GTA 4: Episodes from Liberty City
Nach langer Wartezeit aufgrund einer gekauften Exklusivität dürfen sich PC- und PS3-Gamer nach den Xboxern nun auch noch den beiden Zusatzkapiteln für GTA 4 widmen. Hat die GTA 4-Ära bereits Staub angesetzt, oder knallen die neuen Stories aus dem grotesk-urbanen Wunderland à la NYC immernoch wie vor zwei Jahren? The Lost And The DamnedEines vorweg: Wer wie ich Aberdutzende von Stunden in Liberty City verbracht hat, fühlt sich auf Anhieb zuhause. Der Look & Feel der Spielwelt ist immernoch Top, und es ist nach wie vor überaus vergnüglich, durch die NYC-Parodie zu rasen und üble Stunts zu testen. Wer selber mal in der amerikanischen Metropole geweilt oder gearbeitet hat, dem fährt das Spiel umso mehr ein. Manche Ecke schaut wirklich so aus, wie wenn sie dem echten Vorbild entnommen wäre. Lustigerweise ist den Jungs von Rockstar wirklich gelungen, das Feeling der Stadt irgendwie auf eine eigene Art einzufangen. Natürlich war wohl kaum jemand in NYC als Mitglied einer Biker-Gang unterwegs, und so ergeben sich hier durchaus ungewohnte neue Perspektiven. Die harten Jungs machen auch ordentlich was her in witzigen Dialogen und nicht zuletzt, wenn es hart auf hart geht. Die Gangmembers werden mit Erfahrung besser und gefährlicher für die Gegner. Es lohnt sich, diese vor dem Tod zu bewahren, damit sie auch später ordentlich Feuerunterstützung bieten. Die Kämpfe zusammen mit der Gang machen Spass, die Jungs sind aber natürlich nicht immer mit von der Partie. Es entsteht wirklich sowas wie ein «Gang-Feeling», ausserdem gewährt einem das Spiel Heilung und Reparatur wenn man in Formation durch die Strassen von LC fährt. Neu sind auch die Rennen mit Baseballschlägern im Gepäck, das setzt ordentlich Prügel unterwegs. Kürzer, aber mit Kaboom hoch 2Durch die neuen Waffen wie die Sturmschrotflinte oder den Granatwerfer, gepaart mit den vielen herumstehenden Vehikeln und Fässern in Shoot-Outs, entstehen rasante Action-Movie-Situationen mit wesentlich mehr Pfupf und grösseren Explosionen als im Hauptspiel. Mit anderen Worten: Die Expansion setzt in Sachen Gasgemisch-Vernichtung in Form von Feuersäulen mächtig einen oben drauf. Die Story ist dicht und hochwertig geschrieben, dafür gibts weniger links und rechts von der Strasse zu entdecken. Hier wären ein paar neue saftige «Nebenquests» im Stil eines Dragon Age oder Mass Effect 2 angebracht gewesen, die abseits von der Haupthandlung ordentlich Laune machen – halt natürlich ohne den Fantasy-Trara. Wieso nicht eine aus mehreren Kapiteln zusammengesetzte Nebengeschichte einstreuen? Da hat sogar Rockstar, was interaktives Storytelling angeht, noch einiges zu lernen von seinen Fantasy- und Sci-Fi-Kollegen. Genial ist die Einflechtung der Geschichte der Lost MC mit dem Hauptspiel. Könnt Ihr Euch an einen bestimmten Heroindeal für Elizabetha erinnern, als Niko mit dem kurzhaarigen Biker und Playboy X zum Übergabeort geschickt wurde? Ring a bell? Bingo! Same time, same place, aber aus einer anderen Perspektive erlebt. Coole Idee! Was leider nervt, ist die Installation. Hallo Rockstar! Schonmal was von Streaming gehört? Wenn wir gerade von der Technik sprechen: In den zwei Jahren hätte die Engine ruhig auch noch etwas auf Vordermann gebracht werden können, ein paar Ruckler weniger hätten zumindest dafür gesprochen, dass Rockstar nicht bloss auf unsere Kohle scharf ist. Hoffen wir mal dass Red Dead Redemption im Mai und allenfalls nächstes Jahr GTA 5 mit einer bereinigten und etwas stabileren Engine, was die Framerate angeht, daherkommt. Wo ist Niko?Der sympathische Immigrant des Hauptspiels fehlt in der Expansion weitgehend, ausser in einigen wenigen