ŌKAMI
Testbericht | Wii

Ōkami gold_medium

vor 7 Jahren von LKM

2004 finanzierte Capcom ein neues japanisches Spiele-Entwicklerstudio namens Clover. Ziel des Studios war, neue, innovative Spiele zu entwickeln. Zwei Jahre später wurde das Studio als Folge des mangelnden finanziellen Erfolges wieder geschlossen. Im selben Jahr, kurze zeit früher, veröffentlichte das Studio Ōkami für die PlayStation 2 - Clover's letztes grosses Meisterwerk. Das Spiel war eine Explosion wunderschöner Grafik und an Charme kaum zu überbieten. Auf der PS2 fand das geniale Spiel leider trotzdem kein Publikum. Die tolle Wii-Version dürfte ein paar Spieler mehr überzeugen.

Screenshot

Was bei Ōkami1 als erstes auffällt ist die wunderschöne Grafik. Das Spiel ist ein eime speziellen Cell-Shading-Look gerendert, der es so aussehen lässt, als ob es in Echtzeit mit einem japanischen Kalligrafie-Pinsel auf den TV gezeichnet würde - die Screenshots werden der bewegten Grafik in keiner Weise gerecht. Okami war ohne Zweifel eines der schönsten PS2-Spiele, und auf der Wii sieht es noch besser aus. Die Grafik ist neu im Widescreen-Format und einer höheren Auflösung, und der "Papiereffekt" der PS2-Version wurde etwas zurückgeschraubt, so dass die satten Farben noch stärker zur Geltung kommen. Der Vergleichsfilm auf Gametrailers zeigt den Unterschied deutlich.

Screenshot

Die Story des Spiels ist relativ rasch erzählt: Die Welt wird mit einem bösen Fluch belegt, der alles Leben und alle Farben entfernt. Nun ist es die Aufgabe von Amaterasu, die Farben und das Leben in diese Welt zurückzubringen. Amaterasu ist ein Sonnengott in Wolfsform, der dummerweise die meisten seiner Zaubersprüche vergessen hat. Aufgabe des Spielers ist nun, Amaterasu zu steuern, die Zaubersprüche sukzessive wieder zu erlernen, und das Land Stück für Stück vom Fluch zu befreien.

Screenshot

Die ganze Welt des Spiels ist eigentlich von Anfang an offen, Amaterasu muss aber spezifische Zaubersprüche neu erlernen, um verschiedene Hindernisse zu überwinden und so grössere Bereiche erforschen zu können.

Und das beste Zelda auf der Wii ist...

Falls ihr schon mal ein Zelda-Spiel gespielt habt, kommt euch das Spielprinzip vermutlich bekannt vor. Tatsächlich wurde Steuerung und Gameplay direkt von Nintendos Zelda-Spielen übernommen, was allerdings überhaupt keine schlechte Sache ist. Die Zelda-Spielen gehören zu den besten Videospielen überhaupt, und mit Ōkami hat Clover eines der besten (inoffiziellen) Zelda-Games kreiert.

Während man bei Zelda-Spielen neue Fähigkeiten durch das Finden von neuen Gegenständen erlangt, findet man bei Ōkami neue Zaubersprüche. Zaubersprüche führt man aus, indem man mit einem Pinsel bestimmte Zeichen auf den TV malt.

Screenshot

Auf der PS2 hat man den Pinsel mit dem rechten Analogstick geführt, was ganz gut funktioniert hat. Die Remote der Wii ist natürlich perfekt für diese Steuerung geeignet: Man zeichnet die Zaubersymbole auf den Screen, indem man den Pinsel mit der Remote führt. Das macht noch viel mehr Spass als die PS2-Steuerung; man fühlt sich beinahe, als ob man den Zauberpinsel mit der eigenen Hand führen würde.

Screenshot

Hat man das Leben in eine Region zurückgebracht, kann man sich mit den (vorher leblosen, versteinerten) Personen unterhalten, die in dieser Region leben. So erfährt man oft Tipps oder bekommt Dinge geschenkt, die man später im Spiel verwenden kann. Ausserdem muss man kleine Rätsel lösen, um weiter zu kommen. So ist beispielsweise ein Durchgang durch einen Steinfall versperrt. Um weiter zu kommen muss man den lokalen Helden holen, der dabei hilft, die Steine zu entfernen. Nur leider schläft der und kann nicht aufgeweckt werden - es sei denn, man... aber ich möchte ja nicht zu viel verraten! Nur so viel sei gesagt: Die Story ist spannend, die Leute, die man antrifft, sind lustig und interessant, und die Rätsel sind meist sehr klever.

Monster!

Durch den Fluch wurde das Land mit Monstern überschwemmt. Und die muss man natürlich bekämpfen. Durch Knopfdruck und Schwingen der Wii-Remote führt man verschiedene Attacken oder Defensiv-Manöver aus. Gleichzeitig kann man aber auch hier die Zaubersprüche anwenden, um Monster durch Zeichnungen mit dem Pinsel zu besiegen; ein ziemlich interessantes und tiefgehendes Kampfsystem.

Screenshot

Nintendo-Ästhetik

Mit der Wii hat Ōkami endlich die Konsole gefunden, für die das Spiel gemacht wurde. Das Zaubersystem mit der Pinselmechanik ist wie gemacht für die Wii-Remote, und die Nintendo-Ästhetik des Spiels gehört einfach auf die Wii.

Screenshot

Bereits auf der PS2 war Ōkami eines der besten Spiele. Auf der Wii gehört es zu den absoluten Top-Games, und da das Spiel "nur" ein PS2-Port ist, kostet es auch nicht so viel wie andere Wii-Games. Wer sich dieses Spiel nicht kauft verpasst eines der besten, schönsten und spannendsten Wii-Games, die zur Zeit erhältlich sind.

  1. Der Name des Spiels wird oft als Okami geschrieben (ohne Strich auf dem O). Wenn japanische Wörter in einem lateinischen Alphabet ("Rōmaji") nach dem originalen Hepburn oder dem Nihon-System phonetisch geschrieben werden, so bedeutet ein Strich über einem Buchstaben dass er betont und etwas länger gezogen ausgesprochen wird; der Strich entspricht einer Vokalverdoppelung. Der Name des Spiels wird also als "Ookami" ausgesprochen.


judgementbox
Ōkami
gold_medium
Positiv

Fantastische Grafik, spannende Story, interessantes Gameplay, tolle Musik, gute Verwendung der Wii-Remote

Negativ

Da Capcom Clover geschlossen hat wird es wohl nie eine zweiten Teil von diesem Spiel geben

Alleine spielen: Sehr gut!
Mit Freunden auf dem Sofa spielen: Gibt's nicht.
Mit Freunden im Internet spielen: Gibt's nicht.
Du kannst LKM, den Autor dieses Beitrags, über seine Kontakt-Seite erreichen.


Das könnte dich auch interessieren:


Abonniere Kommentare zu diesem Artikel.ch als RSS-Feed
Ōkami
Erhältlich für Wii
Von Capcom