CAPTAIN AMERICA: SUPER SOLDIER
Testbericht | DS | PS3 | Wii | Xbox 360

Captain America: Super Soldier

vor 6 Jahren von DN, Aktualisiert: vor 5 Jahren

SEGA's Versuch, Thor auf unseren Bildschirmen angemessen auftreten zu lassen, misslang leider in vielen Belangen. Und das, obwohl Thor eigentlich alles Nötige mitbringt in Sachen Setting und Charme für ein gelungenes Game. Nun tritt Cap in die Fussstapfen des Donnergottes. Schafft er den Turnaround?


Nazischergen en masse

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Captain America wurde nicht wie die meisten anderen Superhelden durch Mutation, Zufall oder einen Unfall zu einem Übermensch, sondern durch ein Experiment namens «Rebirth» im Labor.

In einem Paralleluniversum, welches die Zeit um den zweiten Weltkrieg als Hintergrund entlehnt, meldete sich Steve Rogers freiwillig für ein Experiment. Er soll als Superwaffe, als sogenannter «Super Soldier» (aka. «Ubersoldat», wie aus Return To Castle Wolfenstein vertraut, bloss für die Guten statt für die Nazis) den Krieg zugunsten der Allierten entscheiden. Nach einem Sabotageakt am Projekt durch einen Naziagenten steht Cap als einziges erfolgreiches Produkt des Prozederes da. Entsprechend hoch sind die Erwartungen, wie auch an das Spiel, und entsprechend schwierig gestaltet sich in beiden Belangen, diesen gerecht zu werden. Die Ein-Mann-Armee bringt denn auch leider nicht allzu viele Aspekte im Spiel auf den Punkt, mit Ausnahme des Kampfes.

Was den Verlauf der Story angeht: Cap kämpft sich durch Bayrische Schlösser, schwingt sich hoch hinauf in Burgruinen und die Handlung ist dabei gerade ausreichend interessant genug für einen Durchlauf. Haufenweise aufgepimpte Nazi-Schergen warten darauf, verdrescht zu werden, abgelöst von einigen Boss- und Minibossfights. Alles wie gehabt, nichts neu erfunden.

Actiongeladene Getümmel

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Die Kämpfe in CA-SS sind flüssig umgesetzt und machen wirklich Spass. Das Herumschleudern des Schildes und die damit verbundene Erledigung von mehreren Gegnern wird nie langweilig. Auch im Nahkampf macht Cap eine tolle Figur und bewegt sich wie ein Wiesel mit Überschlägen, harten Tritten, schnellen Fauskombos und einem aufladbaren Power-Meter durch die Gegnerreihen.

Zusätzliche Fertigkeiten können, wie in ähnlich gelagerten God Of War-Games üblich, mit der Zeit freigeschaltet werden.

Aufgelockert wird das Gameplay mit ansprechenden Minigames, beispielsweise wie dem Kurzschliessen von Maschinen via Annähern von zwei Kabelenden, ohne dass sie sich ganz berühren dürfen.

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Die Steuerung von Cap gestaltet sich abseits der Kämpfe leider etwas umständlich. Die Controls wirken streckenweise klobig und eher ungenau. Glücklicherweise führt dies nicht wie in Thor zu nahezu unbewältigbaren Passagen, das Spiel ist nicht allzu schwer zu meistern. Ausser natürlich man möchte sich die unmenschlich schweren hohen Schwierigkeitsgrad antun.

Multiplayer gibt es nicht, also entsprechend viel Interesse an Captain America an sich setzt das Spiel voraus, um einen Kauf zu rechtfertigen.

Cap klingt gut, hat aber auch schon besser ausgesehen

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Die Präsentation des Spiels genügt den Erwartungen nicht. Neben der teilweise wirklich stottrigen Framerate gibt es auch Probleme mit dem Hin- und Herschalten zwischen Gameplay und Zwischensequenzen.

Soundmässig vermag das Spiel auf der anderen Seite dafür zu überzeugen. Der Soundtrack ist angenehm orchestral, und die (zumindest die englische) Sprachausgabe ist ganz okay. Die Texte sind zwar nicht besonders begeisternd, hier dürften die Hoffnungen der Fangemeinde allerdings auch nicht gerade in den Himmel schiessen.

Fazit

Captain America - Super Soldier ist besser gelungen als Thor, aber für heutige Ansprüche nicht genügend. Zuviele Aspekte des Spiels wirken unausgereift und halbfertig.

Die Kämpfe machen einen Kauf ansatzweise denkbar. Wer also in erster Linie coole Brawler-Action sucht, Cap mag und auf eine einigermassen tiefsinnige Story verzichten kann — und über die Grafikmängel hinwegsehen kann — darf hier ruhig zugreifen.

Für alle anderen: Hoffen wir dass bald wieder eine toll umgesetzte und auch technisch hochstehende Superhelden-Gameumsetzung das Licht der Welt erblickt. Gerade Cap hätte eine bombastische Inszenierung à la Kratos und Konsorten verdient und hätte grosses Potential.

Wir bedanken uns bei SEGA für die freundliche Bereitstellung einer Vollversion zu Testzwecken. Getestet haben wir die Version für Xbox 360.


judgementbox
Captain America: Super Soldier
Positiv

Flotte Kämpfe, schön animierte Kombos, gut umgesetztes Upgrade-System, spassige Schild-Herumschleuder-Moves

Negativ

Flache Handlung, mangelhafte Technik, Framerate selbst für diese mittelmässige Qualität der Grafik ungenügend, wenig wirklich eigene Spielelemente

Alleine spielen: Nur für Fans.
Mit Freunden auf dem Sofa spielen: Gibt's nicht.
Mit Freunden im Internet spielen: Gibt's nicht.
Du kannst DN, den Autor dieses Beitrags, über seine Kontakt-Seite erreichen.


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Captain America: Super Soldier
Erhältlich für PlayStation 3, Xbox 360
Von Sega (Developer, Publisher)