PIKMIN
Testbericht | Wii

Pikmin

vor 8 Jahren von LKM

Als Pikmin auf dem Gamecube veröffentlicht wurde, wurde das Spiel als "bestes Konsolen-RTS" bezeichnet. Nun hat Nintendo das Spiel mit einer an die Wii-Fernbedienung angepassten Steuerung und Widescreen-Grafik ausgestattet und es erneut veröffentlicht. Und das Spiel kann auch acht Jahre nach dem Original-Release noch überzeugen.

Traditionellerweise sind Echtzeit-Strategiespiele (Real Time Strategy, kurz RTS) eher auf Windows-PCs als auf Spielkonsolen zuhause. Der Grund dafür ist einfach: Die Spiele lassen sich am besten mit einer Maus steuern. Trotzdem hat Nintendo 2001 den Versuch gemacht, ein speziell für Konsolen entwickeltes RTS auf den Markt zu bringen. Und der Versuch wurde mit viel Erfolg belohnt; das Spiel wurde von verschiedenen Publikationen als "bestes Konsolen-RTS" bezeichnet, obwohl die normalerweise für RTS typische Kriegsthematik fehlt.

Anders als in den meisten RTS steuert man in Pikmin nämlich nicht Panzer und Flugzeuge und Soldaten. Statt dessen übernimmt man das Kommando über kleine Karotten-ähnliche Gnome, die Pikmins. Und man ist nicht eine entkörperte Macht, die aus dem Himmel Befehle erteilt; statt dessen spielt man einen auf einem fremden Planeten crashgelandeten Ausserirdischen namens Captain Olimar. Bis zu hundert Pikmins folgen Olimar über das Spielfeld und helfen ihm, die Teile seines Raumschiffs einzusammeln, so dass er wieder nach Hause fliegen kann.

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Und natürlich trifft man gelegentlich feindlich gesinnte Wesen an, die man mit den Pikmin-Truppen bekämpfen muss.

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Gameplay

Gesteuert wird das Spiel mit Remote und Nunchuck. Mit dem Nunchuck lenkt man Captain Olimar, während man mit der Remote die einzelnen Pikmin anwählen und lenken kann. Besser kann man ein Strategie-Spiel auf einer Konsole wohl nicht steuern; Pikmin war deshalb der perfekte Kandidat für ein Wii-Remake.

Wie in allen RTS-Spielen gibt es auch bei Pikmin Resource-Management. Hier ist das Ganze allerdings stark vereinfacht: Es gibt nur eine Resource, die man einsammeln muss, und alle Pikmins können Resourcen einsammeln. Ausserdem kann man besiegte Gegner als Resourcen verwenden. Einmal gesammelte Resourcen werden sofort in zusätzliche Pikmin umgewandelt, die neben dem "Pikmin-Gebäude" wie richtige Karotten aus dem Boden wachsen und je nach Bedarf gepflückt werden können.

Zwar können alle Pikmins Resourcen sammeln und sind sich im allgemeinen recht ähnlich, es gibt aber trotzdem drei verschiedene Pikmin-Sorten. Die drei Sorten unterscheiden sich nicht stark voneinander: Es gibt gelbe, blaue und rote Pikmin. Die roten Pikmin sind gegen Feuer immun, die blauen können schwimmen und ertrinkende Pikmin anderer Sorten retten, und die gelben können Bomben legen.

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Ausserdem gibt es drei verschiedene Pikmin-Entwicklungsstufen: Blatt, Knospe und Blume. Je höher entwickelt ein Pikmin ist, desto stärker und schneller ist es. Pikmin können sich entweder während dem Spiel zu Knospen- und Blumen-Pikmin weiterentwickeln, oder man kann sie einfach länger im Boden wachsen lassen; je später man ein Pikmin pflückt, desto stärker ist es.

30 Tage bis zum Ende

Da Captain Olimar nur 30 Tage auf dem fremden Planeten überleben kann, müssen innert der 30 Tage genügend Teile vom Raumschiff gefunden werden dass er wieder wegfliegen kann. Das Spiel ist also zeitlich beschränkt, was dem ganzen eine gewisse Dringlichkeit gibt.

Hier wurde übrigens die einzige Gameplay-Änderung im Vergleich zum Gamecube-Original vorgenommen: Bereits erledigte Tage können neu wiederholt werden, so dass man das Spiel wegen einem verhauenen Tag nicht gleich ganz aufgeben muss.

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Die Zeitlimite hat positive und negative Seiten. Einerseits motiviert sie, andererseits würde man sich in verschiedenen Welten gerne etwas mehr Zeit nehmen um alles zu erforschen.

Im Gegensatz zu anderen RTS-Spielen beschränkt sich Pikmin nämlich nicht auf die Kämpfe, sondern bietet auch verschiedene Puzzles, die man durch geschickte Kombination und Verwendung der Pikmin lösen muss. Wenn einem die korrekte Lösung da nicht schnell genug einfällt kann es schon sein, dass man einen Tag verliert. Bei der Gamecube-Version war das ein ziemliches Problem; beim Wii-Remake stört es dank der Möglichkeit, Tage zu wiederholen, nicht mehr gross.

Fazit

Pikmin hat während den letzten Jahren nichts an seiner Charme verloren. Das Spiel gehört nach wie vor zu den besten und witzigsten Konsolen-Strategiespielen. Wer die Gamecube-Version verpasst hat, sollte sich die Wii-Version - auch dank dem tiefen Preis - definitiv ansehen; neues gibt es hier allerdings nichts, wer die Gamecube-Version also bereits kennt kann bei dieser Version getrost passen.

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Schade, dass Nintendo den auf dem Gamecube veröffentlichen Nachfolger von Pikmin als eigenständigen Wii-Port rausbringen will; weshalb nicht beide Spiele kombinieren und als Multipack auf die Wii bringen? Pikmin 2 bietet nämlich einen Multiplayer-Modus, der sowohl dem Original als auch der Wii-Version fehlt.


judgementbox
Pikmin
Positiv

Eines der besten Konsolen-Strategiespiele, nach wie vor motivierendes Gameplay, Spiel ist perfekter Wii-Steuerungs-Kandidat, Tage können wiederholt werden, allgemein ein witziges Game

Negativ

Kein Multiplayer-Modus, im Vergleich zur Gamecube-Version wenig Änderungen

Alleine spielen: Sehr gut!
Mit Freunden auf dem Sofa spielen: Gibt's nicht.
Mit Freunden im Internet spielen: Gibt's nicht.
Du kannst LKM, den Autor dieses Beitrags, über seine Kontakt-Seite erreichen.


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