DeathSpank
Spiele-Designer der 80er und 90er scheinen aktuell ein kleines Revival zu erleben. Tim Schafer ist dies bereits mit Brütal Legend gelungen, und nun hat auch sein Monkey-Island-Teamkollege Ron Gilbert ein eigenes neues Spiel auf den Markt gebracht. Die Erwartungen sind natürlich hoch, und werden von dem Spiel absolut erfüllt. DeathSpank ist nicht wie Gilbert's 90er-Spiele ein Adventure im Stil von Monkey Island oder Maniac Mansion, sondern ein Action-Rollenspiel. Das Gameplay ist eher mit einem Diablo vergleichbar; DeathSpank, der Held des Spieles, spricht mit den Charaktere im Spiel, bekommt von ihnen Quests (kleine oder grössere Aufträge), und erfüllt diese Quests hauptsächlich, indem er tonnenweise Orks verprügelt und nach verschiedenen Items sucht. Im Vergleich zu klassischen Adventure-Spielen liegt der Fokus hier also nicht auf den Rätseln, sondern auf den Feinden. Je mehr Feinde man besiegt, desto stärker wird man, und die meisten besiegten Feinde hinterlassen verschiedene Upgrades wie stärkere Rüstungen oder Food. Ein paar kleinere Rätsel findet man dann doch noch, aber die sind einfach zu lösen, und wer die Lösung nicht findet, darf Glückskekse öffnen, die Tipps enthalten; öffnet man den dritten Keks, so wird einem die Lösung des Rätsels verraten. Wirklich stecken bleibt man also nie. Das Gameplay ist kompetent umgesetzt und macht durchaus Spass (vor Allem wenn man auf Action-RPGs wie Diablo steht), aber was DeathSpank von anderen Games unterscheidet ist die Story. StoryDeathSpank ist eine Parodie. Das Spiel macht sich über Games wie World of Warcraft lustig und funktioniert als clevere Verballhornung von Genre-Clichés. DeathSpank (der mit dem Spiel gleichnamige Held des Games) ist derart von seinen Fähigkeiten als Superheld überzeugt, dass ihm sein eigenes Scheitern unmöglich erscheint. Deshalb fällt ihm auch nicht auf, dass sich die meisten Charaktere des Spiels über ihn lustig machen oder ihn ausnützen. Im Spiel ist DeathSpank auf der Suche nach "Dem Artefakt", einem McGuffin, der die Story vorantreibt. Warum er "Das Artefakt" suchen soll weiss DeathSpank nicht, eine rothaarige Frau hat ihm den Auftrag gegeben. Als Held überlegt er nicht lange, was genau er hier tut, sondern macht sich sofort auf die Suche nach "Dem Artefakt". Andere, weniger Heldenhafte Aufgaben sind ihm weniger genehm; nachdem er gefragt wird ob er entführte Waisenkinder retten möchte, meint DeathSpank, dass diese "stinken" und "der Gesellschaft nur Kosten verursachen würden." Erst der Hinweis des Bürgermeisters auf die baldigen Wahlen können DeathSpank davon überzeugen, dass es doch Sinn macht, die Waisenkinder aus werbetechnischen Gründen zu retten. Dieser Humor zieht sich durch das ganze Spiel. Alle Waffen und Rüstungen im Spiel haben beispielsweise absurde Namen. Gespeichert wird im Spiel, indem man eines der Plumpsklos besucht, und die Klos dienen zusätzlich als Beam-Stationen, mit denen DeathSpank von einem Ort zum anderen hüpfen kann. MultiplayerDeathSpank bietet einen einfachen Zwei-Spieler-Modus, bei dem ein zweiter Spieler ins Spielgeschehen eingreifen kann. Im Gegensatz zu DeathSpank kann der zweite Spieler seine Waffen nicht frei wählen, er ist auf vier vordefinierte Waffen beschränkt. Die Stärke passt sich aber trotzdem DeathSpank's Stärke an, so dass der zweite Spieler immer sinnvoll ins Spiel eingreifen kann. FazitGeniale Story, wunderbare Grafik, gutes Gameplay. Ron-Gilbert-Fans müssen hier sowieso zugreifen, und wer auf Diablo-artige Action-RPGs steht macht hier ebenfalls nichts falsch. Deathspank
Positiv
Wunderschöne Grafik, super geschriebene Story, witzige Items und Quests, gutes Gameplay Negativ
Story und Gameplay nicht so gut miteinander verstrickt wie in einem traditionellen Adventure
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