MOTORSTORM PACIFIC RIFT
Testbericht | PS3

Motorstorm Pacific Rift

vor 8 Jahren von DN, Aktualisiert: vor 6 Jahren

Rempeln und Rasen - Motorstorm 1 bot satte Racing-Action und tolle Präsentation mit den Sand- und Felsenwelten des Death Valley. Etwas zu wünschen übrig liess jedoch der Streckenumfang und die Langzeitmotivation. Der Nachfolger, neu im Tropengewand, überzeugt mit mehr Speed, mehr Fahrzeugen, mehr Strecken, mehr Optionen und neu mit Wettkämpfen gegen Freunde auf dem Sofa.

Screenshot

Strände, Palmen, Vulkane und viel aufgewühlter Dreck: Die Rennen in Motorstorm Pacific Rift bringen viel Nervenkitzel und haufenweise waghalsige Drifts auf die PlayStation 3. Wer den Vorgänger gezockt hat, wird sich sofort zurechtfinden, und Neueinsteiger haben ebenfalls schnell den Dreh raus. Die Fahrzeuge fühlen sich allesamt unterschiedlich an, man spürt das Gewicht, die Trägheit, jeden Rumpler und jede Schräglage genau. Dahingehend kann Motorstorm mit jedem Rennsimulator locker mithalten, das Ganze fühlt sich kernig und irgendwie "echt" an.

Buschlandung

Screenshot

Die diversen Rennstrecken bedürfen einer kurzen Kennenlernphase, da man natürlich mit Vorteil die kritischen Stellen und riskanten Passagen im richtigen Tempo in Angriff nimmt. Neu wählt man einen Pilotencharakter, wahlweise männlich oder weiblich, dem man diverse Outfits verpassen kann. Weitere Kleidungsoptionen kommen im Verlauf des Spiels in die Kollektion, der Fahrer sowie die freigeschalteten Fahrzeug-Designs können vor jedem Rennen frei gewählt werden.

Joooooomp!

Screenshot

Die Präsentation ist sehr eindrücklich mit verschiedenen Wetterstimmungen, Spiegelungen auf dem Meer, scharfen Texturen und detailierten Fahrzeugen, die man auf jede erdenkliche Art und Weise verschrotten darf während den Rennen. Die Deformationen sind ebenfalls sehr gut gelungen, wenn's knallt fliegen Trümmerteile, Scherben und Räder in alle Himmelsrichtungen.

Screenshot

Übertreibt man es mit dem Boost, explodiert das Fahrzeug und sorgt für ordentlich Schall und Rauch.

Screenshot

Diese Overboost-Crashs kann man auch taktisch einsetzen um andere Fahrer abzulenken oder mit in's Verderben zu reissen.

Back On Track

Ausscheiden kann man nicht, ein Crash verpasst einem höchstens etwas Zeitverlust. Man darf sich also voll und ganz auf die Raserei konzentrieren. Der Clou dabei: Möglichst genau zu fahren, den Boost taktisch klug einzusetzen und so möglichst schnell und crash-free über die Runden zu kommen.

Screenshot

Motorstorm PR bietet nicht unbedingt die schnellsten Rennen, aber gerade die teils recht engen Canyons, Dschungelwege und Strandpassagen geben einem das Gefühl als wie wenn alles an einem vorbeifliegen würde. Gleichzeitig versuchen die bis zu 15 Computergesteuerten Kontrahenten einem das Leben so schwer wie möglich zu machen.

Screenshot

Spielen kann man auch gegen bis zu vier Freunde per Splitscreen oder online gegen bis zu 11 Gegner gleichzeitig. Freund aus der Liste lassen sich da ebenfalls auf einfache Weise für ne Runde Dreckfressen einladen.

Man ist geneigt zu sagen: Motorstorm muss man selbst erlebt haben, um zu verstehen was genau den Kick ausmacht. Warum fragen wir nicht einfach jemanden, der die Rennen aus eigener Erfahrung kennt? Darum schalten wir jetzt live auf die Insel zu unserem Sonderkorrespondeten:

Gewinnermentaliät

Hier spricht DN für Wisegamers Racing Feed, live und direkt vom Pacific Rift Festival 2009. Neben mir steht Jessica "Petrolhead" Wilkinson vom Team Bandit, Gewinnerin der Burning Skull Events Dust Devil und Raingod Mesa 2007 und 2008.

DN: Jessica, wie gefällt Dir der neue Austragungsort hier auf dieser paradiesischen Insel im Vergleich zu den sandigen Canyons des Death Valley?

