THE LAST STORY
Testbericht | Wii

The Last Story gold_medium

vor 4 Jahren von LKM, Aktualisiert: vor 4 Jahren

Hironobu Sakaguchi ist ein Name, der vielen Leuten hier nicht bekannt sein dürfte. Dabei ist er der Schöpfer von Final Fantasy, einer der erfolgreichsten Spiele-Franchises überhaupt. Final Fantasy hat den Spiele-Entwickler Square eigenhändig vom Bankrott gerettet, und zu einem der bekanntesten Spiele-Studios der Welt gemacht. 2003 verliess Sakaguchi Square, und ein Jahr später gründete er zusammen mit Microsoft ein neues Spiele-Studio namens Mistwalker.

Microsoft hatte damals ein grosses Problem mit der Xbox: niemand in Japan wollte sich eine kaufen. Mistwalkers Aufgabe war es, Xbox-Spiele für den Japanischen Markt zu entwickeln. Resultat waren zwei fantastische Spiele, Blue Dragon (2006) und Lost Odyssey (2007). Die Spiele verhalfen der Xbox zu etwas besseren Verkaufszahlen, konnten die Konsole in Japan aber nicht retten. Gleichzeitig verkauften sie sich auf dem internationalen Markt nicht so gut.

Also änderte Mistwalker seinen Fokus zunächst auf den Nintendo DS, und brachte eine Reihe von tollen Spielen auf diese Plattform. Und nun also kommen wir zu The Last Story. Kurz vor Ende der Wii schenkt Mistalker der Konsole ein letztes, fantastisches Spiel. Nicht nur der Name von The Last Story ("die letzte Geschichte") erinnert an Sakaguchis erstes grosses Meisterwerk, Final Fantasy ("letzte Fantasie"). Auch die Welt, Story, und das Gameplay sind eindeutig von seinem früheren Werk inspiriert.

Screenshot

Die letzte Story

Das Rollenspiel beginnt damit, dass sich die vier Söldner Zael, Lowell, Syrenne und Yurick von Graf Arganan anheuern lassen, um seine Insel "Lazulis" von Ungeheuern zu befreien. In der Hauptstatt des Insel trifft Zael auf eine mysteriöse junge Frau, die vor Arganans Truppen flieht. Statt sie auszuliefern, hilft er ihr, sich zu verstecken. Bald stellt sich heraus, dass die junge Dame ein Geheimnis hat. Und das ist erst der Beginn der epischen Geschichte, die Zael und seine Freunde bald auf eine lange Reise schickt.

Wie bei RPGs üblich, setzt sich Zael's Gruppe aus Leuten mit verschiedenen Fähigkeiten zusammen. Es gibt Leute mit magischen Fähigkeiten, Fern- und Nahkämpfer, und so weiter. Zael selber hat in allen Bereichen Fähigkeiten, was ihn in jedem Kampf zu einem wichtigen Faktor macht.

Das Kampfsystem

Wer sich die rundenbasierten Kämpfe aus anderen RPGs gewohnt ist, wird hier mit überraschen feststellen, dass Mistwalker einige Erneuerungen eingeführt hat. Das Kampfsystem erinnert stärker an eine Kombination aus Zelda und Gears of War. Jup, ihr habt richtig gelesen. Zaels Fähigkeit, hinter Steinen, Kisten, oder anderen Dingen in Deckung zu gehen, kombiniert mit seiner Fernwaffe, der Armbrust, erinnert stark an Gears of War.

Screenshot

Dazu kommt, dass er mit seinem Schwert als Nahkämpfer sehr effektiv sein kann. Interessant ist, dass Mistwalker hier auf ein supersimples System setzt. Lenkt man Zael gegen einen Gegner, so attackiert er ihn automatisch mit dem Schwert. Knöpfe drücken oder mit der Wii-Remote herumfuchteln muss man hier nicht; ein erfrischend einfaches System, welches trotzdem viele taktische Freiheiten lässt.

