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PS4 und Xbox One: Lohnt sich ein Kauf?

vor 3 Jahren von LKM, Aktualisiert: vor 3 Jahren

Ende Monat kommt die PS4 in der Schweiz in die Läden. Die Xbox One wird in der Schweiz offiziell zwar erst nächstes Jahr gelauncht, wer bereits eine haben möchte, bekommt aber bereits jetzt eine beim freundlichen Importeur im Internet. Langsam geht's auf Weihanchten zu, und damit stellt sich die Frage: PS4 oder Xbox One kaufen, oder besser noch etwas warten? Wir zeigen Pro und Kontra auf.

Kontra: Konsolen sind nie teurer als beim Launch

Die ersten Monate im Leben einer neuen Konsole sind hektisch: die Nachfrage ist viel grösser als das Angebot, jede produzierte Konsole geht direkt aus Fabrik in die Hand eines Käufers. Die grosse Nachfrage führt dazu, dass Konsolen-Hersteller gerne den Preis etwas höher halten, als er eigentlich sein soll. Folge: wer eine neue Konsole in den ersten Monaten kauft, bezahlt den höchsten Preis, den die Konsole je kosten wird.

Wer ein Jahr (oder — je nach Anbieter — nur schon ein paar Monate) warten mag, spart schnell einen Hunderter.

Pro: Weihnachten ist erst in einem Jahr wieder

Andererseits: wer will schon ein Jahr lange warten? Und wenn man in der luxuriösen Lage ist, dass man die Konsole gar nicht selber bezahlen muss (beispielsweise weil der Weihnachtsmann das Gerät vorbeibringt), dann muss man sich über den Preis auch keine Sorgen machen.

Kontra: Konsolen sind (normalerweise) nie mieser als beim Launch

Launch-Konsolen sind traditionell nicht unbedingt die verlässlichsten Geräte. Oft haben sie mit Hardware-Problemen zu kämpfen. Die Geräte überhitzen, die Laufwerke zerkratzen die Spiele-Disks, die eingebauten Harddisks sind zu klein...

Dazu kommt, dass Chips immer besser werden. Das bedeutet bei Konsolen vor allem, dass sie mit der Zeit kleiner und damit weniger heiss werden. Das wiederum führt dazu, dass die Konsolen mit der Zeit leiser werden, weil die Lüfter weniger schnell laufen müssen.

Und dann ist da die Software. Aktuell ist das System der PS4 und der Xbox One noch unfertig. Viele Features fehlen. Sony und Microsoft werden die zwar mit Updates nachrüsten, aber wer jetzt eine Konsole kauft, der muss die nächsten Monate damit leben, dass nicht alles so funktioniert, wie es sollte.

Pro: Manchmal stimmt das aber nicht, und Konsolen werden tatsächlich mieser

Wer sich eine Xbox 360 zum Launch gekauft hat, der hatte Pech. Die Chance war gross, dass sich die Konsole früher oder später mit einem roten Ring verabschiedete, und Fertig war mit Spielen.

Ganz anders sah es aber bei der PS3 aus: die Launch-PS3 konnte PS2-Spiele spielen. Wer sich später eine Konsole gezogen hat, musste ohne dieses Feature auskommen. Hier waren diejenigen die Gewinner, die sich eine der ersten PS3s gekauft haben.

Pro: Neue Konsolen sind cool

Es passiert nicht oft, dass eine neue Konsolen-Generation eingeläutet wird. Die nächste PlayStation und die nächste Xbox wird's wohl erst in acht Jahren wieder geben. Beim Launch dabei zu sein ist halt nach wie vor etwas cooles, einzigartiges.

Kontra: Keine Rückwärtskompatibilität

Wer immer noch PS3 oder Xbox 360-Spiele spielen möchte, kann diese Konsolen nicht durch ihre Nachfolger ersetzen. Spiele für die alten Systeme laufen nämlich nicht auf den neuen Kisten. Wer sich bereits jetzt neue Konsolen kauft, muss also Platz machen unter dem TV. Solange noch gute Spiele für die alten Konsolen erscheinen, können sie noch nicht im Keller verräumt werden.

