SUNSET OVERDRIVE
Testbericht | Xbox One

Sunset Overdrive

vor 2 Jahren von LKM, Aktualisiert: vor 2 Jahren

Verkaufsargumente für die beiden neuen Konsolen von Sony und Microsoft sind aktuell noch spärlich gesät. Weshalb braucht man eine Xbox One? Forza 5, Forza Horizon, und die Master Chief Collection sind die einzigen Spiele, die mir spontan in den Sinn kommen. Mit Sunset Overdrive fügt Entwickler Insomniac dieser Liste einen vierten Titel hinzu.

Insomniac war bisher eher als PlayStation-Entwickler bekannt. Titel wie Ratchet & Clank oder Resistance sind vor allem mit der PS assoziiert. Mit Sunset Overdrive bringt das Studio nun aber ein Open-World-Superhelden-Game exklusiv auf die Xbox One.

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Was ist Sunset Overdrive?

Es ist nicht ganz einfach, das Gameplay von Sunset Overdrive zu beschreiben. Zunächst handelt es sich um ein Superhelden-Spiel im Stile von inFamous. Der Protagonist — dessen Geschlecht und Aussehen man übrigens frei wählen und stark konfigurieren kann — bewegt sich durch eine offene Welt und verfügt über verschiedene Fähigkeiten, die weit über das hinaus geht, was ein normaler Mensch typischerweise bewerkstelligt.

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Super hoch hüpfen? Check. Schadlos von Häusern hüpfen? Yep. Auf Stromleitungen grinden, als ob man Tony Hawk auf einer Rail wäre? Ebenfalls kein Problem.

Hauptsächlich bewegt man sich in Sunset Overdrive durch die Stadt, indem man von Hausdach zu Hausdach rennt, auf Kanten und Leitungen grindet, und möglichst den Boden nie berührt.

Missionen

In Sunset Overdrive wird die ganze Stadt gerade von einer Mutantenhorde überrannt, die dadurch entstanden ist, dass ein Energy-Drink-Hersteller... ach, wisst ihr was? Die Story des Spiels ist so sinnlos, wie sie irrelevant ist. Es hat überall Mutanten, die euch umbringen wollt, und das ist alles, was man zur Story wissen muss.

Ein paar verbleiende Menschen kämpfen gegen die Mutanten (und manchmal gegeneinander), und der Plot des Spiels handelt hauptsächlich davon, dass man Missionen ausführt, um in diesem Kampf zu helfen. In den allermeisten Fällen handelt es sich dabei um Sammel-Missionen — hol fünf Ballons, beispielsweise.

Tower Defense

Unterbrochen werden diese Missionen von Tower-Defense-Abschnitten, in denen man ein Gebäude vor einer Mutanten-Invasion beschützt, indem man Fallen stellt, oder die Monster von Hand verprügelt. Sunset Overdrive hat allgemein die Tendenz, in ein unübersichtliches Chaos auszuarten, aber gerade diese Missionen sind teilweise derart chaotisch, dass man oft nicht genau weiss, weshalb man nun gewonnen — oder nicht gewonnen — hat.

Dieses pure Chaos ist nicht unbedingt ein Problem, da das Spiel trotzdem Spass macht. Aber nicht alles macht Spass.

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Probleme

Die bereits erwähnten Sammel-Missionen sind das Hauptproblem des Spiels. Wie bei den meisten Open-World-Spielen besteht das Spiel mehr oder weniger daraus, zu einem zentralen Punkt in der Karte zu gehen, eine Mission zu empfangen, die fast immer die Form "hole mir X mal Objekt Y" hat, diese Mission auszuführen, und wieder von vorne anzufangen.

Es macht zwar echt Spass, im Tony-Hawk-Stil durch die Welt zu grinden und Monster in Slow Motion zu snipen, während man an ihnen vorbeigrindet, aber ein bisschen mehr Abwechslung im Missions-Design wäre durchaus willkomen gewesen.

Im Verlaufe des Spiels werden die Missionen abwechslungsreicher, aber weshalb man sich gerade zu Beginn durch all die Sammelmissionen quälen soll, ist nicht klar.

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Multiplayer

Bis zu acht Spieler gleichzeitig können im Koop-Modus des Spiels Mutanten bekämpfen. Schon alleine kommt oft ein Gefühl von Chaos auf, aber im Multiplayer-Modus setzt das Spiel dem ganzen noch eins drauf, und schickt riesige Horden von Mutanten gegen die Spieler.

Fazit

Das Spiel ist gut balanciert, das Gameplay an sich macht Spass (sowohl Skateboard-mässige Fortbewegung als auch das Kampfsystem), die Grafik ist farbig und detailliert, die Musik ist toll.

Mir hat das neuste inFamous auf der PS4 nicht so gut gefallen; zu viele der Probleme der früheren Teile sind in Second Son nach wie vor vorhanden. Vielleicht könnte inFamous-Entwickler Sucker Punch sich ja das eine oder andere Gameplay-Detail von Sunset Overdrive abschauen.

Trotz den zu Beginn repetitiven Missionen ist Sunset Overdrive eins der besten Xbox-One-Spiele, und für Fans von Spielen dieser Art durchaus ein Kaufsargument für die One.


judgementbox
Sunset Overdrive
Positiv
  • Gameplay macht Spass
  • Ein Gefühl von Tony Hawk oder Jet Set Radio kommt auf
  • Farbenfrohe, detaillierte Grafik
  • Guter Sound
  • Lustiger Multiplayer-Modus
  • Eines der besten Xbox One-Spiele
Negativ
  • Repetitive Missionen
  • Teils chaotisches Gameplay
Alleine spielen: Sehr gut!
Mit Freunden auf dem Sofa spielen: Gibt's nicht.
Mit Freunden im Internet spielen: Sehr gut!
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Sunset Overdrive
Erhältlich für Xbox One
Von Insomniac Games, Microsoft