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Attacke auf PSN doch von Anonymous-Anhängern?

vor 5 Jahren von DN, Aktualisiert: vor 5 Jahren

Der Angriff mit nachhaltigem Effekt auf das PlayStation Network, der zum weltweiten Ausfall und zum Verlust von Millionen von Kundendaten führte, war gemäss zwei langjährigen Angehörigen der Gruppierung von einem einzelnen Mitglied oder einer Gruppe von ANS-Leuten durchgeführt worden. Die Aktion mit dem Codenamen «OpSony» war zur Behinderung von Sony's Online Services ins Leben gerufen worden, die «erfolgreichen» Hacker aka Täter waren dabei jedoch weiter gekommen als irgendjemand bei Anonymous zu Beginn gedacht hätte – und wohl auch der Rest der Welt nicht.

«We are legion»

Ein Mitglied von Anonymous sagte gegenüber den Journalisten der Financial Times, dass in einem Forum von ANS kurz vor dem Hackerangriff technische Details aufgetaucht waren, welche Sonys Schwachstelle im System beschrieben, über welche der spätere Angriff ausgeführt wurde. Besonders pikant ist die Tatsache, gemäss dem Mitglied von ANS, dass die Publikation dieser Information von einem Mitglied kam, welches stark in das OpSony-Vorhaben involviert war. Es dürfte sich hier also um den entscheidenden Hinweis auf die Täterschaft handeln.

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Ein anderer Veteran, der am Hacker-Angriff auf die Sicherheitsfirma «HBGary Federal» beteiligt gewesen war, meinte, dass mit Hilfe dieser Information in der Folge genauso gut andere ANS-Mitglieder den Angriff auf Sony's PSN geführt haben könnten.

«If you say you are Anonymous, and do something as Anonymous, then Anonymous did it,» meinte der Hacker, der unter dem Nickname Kayla operiert. “Just because the rest of Anonymous might not agree with it, doesn’t mean Anonymous didn’t do it.”

«Wenn du sagst du bist (ein Teil von) Anonymous, und du tust etwas in dieser Rolle, dann hat es Anonymous getan. Auch wenn vielleicht nicht alle anderen Mitglieder damit einverstanden sind, heisst das nicht, dass Anonymous es nicht getan hat.»

Anonymous dementiert – vergeblich

Am letzten Donnerstag hat ANS noch einmal via Blog verlauten lassen, dass «Let’s be clear, we are legion, but it wasn’t us. You are incompetent Sony.»

«Dass das klar ist: Wir sind eine Einheit, aber wir waren's nicht. Du bist inkompetent, Sony.»

Diese Aussage muss als offizielle Stellungnahme gelesen werden, welche aber über wenig Aussagekraft verfügt. ANS ist ein sehr lose und anti-hierarchisch organisierter Verbund von Idealisten, Freiheitsliebenden und Programmierern. Jedermann kann sich der Gruppe anschliessen, und jederzeit unter dem geheimen Deckmantel der Organisation eine solche Aktion wie gegen Sony durchziehen.

Normalerweise werden Ideen für solche oder ähnliche gelagerte Vorhaben in ein Forum gepostet, und bei ausreichender Unterstützung durchgeführt. In dieser Hinsicht war der Angriff auf Sony sehr aussergewöhnlich, selbst für eine mysteriöse Gruppierung wie Anonymous.

Ein weitere ANS-Member stellte fest, dass seitdem das FBI und die Ermittler von der Homeland Security auf den Plan gerufen wurden, einige Forum-Betreiber und Moderatoren von ANS spurlos verschwunden seien. Hätten sie keinen «Dreck am Stecken», wäre ein virtuelles Untertauchen wohl nicht vonnöten gewesen.

» Artikel zum Thema in der Financial Times

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