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Meinung | PS3 | Xbox 360

Unnötige Multiplayermodi verschwenden Zeit & Geld

vor 6 Jahren von DN, Aktualisiert: vor 6 Jahren

Wer kennt das nicht: Die Single-Player-Kampagne war ein Reisser, die Story toll, die Charakteren fassbar und nach einigen Stunden Abenteuerreise läuft der Abspann. Dann heisst es entweder von vorn anfangen oder sich dem Online-Multiplayer-Modus widmen.

Screenshot

Bitte nicht...

Nicht selten logt man sich aber bald wieder aus ob allzu vielen «Schonmal-gesehen»-Eindrücke und der x-ten eher einfallslosen Variante von Deathmatch. Was bloss treibt die Entwickler dazu, allen möglichen Games einen Online-Modus zu verpassen? Wieso wird die Zeit nicht in mehr Zusatzkapitel oder längere Kampagnen investiert?

Unsere amerikanischen Kollegen von Kotaku haben sich vor kurzem mit dem momentan vorherrschenden Multiplayer-Wahn befasst. Randy Pitchford, Chef von den Gearbox Studios (Borderlands, Brothers in Arms) wird zitiert, und natürlich geht es wiedereinmal darum, möglichst allen möglichst alles recht zu machen. Und dies wiederum natürlich aus der einfachen Annahme heraus, dass mehr Kopien eines Spiels über den Ladentisch wandern, wenn man mehr Spielmodis mit einbaut. Fakt ist, wie Randy treffend ausführt, dass eine solche Zusatzkomponente keinen signifikanten Einfluss auf die Verkaufszahlen hat, allerdings einen Haufen Geld kostet.

Da scheint ein fataler Denkfehler seitens mancher Publisher vorzuliegen. Kein Mensch kauft sich Games wie Uncharted 2 oder Dead Space 2 hauptsächlich oder auch nur nebensächlich wegen dem zusätzlich enthaltenen Online-Multiplayer. Das lässt sich aus den Verkaufszahlen in Kombination mit Nutzungsfrequenzen der Online-Gefechte schliessen. Den Grundstein für den Erfolg der beiden Titel haben die jeweiligen mit Höchstnoten versehenen Vorgänger gelegt. Diese sind beide vorzüglich ohne Multiplayer-Gefechte ausgekommen sind. Die Online-Server für beispielsweise Dead Space 2 werden höchstwahrscheinlich bald wieder geschlossen, da deren Unterhalt nota bene auch Geld kostet. Die Nutzung ist relativ dazu einfach zu gering.

Online Co-Op ist eine Sparte für sich, und wäre statt der ewiggleich aufgebauten Versus-Modes bei vielen Titeln eine wünschenswerte Ergänzung. Aber was treibt die Entwickler dazu, dermassen viel Zeit in ausbalancierte und ausreichend vielseitige Online-Battles Gamer gegen Gamer zu investieren?

Wirklich viel Spass machen bekanntlich seit je her eher Egoshooter im Online-Kräftemessen. Und auch da gibt es wesentlich mehr schlechte Beispiele als gelungene Erfolgsgeschichten. Die genial aufpolierten Online-Modis von sehr erfolgreichen Arena-Games wie Halo 3, Killzone 2, Call Of Duty: Modern Warfare, Battlefield: Bad Company oder Counter Strike basieren auf einer annähernd idealen Mischung aus Simplizität, kerniger Action, Zugänglichkeit und Langzeitmotivation.

Der Irrtum

Bloss lässt sich der Verkaufserfolg eines Call Of Duty nicht annähernd imitieren, wenn man einem eher storylastigen Actiontitel einfach einen Online-Versus-Modus spendiert. Ein Titel wie Uncharted oder Dead Space hat ein einigermassen umreissbares Marktpotential an Spielern, die sich mit dem Setting, der Spielweise und dem Look & Feel identifizieren und sie deswegen lieben.

