalat und ein Onlinekonto für Spiele übers Netz mit Freunden.Für die folgenden Vergleiche wurden zwei normale Basispakete der beiden Konsolen ohne Spielebundle oder sonstige Spezialdeals gewählt. Wenn man bei der Xbox 360 das absolut unbrauchbare Arcade-Modell nicht mitzählt, handelt es sich bei den beiden Versionen um die günstigere der jeweils zwei Optionen. PlayStation 3Basispaket für Vergleich: PlayStation 3 Slim mit 120GB HD, ein Controller, ein Mini-USB-Kabel, ein Ethernetkabel, ein Composite Videokabel, 430 Franken Sony arbeitet fast ausschliesslich mit Industriestandards (ausser beim kombinierten analogen Video-Ausgang, das geht wohl nicht anders), und es ist soweit alles dabei was man braucht wenn man die Konsole ausgepackt hat – mit einer grossen Ausnahmen: dem HDMI-Kabel. Die Vorteile der handelsüblichen Anschlüsse sind vielfältig: Man kann Headsets oder anderes Zubehör wie Mini-USB-Kabel auch für andere Geräte benutzen, und man muss nicht spezifisch PlayStation3-proprietärem Zubehör nachrennen, was neben Geld auch Platz und Nerven spart. Hier die Fakten:
XBox 360Basispaket für Vergleich: Xbox 360 Elite mit 120GB HD, ein Controller, ein Ethernetkabel, ein XBox 360-proprietäres Headset, ein Composite Videokabel, 350 Franken Microsoft arbeitet wo immer möglich mit proprietären Anschlüssen und eigenem Zubehör. Die Strategie ist offensichtlich: Was bei der Produktion der Konsole eingespart wurde, muss sich der Käufer (mühselig) zusammenkaufen und obendrauf noch unschön aufeinanderstapeln, Beispiel WiFi-Port. Das Zubehör passt sich nicht besonders pflegeleicht in das Gesamtbild ein. Microsoft kassiert und den Kunden ärgerts. Sowas findet unsereiner gar nicht nett. Sachlage:
FazitFür das eingangs beschriebene Setup mit HDMI-Video und Optical-Audio, WiFi, inklusive wiederaufladbarem Controller und einem Headset für Onlinegames summieren sich folgende angenäherte Kosten:
Eines ist allgemein aus Sicht des Kunden ganz klar: Dieses ganze Zubehör-Trara nervt gewaltig. Sowohl Sony wie Microsoft hätten sich ein paar Freunde machen können mit dem Mitliefern eines HDMI-Kabels. Bei Budgetknappheit unter den Grosskonzernen wäre halt ein kleiner Aufpreis von 20 Franken nötig gewesen, der einem zumindest das nachträgliche Nachrennen erspart hätte. Dieser letzte Satz ist natürlich komplett ironisch gemeint, würde es doch Sony / Microsoft zusätzlich kaum mehr als einen schlappen Fünfliber kosten in derart grossen Mengen HDMI-Kabel einzukaufen und gleich mit in die Box zu packen. Spitzenreiter im Kundenverschaukeln ist einmal mehr Microsoft, deren halbfertige Hardware mit mühseligem Zukauf bis zum Erreichen derselben Features sogar mehr kostet als eine «fertige» PlayStation 3. Die 360 wirkt zusammengeflickt und wenig durchdacht. Man betrachte sich zum Beispiel das abartig grosse und unförmige Netzteil, mit welchem man locker den Neanderthalern Konkurrenz machen könnte in Sachen Keulen. Auch bei den Lüftern und in der Gesamtkonstruktion hat Microsoft jeden Rappen eingespart wo es nur ging. Die Betriebsgeräusche der 360 machen dementsprechend jedem Staubsauger Angst. Die Launch-PS3 im Wohnzimmer macht nach einiger Zeit mehr Lärm als neu, aber auch nach bald dreieinhalb Jahren ist sie nur halb so laut wie eine neue 360 in Hochbetrieb. Die Wii zeigt sich bezüglich Zusatzkosten transparenter, da gehen einfach die zusätzlichen Controller mächtig ins Geld (relativ zum Preis der Konsole). Da die Wii aber weder HD-tauglich noch auf Online-Multiplayer ausgelegt ist, fallen viele Optionen eh weg. Darum ist sie im direkten Vergleich hier nicht vertreten. Du kannst DN, den Autor dieses Beitrags, über seine Kontakt-Seite erreichen.
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