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Kein Aprilscherz: PS3-Update killt Linux (Update 2)

vor 6 Jahren von LKM

Laut Sony wird das Firmware-Update vom 1. April den Linux-Support von "fetten" PS3s entfernen.

Slim-PS3s boten von Anfang an keine Unterstützung für Linux und sind von diesem Wechsel nicht betroffen. Wer aber eine "fette" PS3 hat, konnte bisher eigene Betriebssysteme wie Linux installieren. Nun hat Sony angekündigt, dass das Firmware-Update vom 1. April dieses Feature entfernen wird. Und nein, das ist kein Aprilscherz.

Wer auf seiner PS3 Linux installiert hat, der hat nun zwei Optionen:

  1. Das Update vom 1. April nicht installieren. Das bedeutet aber, dass ihr euch nicht mehr ins PSN einloggen könnt, und dass runtergeladene oder neue PS3-Games nicht mehr funktionieren
  2. Ein Backup von allen Daten auf der Linux-Partition erstellen und das Update installieren. Nach dem Update kann nicht mehr auf die Daten zugegriffen werden

Linux-Support war immer eines meiner Lieblings-Features der PS3, auch wenn die installierte Linux-Version keinen vollen Zugriff auf die Hardware hatte. Dass Sony dieses Feature nun entfernt hat ist sehr enttäuschend, und könnte für viele PS3-Anwender problematisch sein, vor allem wenn PS3s für Rechnungs-Clusters verwendet wurden. Ausserdem haben viele Leute sich eine PS3 gekauft, weil die PS3 dieses Feature bietet. Linux-Support nachträglich zu entfernen scheint mir etwas unehrlich, schliesslich habe ich dafür bezahlt. Ähnliche Reaktionen sind bei Heise.de eingegangen:

Schon jetzt gibt es erste Anwender, die Sonys Ausschlusspolitik nicht einfach hinnehmen wollen: "Ich fühle mich als Kunde betrogen. Ich habe extra für diesen Zweck eine PS3 als Blu-Ray-Player und Spielekonsole mit Linuxfähigkeit gekauft. Sony kann mir als Kunde doch nicht einfach beworbene und bezahlte Leistungen entziehen", schrieb ein erzürrnter Leser der heise-online-Redaktion.

Grund für Sonys Schritt ist vermutlich, dass die PS3 vor kurzem gehackt wurde. Anscheinend will Sony so verhindern, dass PS3-Besitzer über Linux Zugriff auf die PS3-Hardware erlangen können. Heise.de bestätigt diese Vermutung:

Als Grund gibt Charlotte Panther, PR-Chefin von Sony Computer Entertainment Europe, Sicherheitsbedenken an, die offensichtlich von der Überwindung des Hypervisors durch George Hotz Ende Januar herrühren.

Nun stellt sich die Frage, ob Programmier-Tools wie GCC oder LLVM weiterhin Unterstützung für Sonys SPUs haben werden. Für PS3-Programmierer könnte dieser Schritt in der Zukunft ein Problem darstellen. Erste Open-Source-Entwickler haben bereits angekündigt, dass sie nun nicht mehr an diesen Tools arbeiten können.

Update: GeoHot, der Hacker der die PS3 ursprünglich geknackt hat, hat nun angekündigt dass er eine eigene Firmware für die PS3 veröffentlichen will, die Linux wieder aktiviert. Die Situation scheint am eskalieren zu sein, ähnlich wie beim iPhone wird jetzt womöglich ein Wettrüsten ausgelöst, welches für Sony nur schlecht ausgehen kann: Je mehr Zeit ins Hacken der PS3 investiert wird, desto einfacher wird es, mit der PS3 Raubkopien zu spielen. Sonys Schuss könnte also ziemlich nach hinten losgegangen sein.

Update 2: Die PS3 ist gehackt. Die neue Firmware wurde aber noch nicht veröffentlicht.

Du kannst LKM, den Autor dieses Beitrags, über seine Kontakt-Seite erreichen.

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