Kontra: Das Spiele-Angebot ist miserabel

Seien wir ehrlich: es lohnt sich für Sony und Microsoft nicht, die grossen Spiele gleich zu Beginn zu bringen. Die Konsolen verkaufen sich mit oder ohne Halo und Uncharted, und die Wii U wurde durch das gute Launch-Lineup auch nicht gerettet. Deshalb ist das aktuelle Angebot für beide Konsolen noch ziemlich lächerlich.

Auf der Xbox gibt's Ryse, Forza und Dead Rising 3, die PS4 kommt mit einem neuen Killzone. Daneben gibt's Need for Speed: Rivals und Battlefield 4 für beide Konsolen. Und das sind dann auch schon mehr oder weniger alle bemerkenswerten Titel.

Kontra: aktuelle PCs haben mehr Games und bessere Grafik

Wer ab und zu auf dem PC spielt und einen einigermassen aktuellen Gaming-PC hat, der sieht schon jetzt bessere Grafik als Besitzer von PS4 oder Xbox One. Eurogamer vergleicht die Plattformen und kommt zum Schluss:

Sowohl PS4 als auch Xbox One zeigen einen grossen Fortschritt um Vergleich zur acht Jahre alten aktuellen Konsolen-Generation, aber aktuell können beide nicht mit PCs mithalten, die Spiele auf den höchsten Grafik-Settings spielen können.

Damit sind wir zurück bei den Games: wer eine PS4 oder Xbox One kaufen will, sollte dies wegen den Games tun, nicht wegen der Grafik. Und die Games fehlen aktuell.

Pro: Wer keine hat, kann nicht mitreden und nicht mitmachen

Und damit kommen wir zum letzten, vielleicht wichtigsten Punkt: eigentlich lohnt sich der Kauf der beiden Konsolen noch nicht. Aber wer keine hat, kann auch nicht mitreden. Und wenn alle Kollegen plötzlich online nur noch Killzone spielen, muss man halt auch Killzone spielen, wenn man dabei sein möchte.

Fazit

Wer noch ein bisschen wartet, bekommt eine billigere, bessere Konsole mit mehr und mit besseren Spielen. Der schlechteste Zeitpunkt, um eine neue Konsole zu kaufen, sind immer die ersten Monate nach deren Launch. Andererseits: wer wartet, hat jetzt keine PS4 und Keine Xbox One, und kann die Spiele nicht spielen, die nur auf diesen Konsolen erhältlich sind. Somit ist die Entscheidung schlussendlich eine individuelle, und jeder muss Vor- und Nachteile selber abwägen.

Zum Schluss nur noch ein kleiner Punkt: es muss nicht unbedingt eine PS4 oder Xbox One sein, wenigstens nicht gleich jetzt. Die Ouya kostet gerade mal 99$, und bietet unterdessen über 500 Games. Wer bereits einen PC mit Nvidia-Grafikkarte hat, sollte sich statt einer Next-Gen-Konsole aktuell vielleicht den Kauf einer Shield überlegen, und so die PC-Games auch auf dem Sofa zocken.

Oder wie wär's mit 3DS oder Vita? Und die Wii U gibt's ja auch noch. Unterdessen bekommt man die für 300 Franken, und das Spiele-Angebot ist mittlerweilen ganz ansehlich: Rayman Legends ist auf der Wii U am besten, The Wind Waker gibt's in einer HD-Version, und bald kommt das fantastische Super Mario 3D World.

Wer mit dem Kauf von PS4 und Xbox One noch ein paar Monate wartet, muss diese Zeit also nicht in abgrundtiefer Langweile verbringen.


Du kannst LKM, den Autor dieses Beitrags, über seine Kontakt-Seite erreichen.

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# vor 3 Jahren
Gemessen an der bekanntlich eher knappen Lieferzahl für beide Newcomer und wenn man die Kinderkrankheiten in die Waagschale wirft, ist ein Kauf momentan sicherlich nicht Pflicht.