Screenshot

Allgemein sind die Kämpfe sehr taktisch. Zu beginn jedes Kampfes wird eine Übersicht über die Gegner gezeigt, und eine Angriffs-Taktik vorgeschlagen (die man aber gerne ignorieren kann). Eine von Zaels Fähigkeiten ist es, "Aggro" zu aktivieren. Tut er dies, so richten alle Gegner ihr Augenmerk auf ihn. Dadurch kann er beispielsweise seinen Freunden ermöglichen, den Monstern in den Rücken zu fallen, oder sie mit längeren magischen Attacken anzugreifen.

Auch kann er seinen Kumpanen spezifischen Anweisungen geben, wie sie sich verhalten sollen.

Screenshot

Das alles produziert ein sehr tiefes Kampfsystem, welches man so in keinem anderen Spiel findet. Schade bloss, dass die Kämpfe oft etwas zu einfach sind. Vor allem die Boss-Gegner sind einfallsreich erfunden, und benötigen oft eine spezifische Taktik oder einen kleinen Trick, um besiegt zu werden, aber alles in allem kommt es selten vor, dass Kämpfe dem Spieler allzu viel abverlangen.

Auf der positiven Seite bedeutet das aber, dass man in The Last Story eigentlich nie "grinden" muss. Man ist immer stark genug, um weiter zu kommen, und muss nie die Geschichte unterbrechen, und Monster suchen und sie besiegen, um stärker zu werden.

Multiplayer

The Last Story hat sowohl einen kooperativen als auch einen kompetitiven Online-Multiplayer-Modus. Im Raid-Modus spielen bis zu sechs Spieler miteinander, und Kämpfen gegen einen Boss aus dem Spiel. Alle Upgrades aus diesem Modus übernimmt man ins Hauptspiel.

Im Versus-Mode kämpft man gegeneinander. Je zwei Dreier-Teams versuchen, das andere Team möglichst schnell auszuschalten.

In beiden Modi bekommt man bei einem Gewinn seltene Gegenstände, die man dann ins Hauptspiel mitnehmen kann.

Für ein RPG-Spiel sind Online-Multiplayer-Modi sicher nicht unbedingt notwendig, es ist aber lobenswert, dass The Last Story zwei robuste Multiplayer-Spiele spendiert bekommen hat.

Besser als Final Fantasy XIII-2?

Der König des japanischen RPGs, Square-Enix, hatte in letzter Zeit mit seinen Final-Fantasy-Spielen keinen wahnsinnigen Erfolg. Die letzte Version des Spiels, Final Fantasy XIII-2, wurde zwar besser aufgenommen als sein Vorgänger, Final Fantasy XIII. Trotzdem ist klar: das aktuell beste japanische RPG stammt nicht von Square-Enix, sondern von Final-Fantasy-Erfinder Hironobu Sakaguchi. Und wer es spielen möchte, braucht eine Wii.

Screenshot

Fazit

Tolle Geschichte, gute Grafik, interessantes Kampfsystem. Fans von japanischen RPGs sollten sich The Last Story auf jeden Fall kaufen. Für alle anderen gilt: das einfache Kampfsystem, ein reduziertes Inventory, und ein straffer Spielablauf ohne Grinding, Zufallskämpfe, oder andere "Unschönheiten" machen The Last Story zu einem perfekten Spiel für Einsteiger ins Genre.

Dazu kommt, dass das Spiel nicht dutzende von Stunden dauert, was bei japanischen RPGs oft eher abschreckend ist, weil die Spielzeit durch unnötige Dinge künstlich verlängert wrid. Nach rund 20 Stunden hat man The Last Story beendet, wenn man immer der Story folgt.

Wir bedanken uns bei Nintendo für die freundliche Bereitstellung einer Vollversion zu Testzwecken.


judgementbox
The Last Story
gold_medium
Positiv

Gute Story, gute Grafik, einfaches, aber taktisches Kampfsystem, Spiel ist auf die relevanten Elemente reduziert, kein Grinding, solider Online-Modus

Negativ

Etwas zu einfach

Alleine spielen: Sehr gut!
Mit Freunden auf dem Sofa spielen: Gibt's nicht.
Mit Freunden im Internet spielen: Sehr gut!
Du kannst LKM, den Autor dieses Beitrags, über seine Kontakt-Seite erreichen.


Abonniere Kommentare zu diesem Artikel.ch als RSS-Feed
The Last Story
Erhältlich für Wii
Von Mistwalker Corporation