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Meinung

Facebook-Game als Appell für Menschenrechte

vor 6 Jahren von DN, Aktualisiert: vor 6 Jahren

Sex-Sklaven, Menschenhandel, Konzentrationslager — als Agent der amerikanischen Abstammungs- und Vererbungsbehörde stösst man so auf einiges. Und das erst noch auf Facebook.


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Facebook-Spiele gehören im Kern nicht zu unserem Themenbereich. Ab und zu fällt uns ein speziell originelles Flash-Game auf, auf welches wir gerne aufmerksam machen. Was Facebook-Games angeht, sind wir sehr zurückhaltend.

Aber natürlich können auch wir die wachsenden Benutzerzahlen und die gigantischen Umsätze mit den ehemaligen Minigames und Pausenvertrödlern nicht ignorieren. Trotzdem beschleicht einem als gestandener Videogame-Veteran beim Anblick der meisten Facebook-Games meist ein gruslig-schales Pseudo-Game-Gefühl. Es scheint unverständlich, wie damit derart viel Zeit und Geld verschleudert werden kann.

Düstere Zukunftsvisionen

America 2049 erfindet die Welt der interaktiven Spielform nicht neu, stellt aber für Facebook-Games einen eigentlichen Quantensprung dar. Namhafte Schauspieler u.a. aus Lost und 24 treten auf, hochwertig konzipierte Handlungszweige tun sich auf und die Präsentation kommt allgemein edel daher.

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Logt man sich ein, wird man zum Agenten des Council on American Heritage in den USA. Die Aufgaben bestehen darin, nach vermeintlichen Krankheitsträgern zu suchen und die Bevölkerung zu überwachen. Natürlich wird bald klar, dass man selbst zu einem Instrument eines totalitären Übewachungsstaates geworden ist, und dass wesentlich mehr hinter dem Wort «Quarantäne» steckt, als man meinen könnte.

America 2049 ist im eigentlich Sinn eine Mischung aus einer Menschenrechts-Aktivisten-Kampagne und einem Puzzle-Game. Das Gameplay erinnert ein bisschen an Schiffe-Versenken, gepaart mit der Suche nach Codes, dem Miteinbezug von Hinweisen und einem interessanten Setting 38 Jahre in der Zukunft.

Besonders reizvoll an dieser neuen Art Games ist sicherlich die direkte Verbindung zu Diskussionsboards, wo aktive «Agenten» untereinander Informationen und Erfahrungen austauschen können. Oder die direkte Verlinkung auf eine Website, wie die imaginäre Behörde für Vererbung.

Abzuwarten bleibt, ob diese Art Spiele unerfahrene Leute in Sachen Games aufwecken können, und ob ein Spiel die richtige Plattform sein kann für politische oder soziale Aufklärung. Wer einen Facebook-Account hat und einigermassen Englisch kann, sollte sich dieses Projekt auf jeden Fall einmal anschauen.

Via breakthrough

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