Darum meine Bitte: Liebe Entwickler, habt ein Gespür für die Eigenart einer Franchise und investiert doch lieber etwas mehr Zeit in längere Kampagnen, Story-Zusatzkapitel, allenfalls Online-Co-Op und vor allem in alternative Story-Achsen mit mehreren Enden. Dafür könnte der eine oder andere kurzlebige Online-Versus-Modus ruhig da bleiben wo er als Skizze angefangen hat, nämlich in der Schublade.

Via Kotaku via EDGE

Du kannst DN, den Autor dieses Beitrags, über seine Kontakt-Seite erreichen.

Bilder


# vor 6 Jahren
Ooooh was gäbe ich für acht Stunden mehr bei Uncharted 2 anstatt des Multiplayer =) Der Multiplayer macht nur bei gewissen Games Sinn, wie ihr gesagt habt. Ist doch deprimierend wenn man ein Spiel anfängt und man schon im Voraus weiss das es nach knapp 6-7 Stunden vorbei ist.
StephSteph
 
 


9812
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# vor 6 Jahren
Für den Kaufpreis eines neuen Spiels sind 6-7 Stunden Unterhaltung schon nicht gerade besonders akzeptabel. Andererseits: lieber 10 Stunden volle Spannung als 50 Stunden langweiliges Grinding.

So oder so: bei Spielen wie Uncharted Geld in einen sinnlosen Multiplayer-Modus zu stecken ist reine Verschwendung.

Dazu kommt, dass gerade bei Autorennspielen viel Geld in einen Online-Modus investiert wird, gleichzeitig aber der Offline-Multiplayer-Modus ganz vergessen geht. Was macht mehr Spass: Mario Kart mit Freunden auf dem Sofa spielen, oder mit irgendwelchen fremden Typen im Internet?
LKMLKM
 
 


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# vor 6 Jahren
fand ja darksiders mit einer gesamtspielzeit von ziemlich genau 24h, und davon ca. 5h "in combat", sehr angenehm.

online multiplayer-modi sollten eigentlich eher als add-on erhältlich sein.
(vorausgesetzt es ist technisch machbar.) sodass die entwicklungskosten
auch nur auf diejenigen user abgewälzt werden, die davon auch gebrauch machen.
shinobishinobi
 
 


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# vor 6 Jahren
@LKM: Natürlich kann es nicht sein, wenn Games «künstlich» in die Länge gezogen werden.

@Shinobi: Finde ich einen vernünftigen Ansatz. Wer Online-Battles mag, soll sich die Komponente dazukaufen, wie einen DLC. Ebenso wären mehr und vor allem in Sachen Umfang und Qualität hochstehendere Zusatzkapitel per Download wünschenswert. Immer vorausgesetzt, es macht Sinn. Hätte z.B. gern noch ein paar Stunden mehr im Himalaya verbracht mit Uncharted 2.
DNDN
 
 


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# vor 6 Jahren
Gründe für die Annahme, dass Online Modi den Kaufentscheid beeinflussen liegen ja nur teilweise in der Möglichkeit, irgendwelche lieblos zusammengebastelten Multiplayervariationen zu zocken. Hier kommen auch Überlegungen wie die Empfehlung durch Freunde «Du kannst das mit mir zocken!», die Einschränkung der Inhalte wiederverkaufter und raubkopierter Spiele «Oflline vollwertig, Onlineaccount schon gebraucht oder als Crack nicht machbar» zum Tragen.

Also müsste die Rechnung anders lauten. Lohnt es sich, Server und Programmieraufwand für Multiplayermodi bereitzustellen, um zu Beginn des Hypes um den neuen Titel mehr Verkäufe zu generieren oder ist der Frust über die z.T. unangebrachten Spielemodi grösser und schadet somit längerfristig dem Ruf und somit auch den Verkaufszahlen?

Ausgehend von der Wichtigkeit kurzfristiger Erfolgszahlen und dem gegenwärtigen Trend scheint sich der Aufwand also (noch) zu lohnen.

Dieser Kommentar wurde nach seiner Veröffentlichung vom Autor nochmals geändert.

ManmanManman
 
 


1990
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5 Kommentare
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