KINGDOMS OF AMALUR - RECKONING
Testbericht | PS3 | PC | Xbox 360

Kingdoms Of Amalur - Reckoning

vor 5 Jahren von MI, Aktualisiert: vor 5 Jahren

Big Huge Games, der Baltimore-Arm der 38 Studios, versucht mit Reckoning einen schwierigen Spagat: Die Optik angelehnt an World Of Warcraft, das Gameplay und inbesondere das Kampfsystem so wuchtig wie dasjenige von God Of War, und dazu eine ganze Menge klassischer und neuartiger RPG-Elemente. Es ist deshalb schwer zu sagen, ob sich Kingdoms Of Amalur eher wie Diablo, wie World Of Warcraft oder wie Dragon Age spielt. Fakt ist: Wer Fantasy-RPGs liebt und gerade ein paar Tage frei hat, dürfte mit Reckoning einigen unerklärlich guten Spass haben.


Man stirbt nur zwei Mal...

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Die Story startet mit dem Tod eures Helden. Ja, ihr habt richtig gelesen. Es dauert nicht lange, erwacht man auf einem riesigen Berg voll Leichen — nur um festzustellen, dass man selber zu diesem Leichenhaufen gehören sollte. Eigentlich — ja eigentlich wäre das auch so. Wäre da nicht ein gewisser Mr. Hugues, der es irgendwie geschafft hat, euch aus dem Jenseits zu holen.

Die Freude über sein gelungenes Experiment währt allerdings nur kurz. Denn es sind bereits Horden von Feinden im Anmarsch, welche uns das zweite Mal in die ewigen Jagdgründe schicken wollen. Also nichts wie weg!

Nach erfolgreicher Flucht aus dem Turm werden wir von einem Schicksalsweber (Wahrsager) gefunden, und die Reise — während der wir nach den Hintergründen unserer Vergangenheit suchen — kann beginnen. Und es kommt wie es kommen musste: Nach kurzer Zeit wird klar, dass nur der auferstandene Held (das natürlich ihr) die Zukunft der Feienlande verändern kann, und die deren Völker von der üblen Tuatha befreien muss.

Actiongeladenes Gameplay

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Zum Einstieg müsst ihr euch entscheiden, welchem Volk ihr angehört, und welche Schicksalskarte euch beliebt. Jedes Volk hat seine eigenen Vorzüge und es sollte Eingangs bedacht werden, wie man das Spiel spielen will — ob als Magier, Schurke oder als Kämpfer. Es ist später möglich sein Schicksal zu ändern (sprich: Die Fertigkeitspunkte neu nach Belieben zu verteilen), das gewählte Volk bleibt allerdings dasselbe. Die riesige Welt mit verschiedenen Gebieten reichen von Wüsten über Wälder, Sümpfen, Inseln und Städen. Die Lande laden zum Verweilen ein.

Neben dem friedlichen Durchstreifen von grünen Gänseblümchenwiesen und lauschigen Lichtungen wartet die Welt natürlich auch mit Hunderten von klitzekleinen bis gigantisch grossen Bösewichten auf. Kommt es zu einer ungemütlichen Begegnung in einem der schön gestalteten Dungeons oder in freier Wildbahn, beginnt Reckoning so richtig zu glänzen. Die Kämpfe sind unterhaltsam und mit allerhand Zusatzfunktionen aufgepimpt. So darf man beispielsweise mit Hilfe einer speziellen Kraft in Quasi-Bullet-Time durch Gegnerscharen schlenzen und den letzten dann mit einem Finishing Move zur Strecke bringen, bevor der blaue Energiebalken zuneige geht. Belohnt wird man mit einem solcherart kunstvoll ausgeführten Schlachteranfall mit zusätzlichen Erfahrungspunkten.

Die einfache Steuerung erlaubt es, verschiedene Kombos in schneller und zugänglicher Weise auszuführen. Dies trägt viel dazu bei, dass das Spiel flott von der Hand geht, insbesondere in den vielen Gefechten. Die Mischung bei den Kämpfen lässt sich wohl am besten vergleichen mit Hunted oder Diablo. Die verschiedenen Angriffstechniken, Block- und Ausweichmöglichkeiten (je nach Waffe, Charakter und Entwicklung des Charakters) lassen fast keine Wünsche offen.

Hol 20 von dem, bring das nach da...