JW: Ich bin vorgestern auf der Insel angekommen. Echt traumhaft schön hier! Die Anreise im Wasserflugzeug war zwar alles andere als komfortabel, aber der Event des Jahres macht alles wett.

Screenshot

Die Maschinen sind bestens untergebracht, gut geschützt vor dem allmittäglichen Platzregen, und unsere Mechs machen wie immer einen gigantischen Job.

DN: Im Vergleich zum Death Valley hat sich ja einiges getan hinsichtlich des Terrain.

JW: Ja, total! Die 16 neuen Strecken sind jede auf ihre eigene Art anspruchsvoll und wild, es gibt für jede diverse Pfade die man je nach Fahrzeug mit Vorteil wählt. Ich habe hier einen Streckenplan für uns Piloten mitgebracht von Cascade Falls. Man sieht hier gut die diversen Wege die man wählen kann. Happig wird's jeweils an den Kreuzungen, wenn die Meute wieder aufeinandertrifft.

Screenshot

Es kommt dann regelmässig vor dass gleichzeitig ein Kontrahent von der Seite angreift und ein weiterer über einen drüber fliegt. Das kann dann schnell mal in umherfliegenden Schrauben, Rädern und Blechteilen enden. Aber dadurch kommt die Rennlaune ja erst so richtig in Schwung. Die Gegner sind allgemein sehr clever und machen es einem nicht einfach, den Sieg rauszufahren.

Screenshot

Nicht alle Rennstrecken sind gleich gut gelungen wie ich finde, aber es gibt auch keine die massiv abfällt. Die einen führen durch dichten Dschungel und man durchfährt Flüsse und Wasserfälle, bei anderen springt man über flüssige Lava und durch dunkle Rauchsäulen, und wieder andere beinhalten Sprünge über hohe Felsklippen 60 Meter über dem rauschenden Meer - um nur ein paar der vielen Features zu nennen. Viel Abwechslung ist also geboten. Im Grossen und Ganzen ist die Insel ein durchaus würdiger neuer Austragungsort.

DN: Was hälst Du von der neuen Fahrzeugklasse, den Monstertrucks?

JW: Die Dinger machen echt Spass! Etwas gewöhnungsbedürftig und ein wenig behäbig, aber eine Alles in Allem gelungene Addition. Ich hatte jedoch während dem Rennen gestern eine wenig erfreuliche Begegnung mit Jimmy vom Killerbee-Team. Ich geriet kurz nach dem Start mit meinem Motorrad zwischen seinen Monstertruck und einen Renn-LKW des japanischen Hagakure-Team und es hat mich dann regelrecht zermalmt. Aber die deftigen Crashs gehören einfach zu den Motorstorm-Events, man gewöhnt sich dran! Shit happens (lacht).

DN: (lacht) Ja, ich hab die Szene live miterlebt, verrückte Geschichte. Natürlich haben wir die Bilder für die Zuschauer festgehalten:

Screenshot

Für die Leute die erst gerade zugeschaltet haben, vielleicht noch ein paar grundsätzliche Bemerkungen zu Motorstorm Pacific Rift. Man fährt die diversen Rennen, die in Elementar-Events (Wasser, Feuer, Luft und Erde) eingeteilt sind, jeweils mit immer wieder wechselnden Fahrzeugen wie Quads, Buggies, Renntrucks, Geländewagen, Rallyewagen, sowie die vorher erwähnten Motorräder, LKWs und Monstertrucks. Der Grossteil der Rennen ist gänzlich durchmischt mit allen möglichen Fahrzeugklassen.

Jessica, welches ist Dein Lieblingsvehikel?

JW: Ich mag die Motorräder, da sie wendig, schnell und sehr vielseitig einsetzbar sind. Die Beschleunigung ist auch nicht ohne. Weniger gut mag ich die schweren Fahrzeuge wie LKWs oder Monstertrucks. Diese schauen zwar imposant aus, für Nebenevents (an denen wir Piloten ja leider nicht teilnehmen können) sind sie sicherlich cool und für's Publikum spektakulär. Für Rennen mag ich sie weniger, man kommt einfach irgendwie nicht vom Fleck.

DN: Da Du gerade von den Nebenevents sprichst - die ganze Insel bebt unter dem Soundtrack, der wie letztes Mal wiederum für sehr viel Stimmung sorgt. Wie wirkt das auf die Piloten?

JW: Yeah! Der Sound ist echt der Hammer! Zusammen mit dem kernigen Dröhnen der Motoren die in anderen Events ja eher lauwarm klingen, kommt das total heftig rüber. Einsame Spitze!

DN: Davon lässt Du Dich auch durch den zweiten Crash gestern nicht ablenken. Bitte kommentiere doch für uns kurz die Geschehnisse im Rückblick.

