SHAUN WHITE SKATEBOARDING
Testbericht | PS3 | Wii | Xbox 360

Shaun White Skateboarding

vor 6 Jahren von LKM

Shaun White Skateboarding verbindet Elemente aus Tony Hawk's und Skate zu einem interessanten neuen Spiel, kommt aber nicht an die Qualität seiner Vorbilder heran.

Das Skateboarding-Genre wird von zwei Spielen dominiert. Wer Realismus sucht spielt Skate. Das geniale Steuersystem des Spiels erlaubt genaue Kontrolle, dafür ist der Einstieg in das Spiel nicht einfach. Wer eher auf extreme Kicker und unendliche Grinds steht, bei dem liegt wohl Tony Hawk's Pro Skater im Spiele-Schrank. Die Steuerung ist einfacher und die Tricks sind unmöglicher als in Skate.

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Shaun White Skateboarding steht steuertechnisch zwischen diesen beiden Spielen. Sowohl das einfache Steuersystem aus den Tony Hawk-Games (drück X für den Ollie) als auch eine vereinfachte Version der Skate-Steuerung (bewege den rechten Analog-Stick für Ollies) wurden übernommen. Beim Spielen ist das zunächst verwirrend. Was genau will das Spiel von mir? Soll ich einfach per X-Knopf durch die Gegend hüpfen, oder doch das schwierigere Analog-System lernen? Ganz klar wurde mir das während dem Spielen nie.

Story

Normalerweise geht es bei Skateboarding-Spielen darum, dass man an irgend einem Contest teilnehmen möchte, und das ist dann auch schon das Ende der Geschichte. Nicht so bei Shaun White. Ne, die Jungs von Ubisoft haben sich etwas mehr Mühe gegeben und eine richtige Videogame-Story erfunden. In der Welt von Shaun White Skateboarding hat eine Regierung die Macht übernommen, die stark an den genialen dystopischen Film Equilibrium erinnert. "Die Ministry" hat Farben und Gefühle verboten. Daran wird man dauernd in witzigen Postern erinnert, die während den eher längeren Ladezeiten gezeigt werden. Die letzte Hoffnung ist Shaun White, der anscheinend ein magisches Skateboard hat, mit dem er die graue Welt des Spieles wieder in farbige Fröhlichkeit verwandeln kann. Noch besser, er kann die Gehirnwäsche der Passanten umkehren und sie von hirnlosen Regierungszombies zurück in normale Menschen verwandeln.

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Das Problem: Shaun wurde soeben von der Ministry festgenommen und interniert. Dabei gibt er sein Skateboard einem Angestellten der Ministry — das bist du. Deine Aufgabe ist es nun, gegen die Ministry zu kämpfen und Shaun zu befreien, indem du Skateboard-Tricks machst (die jeweils zu einer Farben-Explosion in der unmittelbaren Nähe des Tricks führen). So befreist du nach und nach mehr Skateboarder, die dir bei deiner Aufgabe helfen. Irgendwann wirst du Teil einer Untergrundbewegung, welche gegen die Ministry kämpft.

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Diese Story ist natürlich einiges interessanter als das, was man in einem normalen Skateboarding-Game so vorgesetzt bekommt. Sie hat ausserdem den Vorteil, dass sie als Setup für filmreife Szenen verwendet werden kann. So wird man in einer Szene von einem Ministry-Helikopter verfolgt, während man über die Hochhausdächer einer Grossstadt fetzt. So etwas gibt es in keinem anderen Skateboard-Spiel.

Gameplay

Bei einem Skateboard-Spiel ist das Leveldesign besonders wichtig. Ist es möglich, lange Trick-Kombinationen zu fahren, die unterschiedliche Tricks beinhalten? Sind die Levels abwechslungsreich und fliessend gestaltet? Shaun White kann hier überzeugen, das Leveldesign ist gut gelungen. Die Städte sind voll mit Trick-Möglichkeiten, und Rails, Rampen, Halfpipes, Kicks und andere Elemente sind schön verteilt, so dass man lange, abwechslungsreiche Trick-Kombinationen fahren kann.

Was das Gameplay von Shaun White von anderen Skateboarding-Games unterscheidet sind die dynamischen Rails. Etwa zur Hälfte des Spiels bekommt man die Fähigkeit, gewisse Rails zu "steuern". Man beginnt den Grind auf dem Rail, und dann steuert man mit dem linken Pad wohin die Reise gehen soll. Das macht echt Spass und erlaubt es, höhere Bereiche der Levels einfacher zu erreichen.

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Das Skateboarding selber ist in diesem Spiel sehr nachsichtig: Es ist kaum möglich, vom Skateboard zu fallen (schlechte Landungen werden aber durchaus registriert), und falls es doch einmal passiert explodiert der Skater in ein paar farbige Bälle. Blutige Bails wie in anderen Games gibt es hier also keine zu sehen.

Grafik

Die Grafik ist nicht sehr detailliert. Trotzdem ist die Framerate teilweise merkbar am zuckeln. Wirklich cool sieht der Farb-Effekt aus, der die graue Welt in eine farbige Welt verwandelt. Da er aber nach jedem kleinsten Trick sichtbar ist (sogar wenn die Welt schon völlig farbig ist) verliert er nach ein paar Stunden jeglichen Reiz.

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Vor allem die Charaktere im Spiel sehen seltsam aus. Shaun White selbst beispielsweise erinnert eher an eine gruselige Zombie-Schaufensterpuppe als an den rothaarigen Extremsportler.

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Musik

Während der ersten halben Stunde des Spiels wird man mit grausamer trister Musik gequält, die wohl die graue Langweiligkeit der Ministry-Realität unterstreichen sollte. Mich hat das einfach nur genervt, und ich hätte einzig aus diesem Grund beinahe aufgegeben. Glücklicherweise dauert es nicht lang bis man diesen Abschnitt des Spiels hinter sich hat; danach wird man für seinen Durchhaltewillen mit einer guten Musik-Auswahl von tollen Bands belohnt.

Multiplayer

Das Spiel hat ein paar Multiplayer-Modi, die aber nicht wirklich extrem überzeugend sind. Sofa-Gaming macht zu zweit natürlich trotzdem Spass.

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Fazit

Wer unbedingt ein neues Skateboarding-Spiel braucht und von Tony und Skate genug hat, dem sei Shaun White empfohlen. Auch Gamer die traditionelle Skateboarding-Games nicht so cool finden könnten an Shaun White Gefallen finden, weil es sehr zugänglich ist und das Skateboarding-Gameplay in eine eher traditionelle Videogame-Story verpackt. Alle anderen werden an den qualitativ besseren Vorbildern dieses Spiels mehr Gefallen finden.

Wir bedanken uns bei Ubisoft für die freundliche Bereitstellung einer Vollversion zu Testzwecken. Getestet haben wir die PS3-Version.


judgementbox
Shaun White Skateboarding
Positiv

Gutes Leveldesign, Gute Musik, lustige Poster während Ladezeiten

Negativ

Lange Ladezeiten, schizophrenes Steuersystem welches sich nicht zwischen Tony Hawk und Skate entscheiden kann, grässliche Musik zu Beginn des Spiels, eher mässige Grafik

Alleine spielen: Nur für Fans.
Mit Freunden auf dem Sofa spielen: Sehr gut!
Mit Freunden im Internet spielen: Nur für Fans.
Du kannst LKM, den Autor dieses Beitrags, über seine Kontakt-Seite erreichen.


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