ALIEN: ISOLATION
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ALIEN: Isolation gold_medium

vor 2 Jahren von shinobi, Aktualisiert: vor 2 Jahren

Die meisten Video-Game Adaptionen der Alien Franchise waren in der Regel wie das Alien selber: zum schreien und davonlaufen. Aus irgendeinem Grund ist es den Entwicklern nie wirklich gelungen, ein Alien-Game zu programmieren, welches dem Kult-Status der Saga und dem Wesen der Kreatur gerecht wurde.

Kommt mit ALIEN: Isolation von The Creative Assembly die grosse Erlösung?

Kult


Das oskargekrönte Meisterwerk ALIEN von Ridley Scott aus dem Jahre 1979, gilt unter Sci-Fi-, Horror und Monsterfans heute noch als der Kult Klassiker: Hollywoods erste Action-Heldin Lt. Ellen Ripley [Sigourney Weaver] und ihre Crew der Weyland Yutani Corporation, werden auf dem Raumfrachter Nostromo von einer Kreatur heimgesucht die sich durch einen raffinierten Fortpflanzungsmechanismus während eines Aufenthaltes auf dem Planeten LV-426 an Bord geschmuggelt hat...

Diese Kreatur, Das Alien oder der Xenomorph wurde vom kürzlich verstorbenen schweizer Surrealisten H.R. Giger erschaffen, der 1978 von Ridley Scott angeheuert wurde das Filmdesign für die extraterrestrischen Elemente und den Xenomorph zu kreieren und damit 1980 einen Oskar für beste Visual Effects abräumte.

Das Universum um dieses fremde Wesen, hat auch 35 Jahre später seine Faszination nicht verloren, und ich freue mich das soeben erschienene Survival Horror Game ALIEN: Isolation aus dem Hause SEGA etwas genauer unter die Lupe nehmen zu dürfen.

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Der Spieler schlüpft in die Rolle von Amanda Ripley auf der Suche nach ihrer Mutter Lt. Ellen Ripley, der Hauptdarstellerin des Original Films. 

Das Spiel bietet zudem die Möglichkeit einzelne Sequenzen mit den Original Charakteren der Nostromo Crew zu spielen.

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Isolation



Amanda Ripley bricht nachdem sie neue Hinweise zu ihrer seit 15 jahren verschollenen Mutter Ellen erhalten hat, mit einer fünfköpfigen Crew zur Raumstation Sevastopol auf, die sich im Orbit des Gasgiganten KG-348 befindet.


Beim Andocken geht leider etwas schief, und Amanda wird vom Rest der Crew getrennt, es gelingt ihr aber trotzdem an Bord der Raumstation zu gelangen. Auf Sevastopol herrscht jedoch nichts ausser Chaos und Anarchie; die meisten Bewohner sind geflüchtet und ausser finsterern Arbeits Androiden und kleineren Gruppen von Paranoiden Plünderern befindet sich niemand mehr an Bord. Oder etwa doch? Ein schwarzes, unheimliches Etwas scheint durch die Lüftungsschächte zu schleichen...

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Überleben



Der Feind lauert überall. Jederzeit. Konfrontationen, ob mit dem Xenomorph, Plünderern, oder Androiden enden für Amanda meistens tödlich. Das eher spartanisch und ineffiziente Waffenarsenal zwingt den Spieler zu nervenstrapazierenden Stealth Taktiken und Ablenkungsmanövern, und man wird von einem ständigen Gefühl der Unsicherheit begleitet. Zum Glück kriegt man einen nostalgisch piepsenden Motion-Tracker und kann sich unter Tischen und in Schränken vorübergehend verstecken. Wer in Skyrim brav schleichen gelevelt hat ist mit Sicherheit im Vorteil. Da die Speicherpunkte ein schönes Stückchen auseinanderliegen und es als kleines Retro-Feature weder Checkpoints noch Auto Save Funktion gibt nimmt man sich für die einzelnen Passagen besser Zeit. Es kann zudem vorkommen während des Speichervorgangs vom Xenomorph überrascht und getötet zu werden um gleich nochmal den ganzen Abschnitt zu spielen, was in späteren Levels aufgrund des Backtrackings ein bisschen zu nerven beginnt. Eine Map zur Orientierung sowie das Waffen & Tools Inventar können via Taste aufgerufen werden. Zusätzlich gibt es ein Crafting Menü um Medi Kits, Rauchbomben, und EMP-Granaten zu basteln um damit das Alien kurzzeitig zu verscheuchen.
 