Solche Aufgaben sind leider auch in Kingdom of Amular vorhanden und zum Teil wirklich mühsam, da die Belohnung meistens „nur“ Gold bedeutet. Andererseits gibt es wirklich stimmige und ausgefallene Aufgaben die zu bewältigen sind.

Abgesehen von manchen «Füller-Quests» birgt Reckoning aber auch ein paar wirklich frische Features. Zu nennen wären da einerseits die Schicksalskarten, welche ein wenig an Tarot-Karten erinnern. Zusammen mit den freischaltbaren Skills und den anderen Erfahrungs-Systemen ergibt sich so ein interessanter Mix mit vielen Spieloptionen.

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In der Welt zu entdecken gibt es allerhand Runensteine, von denen sich jeweils ein gutes halbes Dutzend zu einem «Lied» zusammenfügen. Hat man alle Teile des Liedes gefunden, wird man mit permanenten Boni belohnt. Ein durchaus motivierendes Element.

Eine grosse Rolle in Reckoning spielt auch die Herstellung von eigenen Items, Rüstungen und Waffen. Ständig findet man neue und bessere Gegenstände, welche mit entsprechenden Fertigkeiten in wahre Bossvernichter verwandelt werden dürfen. Reckoning ist also wesentlich komplexer als ein reines Hack'n'Slay. Es bietet ein paar tiefgreifendere Optionen zur Charakterentwicklung als Beispielsweise Diablo, fühlt sich aber dennoch eher an wie ein Massive Multiplayer Game wie World Of Warcraft im Offline-Modus. Was den Spass nicht trübt, im Gegenteil. Big Huge Games scheint hier eine Formel gefunden zu haben, die einfach zu gefallen vermag, ohne genau im Detail zu zeigen, wieso.

Fazit:

Wer Hunted, Dragon Age und Diablo mag, kommt an diesem Titel nicht vorbei. Die zahlreichen Rollenspiel-Elemente sorgen für Stimmung und die Hauptstory lädt zum Verweilen ein. Schliesslich möchte man ja wissen, was passiert, ist bevor man ins Jenseits geschickt wurde.

Leider ist die Welt nur beschränkt erkundbar, es entsteht ein Schlauchsystem in dem man quasi durchläuft. Das stört allerdings nur am Anfang und wohl eher die Leute die in letzter Zeit intensiv Skyrim gespielt haben.

Die Gegner sind toll gelungen. Es gibt Endbosse die sind rund viermal so gross wie der Bildschirm des Fernsehers — das macht einfach Laune.

Die Grafik ist eher im Comic Stil was allerdings bei den Ochsen und sonstigen „netten“ Tierchen toll rüberkommt. Die Präsentation ist allgemein schön gelungen, besonders die Wälder und Gegner weisen viel Liebe zum Detail auf.

Der Sound ist nicht nervig, er passt einfach. Fällt nicht auf, nicht ab. Anders kann man das wohl nicht beschreiben.

Kingdoms Of Amalur - Reckoning ist sicherlich kein klassisches Rollenspiel wie Skyrim, sondern vielmehr ein Action- Adventure mit einigen Rollenspiel Elementen.

Wir bedanken uns bei Electronic Arts für die freundliche Bereitstellung einer Vollversion zu Testzwecken.


judgementbox
Kingdoms Of Amalur - Reckoning
Positiv

Schöne Grafik mit eigenem Stil, Angriffstaktiken funktionieren und gehen einfach von der Hand, Grosse Gegner — grosse Welt — viel Action, tonnenweise verschiedene Ausrüstungen und Waffen, Fertikeitsbaum und Talente als gute Mischung gelungen, tolle Hauptstory

Negativ

Umständliches Inventar-System, zuviele Hol- und Bring-Quests, keine „Open-World“, springen nicht möglich, Atmosphäre Tag-Nacht kaum spürbar

Alleine spielen: Sehr gut!
Mit Freunden auf dem Sofa spielen: Gibt's nicht.
Mit Freunden im Internet spielen: Gibt's nicht.
Du kannst MI, den Autor dieses Beitrags, über seine Kontakt-Seite erreichen.


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Kingdoms Of Amalur - Reckoning
Erhältlich für PlayStation 3, Windows PC, Xbox 360
Von 38 studios (Developer), Electronic Arts (Publisher)