Resident Evil 5 Demo - Erster Eindruck
Der Wow-EffektDas Spiel überzeugt visuell auf den ersten Blick: Die Grafik ist wunderschön umgesetzt, die Details vielfältig, und der Schauplatz Afrika kommt toll rüber. Leider täuscht diese hübsche Aufmachung mehr als nur ein bisschen. Beispielsweise herumstehende Pflanzen scheinen im Stil von Games der 90er Jahre mit einer unsichtbaren Mauer umgeben, was so ganz und gar nicht in die geniale Aufmachung zu passen scheint. Schaut man in manchen Gassen in die nicht zugänglichen Strassen, erscheint kein Horizont, und die Kollisionsabfragen in Kämpfen scheinen auch eher etwas zufällig. Aber, aber Capcom: Sowas erwartet man im Jahr 2009 nun wirklich nicht mehr. Hey Partner!Wahlweise allein mit computergesteuerter Partnerin oder zu zweit via Splitscreen / Online Co-Op darf man in's vermeintliche Survival Horror-Spektakel einsteigen. Die KI-Partnerin, im übrigen bildhübsch, verhält sich einigermassen clever, das Spiel scheint jedoch in erster Linie als 2-Spieler-Unternehmen konzipiert. Es spielt sich wesentlich besser mit einem menschlichen Gegner, aber auch das ist in meinen Augen wenig spektakulär. BleifussNach ein paar Minuten im Spiel wird leider klar, dass sich das Entwicklerteam nicht einigen konnte, ob RE5 ein Actiongame oder ein traditionelles RE-Spiel werden sollte. Die Controls sind unglaublich klotzig, es darf nach wie vor (wie bei allen bisherigen REs) nicht gleichzeitig gezielt und sich bewegt werden. Kommen dann die Horden von Zombies auf einen losgerannt, verstrickt man sich unweigerlich in einem gelähmten Durcheinander, es ist kaum möglich schnell genug auf die Angriffe der Gegner zu reagieren. Die ungenügende Umsetzung des Waffen-Ziel-Mechanismus tut dazu ihr Übriges. Wäre die Nahkampfattacke vernünftig umgesetzt (auch dabei kann man sich nicht bewegen), hätte man zumindest eine wirkungsvolle Art, sich zur Wehr zu setzen. Aber auch da haben uns die Entwickler keinen Gefallen getan. Die Messerschwingerei verursacht kaum schaden, und es ist schwer abzuschätzen wie nah ein Gegner sein muss, um überhaupt zu treffen. Dabei hat gerade z.b. Dead Space bewiesen, dass sich gepflegter Horror mit flüssiger Steuerung à la Shooter kombinieren lässt. Man stelle sich vor: Man betritt ein Gebäude, wo man jederzeit damit rechnen muss, angegriffen zu werden: Wer würde da nicht mit erhobener Waffe voranschreiten statt ständig zwischen stehen / zielen und vorangehen zu wechseln? In meinen Augen eine total unnötige Krücke, welche einem unweigerlich aufgezwungen wird, und die wirklich nicht zu mehr Spielspass beiträgt angesichts der vielen Gegner. Hätte man es hier mit einem klassischen Horrorspiel mit relativ wenigen Feindbegegnungen zu tun, wäre darüber evtl. noch hinwegzusehen. Es spricht eigentlich für sich dass sich LKM's und meine Session im Online-Co-Op nach einer halben Stunde erledigt hatte. Der Spass-Faktor hielt sich ziemlich in Grenzen. Vielleicht liegt das auch daran, dass es im fertigen Spiel Abschnitte geben wird, die besser auf die Steuerung zugeschnitten sind. Die Demoversion motiviert jedenfalls nicht wirklich, dies auch noch rauszufinden. In dem Sinn also: Maybe for the fans, aber das ist dann auch alles. Zweite Meinung von LKMWer auf Survival-Horror-Spiele steht, wurde in den letzten Jahren arg vernachlässigt. Moderne Shooter spielen sich dank ausgeklügelten Kontrollmöglichkeiten schnell und exakt; Munition gibts im Übermass, und Gegner auch. Das Problem: Ein Horror-Spiel lebt davon, dass man vor jedem gegnerischen Monster Angst hat, dass man mit der gefundenen Munition vorsichtig umgehen muss um nicht plötzlich wehrlos vor einem Zombie zu stehen, und dass man deshalb vorsichtig und gezielt durch die verwinkelten Korridore schleicht, um Konfrontationen wo immer möglich aus dem Weg zu gehen. Diese Spannung geht schnell verloren, wenn man durch die Levels rennt während man gegnerische Zombiehorden mit dem Sturmgewehr niedermäht. Deshalb habe ich überhaupt kein Problem damit, dass Capcom beim neusten Resident Evil-Titel die alte Steuermechanik beibehalten hat und darauf verzichtet, dem Spieler die Option zu geben, wild um sich ballernd durch die Levels zu rennen. Leider hat Capcom aber vergessen, das Spiel der traditionellen Steuermechanik anzupassen. Man hat nicht die Option, vorsichtig und lautlos durch die Levels zu schleichen, Munition zu sparen und Konfrontationen zu vermeiden. Statt dessen wird man zumindest im Demo-Level dauernd von gegnerischen Horden überrannt. Gezieltes Ausschalten von Gegnern oder taktisches Vorgehen ist nicht möglich; man wird dauernd von allen Seiten angegriffen. Und dafür ist die Steuermechanik nicht geeignet. Die Kombination von traditioneller Steuermechanik und "modernem" Gameplay ist hier absolut misslungen. Weiss gegen Schwarz?Auch erwähnt werden muss, dass das ganze Spiel enorm dégoutant ist. Ehrlich Capcom, was habt ihr euch bloss dabei gedacht? Musste das wirklich sein? In Resident Evil 5 spielt man einen weissen Mann, der in Militäruniform gekleidet in einem afrikanischen Land durch Slums rennt und dabei massenweise und wahllos schwarze armselig gekleidete unbewaffnete Menschen erschiesst. Dass die Gegner "Zombies" sind ändert überhaupt nichts an dieser offensichtlichen Tatsache. Und um dem Ganzen noch einen drauf zu setzen: Die weibliche "schwarze" Partnerin, die einem durchs Spiel begleitet, hat deutlich hellere Haut als die bösen schwarzen Gegner und sieht eher wie eine gut gebräunte Schweizerin aus als wie jemand, der tatsächlich in Afrika lebt. Sorry, Capcom, aber da hättet ihr euch bei der Planung des Spiels ein bisschen mehr überlegen sollen. Das ist echt daneben.
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