MAJIN AND THE FORSAKEN KINGDOM
Testbericht | PS3 | Xbox 360

Majin And The Forsaken Kingdom

vor 6 Jahren von DN, Aktualisiert: vor 6 Jahren

Ein Königreich, das in Finsternis gefallen ist, und ein tapferer Dieb, der sich aufmacht, mit Hilfe eines legendären Wesens das Land vor dem Verderben zu retten. Die Zutaten für ein märchenhaftes Abenteuer sind vorhanden. Was hält die fantasievolle Zusammenarbeit des Duos für Abenteuerfreunde bereit?

Es war einmal...

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Die Welt liegt im Schatten einer bösen Macht. Krieger der Finsternis überfallen die Burgen, Städte und Dörfer des Landes und die schleimig-düsteren Übeltäter kennen keine Gnade. Da kommt ein vorerst namenloser Dieb gerade richtig, der neben seinem Durst nach Reichtum und Juwelen auch über einigen Mut und guten Willen verfügt, und sich der Sache annimmt. Kurz nach dem Einstieg ins Spiel und dem Verlust seiner einzigen Waffe wird ihm schnell klar, dass er die monströse Aufgabe nur mit etwas handfester Hilfe bewältigen kann. In einem verlassenen Schloss befreit er den legendären Majin namens Teotl, der ihm fortan zur Seite steht. Teotl, eine charmante Mischung aus Quasimodo und einer Fee, gibt dem Dieb auch gleich einen richtigen Namen — Tepeu.

Gemeinsam machen sie sich also auf, die Welt von den finsteren Mächten zu befreien, und sich über allerhand Geschehnisse aus der Vergangenheit zu unterhalten. Nach und nach entfaltet sich die Geschichte, und mit ihr auch die Mächte des zu Beginn noch eher an Altersschwäche leidenden Teotl. Alle möglichen Tierchen wie Mäuse, Vögel und andere Biester stehen den beiden an Weggabelungen und in Verliessen mit Rat und Tat zur Seite. Sie alle haben scheinbar grosses Interesse am Gelingen der menschlich-dämonischen Kooperation.

Yaaay, Yaaay! Das Duo Infernale

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Der Spieler schlüpft in die Rolle des agilen Diebes Tepeu, und hat gleichzeitig die Kontrolle über Teotl, welchem man mit einem gelungenen, einfachen Interface Befehle erteilen kann. Folgen, stehenbleiben, auf höher gelegene Mauervorsprünge raufhelfen, Mauern einreissen, Gegner zerbröseln und Türen öffen gehören zu den Option. Dazu kommen kontextbedingte Aktionen wie das Spannen einer Riesenschleuder und anderen Dingen.

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Tepeu andererseits darf weniger seine Fähigkeiten, als vielmehr seine Ausrüstung Schritt für Schritt nachbessern, welche ihm zu mehr Durchschlagskraft und neuen Fertigkeiten verhilft. Das ICO-Prinzip ist natürlich nicht neu, aber kommt stimmig umgesetzt daher und spielt sich flüssig. Der Teotl-Zottel wächst einem schnell ans Herz. Das gutmütige Riesenwesen quittiert einen Zwischenerfolg des öfteren mit freudigem Ausruf und Jubel, und das kommt geradeheraus witzig daher. Zu Beginn stolpert er auch mal über eine Schwelle in seiner Tolpatschigkeit, oder bleibt mitten in einem Kampf verwirrt stehen, wenn zuviele Gegner herumschwirren. Das macht den Kollegen vom Riesendepartement sympathisch.

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Der Mocken ist ein verfressenes Kerlchen, ständig hungrig, und interessiert sich einen Feuchten für Goldschätze und Juwelen. Das wiederum freut Tepeu natürlich ungemein, ist das doch voll sein Metier. Auch im Kampf ergänzen sich die beiden toll. Tepeu sollte wann immer möglich im Hintergrund bleiben, sonst stirbt er ziemlich schnelle Tode. Mitten ins Getümmel zu steuern macht dann Sinn, wenn man Teotl von lästigen Krabbelgegnern auf dessen Rücken befreien muss, oder zu den mächtigen Kombos ansetzt, die in direkter Verbindung mit dem Riesen möglich sind. Diese schauen ganz nebenbei erwähnt auch toll aus und erinnern etwas an die Kombinationsmoves aus dem zweitneusten Prince Of Persia-Game aus dem Hause Ubisoft.

