BRINK
Testbericht | PS3 | PC | Xbox 360

Brink

vor 5 Jahren von SW, Aktualisiert: vor 5 Jahren

Bevor man ein Spiel überhaupt mal selber spielt hat man immer gewisse Erwartungen. Durch Werbung und News bekommt man einen Vorgeschmack auf das Produkt, Bilder und Previews werden gezeigt. Bei Brink waren die Vorschusslorbeeren gross, trotz der Tatsache dass die Leute von Bethesda alles andere als Shooter-Experten sind. Wir haben den Titel für euch unter die Lupe genommen, und so spielt sich der Sci-Fi-Multiplayer-Actionoper:

Das Universum von Brink

Screenshot

Das Spiel startet mit der Charakter-Gestaltung. Und hier sollte man noch meinen: «Wow, das schaut gar nicht so schlecht aus!» Mit vielen Details lässt sich die Spielfigur aussschmücken, wobei vieles erst freigeschaltet werden muss.

Das gilt sowohl hierfür, als auch für Waffen, Upgrades, Fähigkeiten usw. Während man am Gestalten des Charakters ist, wird einem übrigens schnelle einmal die nervige Menümusik bewusst.

Nach der Erstellung unseres Protagonisten stehen uns drei Spielmodis zur Verfügung:

  • Freies Spiel: Hier startet man Online gegen andere Leute oder je nachdem gegen Bots welche die offenen Plätze ersetzen. Oder man kann ein privates Spiel erstellen in welchem man gegen Freunde spielt.

  • Aufgaben: Wie es der Name schon sagt werden hier Aufgaben absolviert, sprich verschiedene Ziele erfüllt. Dadurch kann man Ausrüstung und weitere Features freischalten und bekommt Erfahrungspunkte.

Screenshot

  • Kampagne: Man spielt die Geschichte des Bürgerkriegs auf der Ark. Erzählerisch ziemlicher Käse. Zum Glück kann man die Einleitungsvideos abbrechen, denn auf harte Jungs welche über die Notwendigkeit eines Krieges rumdiskutieren, hat man so gar keine Lust.

Die Karten, die die Welt bedeuten

Alles in allem erhält man acht, ja meine Lieben, acht (eight, huit, oito) Karten. Nicht gerade sehr viel. Für die Wahl bestimmter Eigenschaften stehen uns vier Soldatenklassen zur Verfügung. Der Mechaniker, der Soldat, der Hacker oder der Sanitäter – auch das kennen wir schon.

Screenshot

Jeder dieser Gesellen hat spezielle Eigenschaften. So kann nur ein Hacker etwas hacken oder nur der Soldat kann Bomben legen um Dinge in die Luft zu jagen. Der Sanitäter wiederum versorgt einem mit Medipacks oder Wiederbelebungsspritzen. Oder der Techniker kann zum Beispiel eine tickende Bombe entschärfen. Soweit so gut, fehlt natürlich noch «ne gscheite Wumme». Hier gibt es eine nette Auswahl an diversen MG`s, Pistolen, Minigun usw. Allerdings unterscheiden sich die Waffen spielerisch nicht sehr deutlich voneinander.

Teamplay, der Schlüssel zum Erfolg?

Brink wurde ja sozusagen als Teamplay Sensation gehandelt. Und das muss man dem Spiel lassen: Zusammenarbeit ist wichtig. Denn alleine kommt man nicht weit.

Man braucht die verschiedenen Klassen um die Ziele zu erreichen. Und alles wird bewertet und gibt Punkte, also bringt es nichts wenn man am Schluss zwar die meisten Gegner niedergestreckt hat aber sonst nichts zum Team beigetragen hat.

An den Komandoposten kann man jederzeit die Waffe und auch die Klasse wechseln. Ausserdem ist das Leveldesign mit Abkürzungen und Umwegen sehr verwinkelt, so kommt man zwischendurch schon mal ins Grübeln welche Taktik nun am besten geeignet ist. Man braucht schon einige Zeit bis man sich mit der Spielmechanik vertraut gemacht hat. Deshalb ist Brick für Anfänger vielleicht etwas zu kompliziert. Hat man den Dreh aber erst einmal verstanden, kann es aber durchaus Spass machen.

Screenshot

Wäre da nicht... die künstliche Inkompetenz, kurz die KI. Brink ist wirklich ziemlich komplex, und die KI scheint mit der Fülle an Aufgaben nicht so richtig umgehen zu können.

Online geht das ja noch einigermassen, denn da trifft man mehr auf reale Spieler. Aber in der Kampagne – phuu – das kann sehr anstrengend sein. Ausser dass der Sanitäter einem immer mal wieder auf die Beine hilft, wird man von den übrigen doch etwas im Stich gelassen. Ich hoffe wir werden bald mit einem zünftigen Update beglückt welche wenigstens die KI-Schwächen wieder wett macht. Sogar die KI-Gegner in Bulletstorm verhalten sich zumeist schlauer.

Wer rastet der rostet

Damit ist die Technik gemeint – die Präsentation und die Optik. Grafisch bewegt Brink eher unter dem Durchschnitt. Wenn man bedenkt was technisch noch aus der PS3 rauszuholen ist, beispielsweise die Engine von Killzone, der wird sich mit der Technik von Brink nur schwer anfreunden können.

Eine präzise Physik sucht man hier übrigens weitgehendst vergeblich. War ich zuerst schon fast erstaunt bei der Charaktergestaltung, war ich dann umso mehr enttäuscht von der eigentlichen Spielgrafik. Starke Kantenbildung, grobe Texturen welche sich nur schwer aufbauen, schwache Explosions-/ und Feuereffekte, etc. Auch der Sound konnte mich nicht überzeugen. Die Waffensounds sind höchstens Durchschnitt und die Sprachausgabe ziemlich lahm.

Den letzten Punkt den ich noch ansprechen will sind die kleinen Fehler die sich eingeschlichen haben. Nicht immer wird ein gesprochener Satz dann auch wirklich fertig gesprochen sondern reisst plötzlich bei den letzten Worten ab.

Screenshot

Fazit

Brink versucht vieles gut und richtig zu machen, was leider nicht ganz gelingt.

In der vorliegenden Form kann ich das Game leider nicht empfehlen, höchstens für wirkliche Ego-Shooter Fans.

Einige Ideen sind cool und das Leveldesign würde die Möglichkeit für viel Taktik bieten. Dennoch, für eine Kauf-Empfehlung sind hier einfach zu viele Fehler im Spiel und hinterlassen einen etwas faden Nachgeschmack. Schade das man das Potenzial nicht voll ausgeschöpft hat.

Wir bedanken uns bei Bethesda für die freundliche Bereitstellung einer Vollversion zu Testzwecken. Getestet haben wir die Ausgabe für PlayStation 3.


judgementbox
Brink
Positiv

Leveldesin würde viel Taktik erlauben, cooler Charaktereditor, Teamwork ist wirklich essenziel, die vier Klassen machen Spass

Negativ

Schwache Technik und KI, dürftiger Umfang, Solokampagne uninteressant, nur acht menschliche Mitspieler erlaubt

Alleine spielen: Vermeiden!
Mit Freunden auf dem Sofa spielen: Nur für Fans.
Mit Freunden im Internet spielen: Nur für Fans.
Du kannst SW, den Autor dieses Beitrags, über seine Kontakt-Seite erreichen.


Abonniere Kommentare zu diesem Artikel.ch als RSS-Feed
Brink
Erhältlich für PlayStation 3, Windows PC, Xbox 360
Von Bethesda Softworks (Developer, Publisher)