Szenen. Ebenso vermisst man ein neues Gebiet als Zückerchen. Dies wär wirklich nicht zuviel verlangt gewesen nach der ganzen Warterei, die Map ist absolut genau die gleiche geblieben. Vielleicht hätte sich eine Ausfahrt nach Upstate (Virtual) New York angeboten? Oder einen paar Wäldereien gen Westen in Jersey? Alternativ wäre auch ein Bonus wie z.b. Winterwetter samt Schnee eine hübsche Möglichkeit gewesen für eine stimmungsvolle Erweiterung des Spielerlebnisses. Tja, ausser Spesen nix gewesen. Bloss dass in diesem Fall die Spesen sich sehen lassen können: Man darf sich auf an die zehn Stunden neue Kampagnenunterhaltung einstellen. The Ballad Of Gay TonyThe Lost haben gezeigt, wie ein Add-On daherkommen soll: Preislich im Rahmen, wenn auch nah am Too-Much, hochwertig produziert, toll geschrieben, viel Spass inklusive. Die zweite Erweiterung setzt bezüglich der Missionen zumindest noch einen obendrauf. Man darf sich im freien Fall üben, auf fahrenden Zügen rumspazieren, Zeugs in die Luft jagen mit einem Panzer und in einem Nachtclub massig Action veranstalten – um nur ein paar Sachen zu nennen. Einige dieser Elemente kennt man bereits aus San Andreas, und es kann durchaus sein, das sie es in die zweite Erweiterung geschafft haben aufgrund einiger «Inputs» von Fans. Nach dem eher ausführlichen Bericht über The Lost gibt es nicht mehr allzuviel mehr zu sagen, als dass diese Erweiterung noch etwas besser produziert worden, und mit den neuen Elementen das Geld durchaus wert ist. Die Story dreht sich um das Nachtleben von Liberty City mit all seinen schrägen Typen und ist alleweil für nochmals hervorragende zehn Stunden Unterhaltung gut. FazitGTA 4 hat mich damals hineingesogen wie vorher und nachher kaum je was anderes. Man konnte den Asphalt nahezu riechen, und die langen Ausflüge kreuz und quer durch die fantastische Spielwelt bieten nach wie vor Gamefeeling vom Allerfeinsten. Die beiden Erweiterungen sind für Fans der GTA-Serie wohl eh Pflicht. Man kann durchaus ein paar Mängel anführen, aber gerade die Leute, die irgendwo mitten in der langen und eher repetitiven (was die Missionen angeht) Hauptgeschichte des Grundspiels festgehängen, dürften sich über ein diverse neue Gesichter, die frischen Geschichten und lustigen Wendungen freuen. Ich persönlich hätte ein paar mehr der besonders originellen Charakteren aus dem Hauptspiel auch gerne in einer der Erweiterungen angetroffen, aber dies ist nicht unbedingt ein Must. Die neuen Figuren sind mehr als stark genug, und oft sogar witziger als manche der schwächeren Gestalten aus dem Hauptspiel. Was den Multiplayer-Modus angeht, hat sich auch ein bisschen was getan. Mir persönlich missfiel die Tatsache, dass es keine neuen Co-Op-Missionen gegeben hat. Speziell The Lost MC hätten sich dafür hervorragend geeignet, da gerade mit den Kooperativ-Gefechten es in der Vergangenheit ein paar ganz vergnügliche Szenen gab zusammen mit drei Online-Verbündeten aka. Freunden. Der Trailer zum Launch der Episodes für PC und PlayStation 3:
GTA 4: Episodes from Liberty City
Positiv
Story bei beiden Teilen gewohnt abgedreht und genial geschrieben, Dialoge vom Feinsten, Sound gemäss dem hohen Level des Hauptspiels und der Vorgänger ebenfalls erste Sahne, fangen den tollen Groove von Liberty City authentisch ein und erweitern die Stadt als Erlebnis gekonnt, Hauptspiel nicht Voraussetzung für die Episoden Negativ
Installation nervt, Preis an der Schmerzgrenze, leider keine neuen Co-Op-Multiplayer-Missionen, ähnliche technische Unzulänglichkeiten wie das Hauptspiel mit einigen seltenen Rucklern bsp-weise bei hoher Polizeipräsenz
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