Mondschein und Zauberland

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Die Spielwelt ist Metroidvania-mässig als ein grosses Labyrint konzipiert, deren Bereiche erst nach und nach durch das Erlangen von bestimmten Items oder Fertigkeiten zugänglich werden. Verirren kann man sich quasi nicht, die Karte leistet bei der Orientierung gute Dienste. Man wird zwar den einen oder anderen Weg mehrmals unter die Füsse nehmen müssen, aber das kaum. Grossartiges Grinden ist eigentlich auch nicht nötig, die nach und nach erworbenen Skills lassen ein vernünftiges Vorankommen ohne weiteres zu. Wer alle Schatztruhen, Items und Bonus-Gegenstände finden will, muss sich einfach ein bisschen mehr anstrengen. Bei einem normalen Durchlauf ohne viel Zusatzanstrengungen kommt man locker auf ein Dutzend Spielstunden, und das ist doch schon angenehm viel.

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Die Umgebungen sind teils bezaubernd, teils etwas flach umgesetzt. Der Tag-Nacht-Zyklus schafft eine stimmige Atmosphäre. Die seltenen Tearings und Texturprobleme fallen aber nicht weiter ins Gewicht. Nerviger sind da die teilweise etwas klobigen Controls des Diebes, der gemessen an heutigen Standards über ein paar akrobatischere Moves verfügen dürfte.

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Die Gegner haben einen eigenen originellen Stil mit ihren Tentakeln und der teerigen Konsistenz. Allgemein ist das Artwork eine der Stärken des Spiels und weiss zu gefallen. Sämtliche Gegner bestehen aus einer Mischung aus schwarzem Rauch und einer klebrig-schwarzen Flüssigkeit, auch die Minibosse und richtig grossen Widersacher. Das macht sie von weitem einfach identifizierbar. Sie verfügen zwar nicht über eine riesig tolle Intelligenz, aber das Spiel lässt verschiedene Lösungswege für bestimmte Situationen zu. Gegner wegsperren, verhauen mit Hilfe von Teotl, oder elegantes Umgehen sind des öfteren optional machbar.

Fazit

Majin ist ein cooles Abenteuer mit einigen wenigen Macken. Wer Spiele wie Zelda, Metroid, Castlevania (die älteren), ICO oder Darksiders mag, sollte hier zugreifen, da nicht alle Tage was in der Art erscheint.

Sehr gut gelungen ist Teotl als Tepeu's Buddy. Der zottelige Riese stellt sich als herzerwärmendes Gutmüts-Monster heraus, die Animationen der Charakteren allgemein schauen toll aus. Besonders Teotl macht eine gute Figur wenn er ein paar Gegner wegdrischt oder auf ihnen rumtrampelt.

Nicht ganz lupenrein ist die Technik. Einige Hickups in der Grafik und die teilweise etwas klobigen Controls von Tepeu hätte man durchaus ausbügeln können mit etwas mehr Testing.

Wir bedanken uns bei Namco Bandai für die freundliche Bereitstellung einer Vollversion zu Testzwecken. Getestet haben wir die Xbox 360-Version.


judgementbox
Majin And The Forsaken Kingdom
Positiv

Cooles Kooperativgameplay, stimmige Umsetzung des Metroidvania- und ICO-Prinzips, origineller optischer Stil, flüssige Controls bei Befehligung des Majin Teotl

Negativ

Leider kein Split-Screen-Kooperativmodus — wäre denkbar gewesen und durchaus reizvoll, Grafik manchenorts etwas platt, Plattforming in Tepeu's Haut manchmal etwas klobig und nicht ganz präzis

Alleine spielen: Sehr gut!
Mit Freunden auf dem Sofa spielen: Gibt's nicht.
Mit Freunden im Internet spielen: Gibt's nicht.
Du kannst DN, den Autor dieses Beitrags, über seine Kontakt-Seite erreichen.


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Majin And The Forsaken Kingdom
Erhältlich für PlayStation 3, Xbox 360
Von Namco Bandai (Developer, Publisher)