Was aber festgehalten werden muss, ist das sehr beeindruckende Start-Lineup für Microsofts und Sonys Neue. Call Of Duty Ghosts, Assassin's Creed 4, Battlefield 4, NFS, FIFA, NBA 2K und NBA — um nur ein paar zu nennen — das kann sich schon sehen lassen. Dazu mehr oder weniger gut gelungene 1st Party Games wie Forza, RYSE oder Killzone. Diese sind um Längen besser als die Startaufstellung der letzten Generation, das ist gar kein Vergleich. Dazu kommen bis Ende März Kaliber wie Watch Dogs, inFamous und das visuell vielversprechende Drive Club.

Ich bin insbesondere auf das Angebot an exklusiven Download-Games gespannt. Darunter sticht für mich ganz klar RIME für PS4 heraus, welches ich bereits an der Gamescom 2013 also ganz grossen Anwärter auf viele Stunden Edelzocken identifiziert habe, wenn das Spiel den Schmiss hinkriegt, den es verspricht.

Was die technische Leistungsfähigkeit angeht, gilt es zu beachten, dass die Konsolengames der Vergangenheit zum Launch jeweils katastrophal ausgesehen haben. Wenn ich mir heute Vergleichsvideos zwischen Battlefield 4 auf High End PC und PS4 angucke, sehe ich keinen Unterschied. Bloss dass die eine Maschine 2000 Franken kostet, während die PS4 mit rund fünfmal weniger auskommt. Dieser Vergleich hinkt daher für mich massiv.

Diesbezüglich bin ich gespannt auf Naughty Dog und Ready At Dawn, oder auch Bungie. Daraus sticht für mich The Order heraus, von dessen Präsentation an der GC 2013 ich sehr beeindruckt war, insbesondere was die filigrane Physikengine angeht. Da darf man sich drauf freuen.

Dieser Kommentar wurde nach seiner Veröffentlichung vom Autor nochmals geändert.

DNDN
 
 


10922
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# vor 3 Jahren
Es stimmt, das Launch-Lineup von Sony-Konsolen war historisch gesehen immer eher auf der dünnen Seite. Die PS4 steht hier im Vergleich zur PS3 oder zu anderen PlayStations nicht schlecht da. Für sich alleine betrachtet bleibt das Fazit aber trotzdem: abgesehen von den Cross-Plattform-Titeln ist Killzone (und vielleicht Resogun) aktuell das einzige gute Kaufsargument für die PS4.

Das Argument, dass Konsolen-Spiele in der Vergangenheit zum Launch immer etwas mies ausgesehen haben, kann ich aber nicht ganz akzeptieren. Historisch sahen Konsolen-Spiele deutlich besser aus als kontemporäre PC-Games. Man erinnere sich an Sonic auf dem Megadrive, Super Mario World auf dem SNES, oder Soul Calibur auf der Dreamcast. Das gilt (wenn auch weniger klar) auch für die letzte Generation: Kameo oder PGR3 auf der Xbox 360 sahen nicht so gut aus wie aktuelle Xbox 360-Games, aber sie sahen definitiv sehr gut aus für ihre Zeit.

Aber selbst wenn's so wäre: dass das auch bei anderen Konsolen ein Problem war, macht's bei der Xbox One und PS4 nicht besser.

Dazu kommt, dass ich bei dieser Generation nicht die selben krassen Grafik-Fortschritte erwarte, wie sie z.B. bei der PS2 oder PS3 erreicht wurden. Bei diesen Konsolen mussten Programmierer viel über die Hardware lernen, um alles aus ihr rauszuholen. Das ist bei dieser Generation nicht der Fall. Hier wurde normale PC-Hardware verbaut, und Programmierer wissen bereits, wie man diese ausnützt.
LKMLKM
 
 


10252
4 6 10
# vor 3 Jahren
T.a. Technologie: Das sehe ich ein wenig anders. Natürlich ist die Technologie übliche Ware, aber der Punkt ist ja gerade die Geradlinigkeit der Systeme, und bei exklusiven Titeln: Die Konzentration der Kräfte.

