GUITAR HERO (6) – WARRIORS OF ROCK
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Guitar Hero (6) – Warriors Of Rock

vor 6 Jahren von DN, Aktualisiert: vor 6 Jahren

Bewaffnet mit einer Vollpackung Musikzock-Spass tauchten die Wisegamers vor kurzem bei einigen Bekannten auf, um die Partytauglichkeit des Spiels, und mitunter auch die Spontaneität des Volkes zu testen. Dies einmal abgesehen von den Nerven der Nachbarn, man möge uns verzeihen. Ein Dudelbericht.

Ein Abend in Bildern

Was wäre eine Rock-Session ohne Live-Impressionen? Hier eine Compilation (Achtung, Neulinge! Aber man sieht im Verlauf des Abends ein paar Fortschritte, immerhin ;o):

Linkin Park live in Schenkon. Rockin' like mad!

Volle Pulle Stromgitarren

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Als weitgehende Guitar-Hero-Neulinge war es spannend zu sehen, wie zugänglich sich die neuste Auflage des Rockersound-Simulators präsentierte. Durch die feine Abstufung der Schwierigkeitsgrade fanden alle ziemlich schnell den Zugang zum Spiel. Für den Sänger / die Sängerin war es zwar manchmal schwierig, wenn die Grünschnäbel links und rechts keinen Takt und keinen Schrummton trafen weil sie den Song nicht kannten. Aber bei bekannteren Songs ging das Zusammenspiel eigentlich auf Anhieb flott.

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Zum Test zur Verfügung stand ein Mega-Komplettset mit Drums, Mikrofon und einer Gitarre. Optional zusätzlich einsetzbar wäre noch eine zweite Gitarre gewesen für das Spielen des Basses. Uns reichten vorweg aber drei Bandmitglieder, die sich um Harmonie bemühten.

Vor einiger Zeit hatten sowohl LKM als auch ich schon Kontakt mit einer GT-Plastikgitarre gehabt. Allerdings ist GT definitiv (eigentlich wie jede Instrument, auch wenn GT in dem Sinn keines ist) Übungssache. Am besten fährt man, wenn man sich auf den Groove verlässt und nicht allzu stark die «Noten» zu lesen versucht.

Profidrummer und Hobbyzupfer

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Cool am digitalen Gitarrenhelden-Game ist sicherlich auch die Tatsache, dass beim gemeinsamen Musizieren das Fähigkeits-Niveau der Spieler keine Rolle spielt.

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Einfach den Schwierigkeitsgrad anpassen, und schon dudelt der Sänger von Gottesgnaden im Einklang mit dem Zupfer-Neuling, der noch kaum blind weiss, wo sich der gelbe und der rote Knopf befindet. Wer eine Herausforderung sucht, wählt Megadeth und knubbelt sich die Finger wund. Die Kontrolle ist präzis und man scheitert nie am Spiel, des öfteren aber an der eigenen Unfähigkeit.

Von Dire Straits bis Linkin Park

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Das vorgefertige Set von rund 90 Songs deckt eine grosse Spannweite ab, schweift aber nie gross vom Kernthema «Rock» ab. Der eine oder andere Song stellt vielleicht eine merkwürdige Wahl dar, dürfte aber mit dem Preis der Nutzungsrechte zu tun haben: Vielleicht war der "Stray Cat Blues" einfach preiswerter als andere Stones-Sachen. Dies stellt aber eher eine Ausnahme dar. Von Classics aus den 60er und 70ern – CCRs „Fortunate Son", „Bohemian Rhapsody" mit passendem Videohintergrund, Tom Pettys „Listen to her Heart" – geht es zu den 80ern – Dire Straits „Money for Nothing", Cures „Fascination Street", Neil Young mit Rockin´ in the Free World", Slayers „Chemical Warfare" – über die 90er – „Blue Öyster Cult" mit „Burnin´for you", Megadeths „Holy Wars", Offsprings „Self Esteem", Aerosmiths "Cryin" direkt in die am zahlreichsten vertretenen Songs aus den letzten zehn Jahren.

Drowning Pool, Third Eye Blind, Muse, Slipknot, Rise Against, Linkin Park, The Hives, Foo Fighters, Children of Bodom, My Chemical Romance, Dragonforce, Fall Out Boy oder die White Stripes, um einige der populäreren Bands zu nennen, geben ein gutes Bild von Rock und Metal über die letzte Dekade ab. Warriors of Rock driftet dabei selten ins Obskure ab. Exoten unter den Titeln sind eher Ausnahme.

Etwas schade ist, dass nicht alle Songs von Anfang an freigeschaltet sind. Im Online-Store findet man dafür Nachschub für alle Geschmäcker.

Einige Ausschnitte aus den Titeln:

Fazit

Die DTS-Master lassen gerade die älteren Titel im neuen Glanz erstrahlen, die Soundqualität ist allgemein brillant.

Innovation ist im Spielgeschehen bei Guitar Hero eher ein Fremdwort. Hochwertige Songs, gute Optionen, solides Interface – ein wirklich gutes Spiel, mit dem Fans der ganzen Kiste sicher nichts falsch machen werden. Und schliesslich stellt sich die Frage, was genau man noch besser machen könnte.

Das Zusammenspiel von Gesang, Gehämmer und Gezupfe geht auf Anhieb flott vonstatten und klingt je nach Übung und Talent auch satt und fett. Bitte Lautstärke aufdrehen, denn ein leiser Gitarrenheld ist kein Gitarrenheld.

Wir bedanken uns bei Activision | Blizzard für die freundliche Bereitstellung eines Bundles zu Testzwecken.


Zweite Meinung von LKM

Bei vielen Gamern wird langsam die Meinung populär, dass Guitar Hero sich zu wenig weiterentwickelt, und dass das Spielprinzip langsam schal wird. Es mag schon stimmen, dass Guitar Hero 6 nicht viel neues bringt, aber ehrlich gesagt: Wen kümmert's? Das Spiel macht vor allem im Party-Modus ganz einfach enorm viel Spass. Anfänger und Profis können problemlos zusammenspielen, und nach kürzester Zeit macht sich gute Laune breit.

Dazu kommt, dass Hauptkonkurrent Rock Band sich in jüngster Zeit eher in Richtung Realismus bewegt, mit einer komplexen Gitarre und einem richtigen Keyboard. Das ist lobenswert, bedeutet aber, dass Guitar Hero im Party-Bereich nun faktisch zum Alleinherrscher wird.

judgementbox
Guitar Hero 6 - Warriors Of Rock
Positiv

Tolles Partygame, mitreissende Rocksongs, einfache Einstiegsmöglichkeiten, schnelles Vorwärtskommen bei intensiver Übung, gut implementierte Kombination von Gesang und Instrumenten

Negativ

Mitbestimmung bei Grundausstattung an Musik wäre wünschenswert, Singleplayer eher für Ehrgeizige und Dudelgame-Fanatiker

Alleine spielen: Nur für Fans.
Mit Freunden auf dem Sofa spielen: Sehr gut!
Mit Freunden im Internet spielen: Sehr gut!
Du kannst DN, den Autor dieses Beitrags, über seine Kontakt-Seite erreichen.


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