PORTAL 2
Testbericht | PS3 | Xbox 360

Portal 2 gold_medium

vor 5 Jahren von DN, Aktualisiert: vor 2 Jahren

Portal ist zurück. Der Name ist Programm, das Spielprinzip denkbar einfach, die Ausführung filigran und der visuelle Stil einzigartig. Man soll das Pferd zwar nicht von hinten aufzäumen, darum eins nach dem anderen. Aber einleitend muss gesagt werden: Valve – wow!


Eine Version von Portal 2 für PlayStation 3 hat gewonnen: Marc Sen aus Eich. Herzlichen Glückwunsch!

Quietsch Flips Tröt... Langzeit-Entspannungsphase beendet

Die Story von Portal 2 als «abgefahren» zu bezeichnen, wäre eine laue Begriffsverquasselung (Wir berichteten). Die Geschehnisse rund um den Konzern Aperture Science spielten bereits im ebenfalls neue Massstäbe setzenden Ego-Shooter Half-Life eine zentrale Rolle. Portal 1 gehörte mit in die Orange Box, war alles andere als ein Anhängsel, und kam mit dem einzigartigen Spielprinzip daher. Dazu gehört auch ein absolut eigener, aber auf jeden Fall charmanter und immer wieder für Lacher sorgender Humor – Valve live halt. «And as our data clearly shows, humans can't be trusted.» Jep. Hat was.

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Die Spielfiguren, besonders natürlich die Robo-Helden, besitzen annähernd Pixar-hafte Qualitäten und man schliesst sie schnell ins Herz. Weathly, der halb zerschrottete Robo, der dich im Single-Player-Mode durch die Levels begleitet, schafft trotz oder vielleicht gerade aufgrund seiner lustigen Stimme und dem Wall-E-haften Groove (übrigens ein absolutes Must von einem Animationsfilm) eine einzigartige Atmosphäre.

Die Dame namens Chell, aus deren Perspektive du die Testkammern und Bereiche des gigantischen Gebäudes durchforstest im Single-Player-Modus, erinnert in Erscheinung und Anmutung etwas an Faith aus Mirror's Edge, dem nach wie vor spielenswerten Free-Running-Sci-Fi-Game von DICE (Anmerkung an dieser Stelle: Bitte bitte bitte EA, lasst DICE nach Battlefield 3 einen Nachfolger zu ME machen, danke!).

Portal Canon armed and ready

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Die Grundlage des Gameplays von Portal 2 ist denkbar einfach: Du steuerst deine Spielfigur in der Ich-Perspektive durch Räume, und hast mit der Portalkanone an deinem Arm die Möglichkeit, auf bestimmten Oberflächen, Böden und an Decken zwei Portale zu öffnen. Gehst du durch das eine hindurch, kommst du durch das andere wieder hervor. Du kannst auch durch das eine Portal durchschauen oder etwas durchwerfen, und du siehst entsprechend was beim anderen Ausgang passiert, bzw. erscheint der Gegenstand auf der anderen Seite. Der Clou dabei ist natürlich, dass es nicht ganz so einfach ist, die jeweiligen Kammern zu absolvieren, bzw. erst überhaupt rauszufinden, wie man dabei vorgehen muss.

Portal 2 ist also ein Puzzle-Ego-Shooter und in der Hinsicht weit und breit eine absolute Einzigartigkeit. Das Grundprinzip ist simpel und schnell erlernbar. Die Puzzles beginnen sehr simpel und einfach – werden aber sehr komplex und teils extrem schwierig im Verlauf des Spiels. Man muss die hinterste und letzte Gehirnwindungen aktivieren, um zu bestehen.

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Die Puzzles sind sehr abwechslungsreich und vielseitig konzipiert, und bestehen aus vielen Elementen (simple Portale, Sprungsequenzen, Laserstrahlen, Würfel, Gels usw.). Hier muss festgehalten werden, dass kein einziges Level abfällt, und dass allgemein das Leveldesign, insbesondere im Team-Modus brillant umgesetzt und absolut astrein spielbar daherkommt.

Diese Tatsachen resultieren im Effekt, wer hätte das gedacht, dass das Game ein extremes Suchpotential beinhaltet. Dazu trägt auch die präzise Gamephysik bei, und der flüssige Spielverlauf. Alles in allem weist Portal 2 eine schon fast eigene Art von Genre auf, und ist eine echte Abwechslung zu all den anderen Actiongames und Egoshootern dieser Tage.