JW: Ja, natürlich. War ja echt heftig (lacht und verzieht das Gesicht). Ich war gerade ins Flussbeet gesprungen gegen Ende des Cascade Falls Rennens um den Motor etwas zu kühlen, der aufgrund des ständigen Boosts zu überhitzen drohte.

Screenshot

Soweit ging eigentlich alles rund, und ich konnte wieder Gas geben was das Zeug hielt.

Screenshot

Plötzlich machte es Boom - ich wurde von einem Augenblick auf den anderen von einem schweren LKW aus dem Sattel gerissen und flog weit durch die Luft in's seichte Wasser.

Screenshot

Screenshot

Tja. Nachher musste ich natürlich wieder einiges an Zeit gut machen, aber Rache ist süss! (lacht)

Screenshot

Der Typ hatte trotzdem am Ende das Nachsehen!

DN: Jessica, danke für Deine eindrücklichen Berichte aus erster Hand und viel Erfolg für den Rest des Festivals!

JW: Danke Dir! Werde mein Bestes geben!

Screenshots by wisegamers.ch


Zweite Meinung von LKM

Der erste Motorstorm-Teil war ein interessantes Spiel mit offensichtlichen Problemen. Zu langsam, zu kurz, zu wenig verschiedene Tracks, lange Ladezeiten, kein lokaler Mehrspieler-Modus.

Der zweite Teil hat all diese Probleme behoben. Das Spiel wurde beschleunigt, die Race-Tracks verlängert und verbreitert, und es gibt jetzt weit mehr verschiedene Tracks. Die Ladezeiten wurden auf ein Minimum reduziert: Sie sind zwar noch da, aber nicht mehr so störend, dass sie das Spiel merklich beeinträchtigen. Und bis zu vier Spieler können nun an der selben PS3 gegeneinander Rennen fahren.

Die Grafik des Spiels wurde nochmals merklich verbessert, und neu sind die Tracks in vier verschiedene "Genres" unterteilt: Wasser, Wind, Erde und Feuer. Vor allem die Feuer-Tracks sind visuell beeindruckend. In einem Rennen hüpft man über einen Vulkan, in einem anderen rast man einem Fluss entlang duch Wasserfälle und Dschungelgebiete. Und die Rennen können nicht nur visuell überzeugen, auch das Track-Design ist super gelungen, mit Abkürzungen, verschiedenen Strecken-Optionen die den einzelnen Fahrzeugen verschiedene Vor- und Nachteile beschaffen, und waghalsigen Kickern, dank denen man hunderte von Metern weit fliegen kann.

Die Rennen sind Adrenalin pur. Man versucht gleichzeitig auf der Strecke zu bleiben, die Traktion nicht zu verlieren, und vielleicht den einen oder anderen Gegner in ein Hindernis zu drücken, während von hinten Autos drängeln und vorne Unfälle passieren, die die Strecke mit Autoteilen übersähen. Und das alles bei immensen Geschwindigkeiten. In der Fahrschule wird man immer gemahnt, vorausschauend du fahren. Hier kann man dieses Wissen endlich anwenden: wer nicht aufpasst, fliegt raus.

Motorstorm: Pacific Rift ist eines der besten PS3-Games, und eines der besten Offroad-Racing-Games überhaupt. Dieses Spiel gehört in jede PS3-Sammlung.

judgementbox
Motorstorm: Pacific Rift
Positiv

Abwechslungsreiche Strecken, gut gelungener Kampagnenmodus mit vier Element-Events, satter Sound, wunderschöne und ausnahmlos butterweiche Grafik, Multiplayer mit Freunden Online oder zu zweit / zu dritt / zu viert im Splitscreen Modus vor demselben TV, gelungenes Fahrzeugdesign mit abwechslungsreichem Feeling, präzise Physikimplementierung mit tollem Feedback

Negativ

Kaum was zu vermelden, einziger kleiner Wehmutstropfen ist das Fehlen von spielbaren Nebenevents - wär cool gewesen auch Stuntevents oder Duelle in Arenen selber zocken zu können, gerade die Monstertrucks wären für Sprünge über Autowracks geradezu prädestiniert

Alleine spielen: Sehr gut!
Mit Freunden auf dem Sofa spielen: Sehr gut!
Mit Freunden im Internet spielen: Sehr gut!
Du kannst DN, den Autor dieses Beitrags, über seine Kontakt-Seite erreichen.


Abonniere Kommentare zu diesem Artikel.ch als RSS-Feed
Motorstorm: Pacific Rift
Erhältlich für PlayStation 3
Von Evolution Studios (Developer), Sony (Publisher)