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Erinnerungen an die Zukunft


Das retro-futuristische Design von Sevastopol verleiht dem Spiel eine einzigartige Atmosphäre und ist stark im Stil der Nostromo gehalten. Vorsintflutliche Gegensprechanlagen mit Kabel-Telefonhörern, Bandmaschinen und Monochrom-Monitore wie man sie heute vermutlich aktiv nur noch in einer nordkoreanischen Raketenbasis finden wird. Durch die riesigen Panoramafenster der Kontrollbrücken kann man den Gasgiganten, Teile der Raumstation und den Sternenhimmel sehen. Enge beigefarbene Korridore führen in noch engere Quartier-Räume und Kontrollposten deren Schränke und Tische dem Spieler in erster Linie dazu dienen um zu versuchen sich vor einer unliebsamen Begegnung zu verstecken. Plakate und Magazine zeugen von besseren Zeiten zu denen Sevastopol noch bewohnt war...

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Der Xenomorph

Die Begegnung mit H.R. Giger’s Schöpfung nimmt durch die ausgeklügelte AI völlig neue Dimensionen an. Anstatt eine dumme wildgewordene Horde Aliens über den Haufen zu ballern wie in James Cameron's Verfilmung, und an der sich ziemlich alle bisherigen Alien Spieltitel orientierten, kriegt man es diesmal endlich mit nur einer einzigen Drone zu tun wie im Originalfilm von Ridley Scott. Und dieses Vieh ist gerissen... es scheint den Spieler überallhin durch die Lüftungsschächte zu verfolgen nur auf den richtigen Moment wartend, Amanda innert Sekunden zu töten. Dieser Xenomorph ist eine eiskalte, hochintelligente, unberechenbare und unbesiegbare Killermaschine, der die feinsten Bewegungen und leisesten Geräusche registriert und sich dem Spielverhalten anpasst. Man hört ihn zischen, knurren, und durch die dunklen Schächte poltern...



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Lauschangriff

Alien Isolation lässt den Spieler in eine Klangkulisse der besonderen Art eintauchen. Man kriegt klassiche Weltraumromantik komponiert aus unveröffentlichtem Material von Jerry Goldsmith’s Original Soundtrack aus dem Jahre 1979, gepaart mit düster brachialem Industrial Sound-Design und Ambient Elementen. Der Musikalische Spannungsaufbau ist ziemlich fies in das Spielgeschehen integriert, und kann in manchen Situationen zu leichter Panik führen...

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Fazit:

ALIEN: Isolation ist ein gelungenes und solides Survival Horror Game welches vom Spielprinzip her mehr Wert auf subtile Spannung als auf Action legt. Auf Stealth Gameplay zu setzen und den Spieler endlich mit einem etwas intelligenteren Xenomorph zu konfrontieren bieten eine interessante Abwechsung zu endlosem Geballer.

Vielleicht noch nicht das ganz perfekte Alien Spiel welches sich soviele gewünscht haben, da sich der letzte Drittel des Spiels ziemlich in die Länge zieht, aber mit Sicherheit eine grosse Bereicherung für die Franchise mit Anlehnung an den Original Film.

Hansruedi Giger hätte an diesem Alien bestimmt seine Freude gehabt...

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Kaufen, Spielen und sich zu Tode erschrecken.


judgementbox
Diverse
gold_medium
Positiv
  • Hoher Spannungsfaktor
  • Authentische Orientierung an Story und Design am Original Alien Film
  • Xenomorph mit ausgeklügelter AI
  • Cooler Soundtrack und Wahnsinns Soundeffekte
  • Interessante Hauptprotagonistin
  • Verschiedene Spielmodi
Negativ
  • Unfaires Combat System
  • In späteren Levels werden die Spielmechanismen etwas repetitiv
  • Nerviges Backtracking
  • Wenig Interaktion mit dem Inventar
  • Fade Nebencharaktere
Alleine spielen: Sehr gut!
Mit Freunden auf dem Sofa spielen: Gibt's nicht.
Mit Freunden im Internet spielen: Gibt's nicht.
Du kannst shinobi, den Autor dieses Beitrags, über seine Kontakt-Seite erreichen.


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