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Die Präsentation, umgesetzt in der hauseigenen Engine, ist stimmig, einfallsreich und edel umgesetzt. Sowohl Musik, Sprecher als auch Lichtstimmungen und Architektur passen sich auf feinste Weise in die Gesamtkreation ein. Portal 2 ist ein Spiel aus einem Guss. Und bietet für Normalsterbliche mindestens 10 bis 12 Stunden beste Unterhaltung. Und dann gibts ja noch den Punkt im nächsten Abschnitt unseres Tests. Sprechen wir doch über den...

Robo-Spass im fantastischen Team-Modus

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Besonders reizvoll ist der Team-Modus, der sowohl als Splitscreen- wie auch via Online spielbar ist. Dabei funktionieren auch PC-PS3-übergreifende Partien. Aber damit nicht genug: Wer sich die PS3-Version kauft, bekommt sogar eine Gratisversion für PC. Bravo, Valve! Das ist richtig nett.

Aber zurück zum Teamplay. Als Atlas und P-Body, den zwei lustigen Robohelden auf unserem Titlebild, gilt es 35 Kammern zu absolvieren. Diese wurden eigens für die Team-Modus gebaut, und sind einsame Klasse. Man könnte sogar so weit gehen und sagen, dass Portal 2 erst recht so richtig glänzt im gemeinsamen Spiel auf der Couch oder übers Netz. Kaum ein anderes Spiel vereint die Dynamik von gegenseitigem Helfen beim Vorankommen mit überraschenden Leveldesigns und knallharten (je später im Spiel, je krasser) Rätseln. Genaugenomm – kein Spiel schafft das auf die Art wie Portal 2. Teamwork mit entsprechender Verständigung durch gegenseitiges «Hey, da geht's doch lang» oder «Mach mal das, dann kann ich da...» setzt neue Massstäbe für teambasiertes Platforming und Puzzle-lösen.

Hinweis bezüglich Endgegner

Gemäss 4players.de kann es beim Endkampf zu einem unlösbaren Bug kommen, der ein Beenden des Spiels unmöglich macht. Umgehen kann man den Bug folgendermassen:

Wenn du den letzten Kern ergattert hast, setze das Portal am besten an eine Wand oder so weit weg vom Endgegner wie möglich, bevor der Regen einsetzt. Es muss danach noch möglich sein, ein Portal mit Hilfe des weißen Gels zu setzen. Kommt es zu dem Bug, wird das Gel allerdings weggewaschen und man hat keine Möglichkeit mehr, ein Portal zu benutzen.

Danke Steph!

Fazit

An Portal 2 gibt es nichts auszusetzen. Das Spiel ist annähernd perfekt, einzig für absolute Puzzle-Hasser dürfte es nicht die richtige Wahl sein.

Unsere Empfehlung: Solltest du zur letztgenannten Gruppe gehören, ist Portal 2 eine gute Gelegenheit, die diesbezügliche Einstellung wiedermal zu überdenken.

Ein spezieller Dank geht an Phil Wettstein für die präzisen Einschätzungen und die unterhaltsame Co-Op-Session.


judgementbox
Portal 2
gold_medium
Positiv

Stimmige Präsentation und Sounds, präzise Controls, einzigartiges Gameplay, einfach zu verstehen, charmante Spielfiguren, tolle Physik-Implementierung, smoother Spielfluss, genialer Team-Modus, feinste Puzzles

Negativ

Für einmal gibts hier nichts zu mäkeln

Alleine spielen: Sehr gut!
Mit Freunden auf dem Sofa spielen: Sehr gut!
Mit Freunden im Internet spielen: Sehr gut!
Du kannst DN, den Autor dieses Beitrags, über seine Kontakt-Seite erreichen.


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# vor 5 Jahren
Den ersten Teil hab ich bis jetzt leider noch nicht geniessen können... nur einmal angespielt. Aber nach diesem sehr ausführlichen Test ist dieser Titel schon mal weit oben auf meiner Liste der noch zu spielenden Games. Endlich ein vernünftiges "Puzzlespiel" wo man sein Gehirn auch mal wirklich einsetzen muss ;)
StephSteph
 
 


9812
0 2 11
# vor 5 Jahren
Habs jetzt auch schon ein wenig gespielt. Es ist super. Mega witzig (die Dialoge) und macht Fun, vorallem im Multiplayer =) Das einzige was ich persönlich etwas schade finde ist, dass die Umbebung doch etwas gar leblos ist. Ich meine immer wieder hört man Vögel und oder sonstiges knirrschen, aber es regt sich nicht sonderlich viel... wenigstens die Pflänzchen hätten im "Winde wehen" dürfen. Damit es etwas lebendiger wirkt. Das ist aber auch schon alles, es ist und bleibt ein trotzdem Perfektes Game ;)
StephSteph
 
 


9812
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2 Kommentare
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