Die 360 war ja auch nichts anderes als ein PowerMac G5 mit drei Prozis. Wenn ein Team genau weiss, welche Architektur mit welchem Ram und mit welcher Grafik-Ausstattung und welcher maximalen Auflösung im System steckt, ist ein ausmaxen der Power viel eher möglich, als wenn mit Dutzenden von Parametern auf Aberdutzende von unterschiedlichen Systemkonfigurationen Rücksicht genommen werden muss, auch wenn es sich um PCs in aller Couleur handelt. Sprich: Das Team kann sich auf grafische Gimmicks und Render-Tech konzentrieren, um das Spiel hübsch zu machen, statt mit vielen unterschiedlichen Grafikkarten einigermassen performant hinzukriegen.

Ich bin jedenfalls insbesondere auf 1st Party Games gespannt wie das neue Uncharted oder das nächste Halo (5). Ich denke da werden wir noch einige hübsche Screens zu betrachten kriegen — sowohl auf PS4 wie auf der One — Games mit einer Anmutung, welche für sich stehen, und ohne Nebenentwicklung für PCs auskommen. Das dürfte ziemlich hübsch werden.
DNDN
 
 


10922
5 7 12
# vor 3 Jahren
Ja, die Architektur der Xbox 360 war auch schon stark an PC angelehnt (mit ein paar kleinen Unterschieden). Eine Folge davon war, dass die 360-Spiele der ersten Jahre und die aktuellen 360-Spiele viel ähnlicher aussehen als das bei anderen Konsolen der Fall war — man vergleiche beispielsweise Ridge Racer V (einer der ersten PS2-Titel, der durchaus nicht hässlich war) und God of War II (einer der letzten PS2-Titel).

Und ja, wenn man genau weiss, wie viel Grafikmemory ein System hat, und wie viele Shaders, und wie viele CPU-Cores, dann kann man die Spiele besser dafür optimieren. Aus einer Konsole holen Entwickler daher immer mehr raus als aus einem vergleichbar schnellen PC. Aber das hat seine Grenzen, und der Effekt ist hier wesentlich kleiner als bei anderen Konsolen, die spezielle Grafik-Chips hatten, die es in keinem anderen Gerät gab.

Wie das alles am Ende rauskommt wird sich zeigen. Aber ich denke, es ist sehr wahrscheinlich, dass sich diese Konsolengeneration nicht primär durch ihre unglaubliche Grafik auszeichnen wird. Und nur damit das auch noch gesagt ist: das ist nicht unbedingt schlecht. Die Wii hat sich auch nicht durch ihre unglaubliche Grafik ausgezeichnet, und trotzdem gut verkauft.
LKMLKM
 
 


10252
4 6 10
# vor 3 Jahren
Ende: Das sehe ich auch so. Den Unterschied macht schlussendlich das Gesamterlebnis. Aber eine hübsche Präsentation ist ja auch nicht hinderlich für den Spielspass ;-)

Dieser Kommentar wurde nach seiner Veröffentlichung vom Autor nochmals geändert.

DNDN
 
 


10922
5 7 12
# vor 3 Jahren
Bei mir ist vorallem wichtig die Zahlungsmethode die beide anbieten. Mitgliedschaftskosten sind bei der xbox genau gleich geblieben und sie akzeptieren nach wie vor die yunacard. Bei der PS4 kommt mir vor sind sie etwas in die Höhe gegangen mit ihre Preise? Kann das sein?
staremedownstaremedown
 
 


500
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# vor 3 Jahren
Kann ich verstehen, was istn das für eine Karte? Sollte man das kennen?
Und ja, es wird immer etwas angezogen, das stimmt sicher, aber letztlich bekommt man sobald die neuen Konsolen rauskommen die alten dafür günstiger, da lohnt halt das Aushaltevermögen, auch wenns mich reizen würde, die ps4 zu haben!
whatitsayswhatitsays
 
 


500
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# vor 3 Jahren
na ja eigentlich schon. heisst yunacard und die ist in Verbindung mit Mastercard - sprich überall wo man die MC verwenden kann, kann man die yuna auch verwenden!
da hast du auf jeden Falls recht... abba wenn man sich auf diese Neuen Spiele freut dann gehts halt leider auch nur die neu Konsole!
staremedownstaremedown
 
 


500
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8 Kommentare
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