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HALO 4: Interview mit einer Legende

vor 4 Jahren von DN, Aktualisiert: vor 4 Jahren

Quo Vadis Masterchief? Lange war es ruhig um die Franchise. Dass die Geschichte um den Kampf der Menschheit gegen die Allianz und gegen die gespenstischen Flood weitergeht, wussten wir schon als die eher lauwarme Zwischenfolge «Reach» in unseren Konsolen drehte. Bungie war offenbahr etwas Halo-müde. Was hat 343 mit der Franchise vor?


Volle Kanne Halo 4

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Das Swiss Community Network hat sich in San Francisco mit "Halo"-Legende Frank O'Connor getroffen und enthüllt brandneue Details zur Story. Wir zeigen euch ausserdem auf, wie das neue Entwicklerteam von 343 Industries den MasterChief zum einen mehr als wandelnde Kampfmaschine, aber auch viel menschlicher, viel persönlicher porträtieren will. Ein Blick hinter die Kulissen, das exklusive Making Of live von Microsofts Hausmesse X12 in San Francisco.

SCN: Du kommst von Bungie, hast dort jahrelang die gesamte Halo-Franchise, sowie die Produktion von "Halo: Reach" betreut. Wie fühlt es sich an jetzt sein Baby in den Händen eines anderen Teams zu sehen?

Frank O'Connor: Grossartig, ich meine 343 Industries sind echte "Halo"-Nerds. 343, das steht für den 343 Guilty Spark, jener irren künstlichen Intelligenz, die im ersten "Halo" den Ring 04 schützen sollte. Ausserdem sind die Jungs und Mädels eigentlich nur für unsere Kunden neu, Microsoft und Bungie arbeiten schon lange mit 343 zusammen da das Team alle Merchendising-Produkte, aber auch Bücher für uns betreut hat und immer schon sehr eng in die Entwicklung der Marke "Halo" eingebunden war. Und ich denke mit "Halo: Anniversary" haben wir gesehen was die Jungs drauf haben. Dieses Feature instant, also wirklich auf Knopfdruck, grafisch 10 Jahre zurückzuspringen war einfach sau cool.

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SCN: Vor 10 Jahren sagte id Softwares Guru John Carmack mal: "Story in Spielen ist in etwa so wichtig wie im Porno". Heute haben wir grosse Geschichtenerzähler wie Remedy mit "Alan Wake" oder Rockstar, die in "L.A. Noire" fast komplett auf Action verzichten. In "Halo" gab es immer diesen Schuss Menschlichkeit, diesen Schuss Selbstzweifel ob das was die Menschheit tut richtig ist. Und ob sie überleben wird. Aber letztlich bleibt der Chief doch extrem unnahbar, schon weil er seinen Helm nicht absetzt. Ändert ihr das?

Frank O'Connor: Die Geschichte von "Halo" ist ohne Zweifel keine moralische. Eine Nation nimmt seinen Bürgern ihre Kinder weg, pflanzt ihnen Chips ein und trainiert sie zu Kampfmaschinen. Ein bisschen wie im echten Sparta in der Antike – nur ohne Chips (er grinst). Ihre Überlebensrate ist gering, der Tod der Babies wird in Kauf genommen. Ihre Familien leiden und es stellt sich die Frage: Ginge es nicht auch anders? Aber dann greifen wieder die Covenant an, zerstören Städte, ganze Weltraumbasen, vernichten Soldaten und Familien. Die UNSC sagt immer: Es muss sein, ohne das Spartan-Programm riskieren wir den Fortbestand der menschlichen Rasse. Insgeheim wissen wir aber das die Spartaner gezüchtet wurden um den Herrschaftsanspruch der Regierung zu stärken. Zur Unterstützung regulärer Armeen im Kampf gegen menschliche Aufständische. Das wirft Fragen auf, mit denen wir in "Halo 4" mehr spielen wollen.

SCN: Wird die Zivilbevölkerung generell mehr einbezogen? Meistens erleben wir ja eher Grossangriffe auf Raumkreuzer oder militärische Basen, haben aber sehr wenig mit dem Volk zu tun.

Frank O'Connor: Wir wollen dafür auf jeden Fall Raum schaffen. Natürlich gibt es da den einfachen Bauern oder den Piraten, der seinen Geschäften nicht mehr nachgehen kann. Vor Allem aber Familien, die ihre Söhne verlieren. Wir wollen mehr mit echtem Emotionen arbeiten, die müssen aber von allein kommen. Wir halten nicht viel von diesen "Schau wie die Menschen sterben, leide mit"-Cutscenes wie sie andere gern einsetzen. Aber das ist Geschmackssache.

SCN: In "Halo 3" wird der Master Chief eingeschläfert und in eine Cyro-Kammer gesteckt. Er treibt in seiner Kapsel auf einen grossen Planeten zu, laut einer Arthurianischen Weisheit „bis die Welt einen Held braucht“. Doch das Raumschiff explodiert, Feuerbälle schlagen heraus, ein fieser Cliffhanger. Bleibt der Chief der Held, wie wir ihn kennen?

Frank O'Connor: Ich denke es gibt da keine zwei Wege, er ist der Chief. Er ist die Kampfmaschine und die Hoffnung der Menschheit. Aber ich finde das "Glasslands" die ganze Hintergrundgeschichte schön beschreibt und einen fliessenden Übergang zu "Halo 4" schafft. Karen Traviss, die übrigens auch alle Charaktere in "Gears of War 3" als Chefautorin geschrieben hat, erklärt die Tiefe der einzelnen Charaktere. Wir haben da Doctor Halsey, eine Wissenschaftlerin der UNSC die damals John 117 "erschuf", also ihn genetisch veränderte und zu dem machte was er heute ist. Da ist Profitgier, da ist das Streben nach Macht. Halsey wird von egoistischen Motiven angetrieben, das wird "Halo 4" bereichern. Mehr kann ich leider nicht verraten (er grinst).

Ihr sprecht kontinuierlich von John 117, weniger vom Chief. John war immer der anonyme Charakter, über den wir quasi nichts wissen, die Kampfmaschine ohne Gefühle, der einfach nur auf Befehle reagiert. Wird sich das mit "Halo 4" ändern? Wo siehst du die Evolution zwischen den Teilen?

Frank O'Connor: Bevor ich das erste Mal "Halo: Combat Evolved" gespielt hab dachte ich – Shooter brauchen keine Story. Gib mir was zum Abknallen und gut ist es. Und dann hab ich dieses Universm kennengelernt. Ich denke in "Halo 2" war der Master Chief eigentlich nur eine Rüstung, eine leere Hülle die der Spieler mit seinem Spielstil füllen sollte. In "Halo 4" ist das ganz anders. John 117 ist ein Held, jeder in der Galaxie weiss was er geleistet hat. Soldaten salutieren vor ihm, aber vor Allem vertrauen sie ihm. Wenn er sie in ein Gefecht schickt, dann glauben sie sich in guten Händen. Das wird harte Entscheidungen mit sich bringen, etwa wenn es darum geht junge Soldaten einen Frontalangriff starten zu lassen im Wissen das sie sterben, um selbst eine militärisch wichtige Anlage abzuschalten oder eine Code zu klauen.

SCN: Wow, sprechen wir von einem Multiple-Choice-System wie in "Mass Effect 3"?

Frank O'Connor: Nein, definitiv nicht. Wir sind ganz klar und deutlich ein Ego-Shooter, kein Rollenspiel-Shooter. Es ist geskriptet, aber so erzählt das es den Spieler dennoch nachdenklich stimmt.

SCN: Letzte Frage. Werden wir erfahren wie Petty Officer John zum Master Chief wurde? Vielleicht sogar seine Eltern kennenlernen, seine ganze Geschichte erfahren?

Frank O'Connor: Oh wow, wenn ich das jetzt verrate könnten sich einige fies gespoilert fühlen. Hmm, was ich dir verraten kann ist dieses: Das einzige Leben, was John seit dem 6. Lebensjahr kennt ist das eines Soldaten. Wie es dazu kam und wie er letztlich zum mächtigsten Soldaten der Menschheit wurde, erzählt die Geschichte von „Halo 4“.


Mehr Infos zu Story und Gameplay, sowie zum niegenagelneuen Multiplayer gibt es bei unseren Kollegen von GAMES.CH »


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