NEWS
News | PS3 | Xbox 360

Keine gebrauchten Games auf PS4 & Xbox 720?

vor 5 Jahren von DN, Aktualisiert: vor 5 Jahren

Gemäss diversen Berichten von amerikanischen Gamesites werden die Nachfolger zur aktuellen HD-Konsolen-Generation keine gebrauchten Games mehr abspielen. Demnach wäre ein ständiges Online-Log nötig, wie das auf PCs via Steam bereits für gehörigen Ärger gesorgt hat. Spiele als Realität des Überwachungsstaates? Ausserdem: Codenamen und Erscheinungstermin beider Konsolen gerüchteweise bekannt.


Vorab die bekannten «Fakten»Â zu PS4 und Xbox 720

Die Informationen rund um die Nachfolger sind natürlich weder von Sony noch von Microsoft kommentiert oder bestätigt worden. Nichts desto trotz scheint es sich dabei um Angaben mit einiger Trefferwahrscheinlichkeit zu handeln.

Zuerst zur PlayStation 4: Gemäss einer Quelle, welche Kotaku als zuverlässig einstuft — was nichts heissen muss — wird momentan auf Hochtouren hinter verschlossenen Türen an der PlayStation 4 aka. ORBIS gearbeitet. Erste Dev-Kits sollen bereits bei Developern eingetroffen sein, und der Launch ist für Weihnachten 2013 vorgesehen. Würde dies wirklich zutreffen, werden wir dieses Jahr an der E3 oder an der Gamescom auf jeden Fall davon hören. Sony wird den Nachfolger zur PS3 sicherlich nicht erst ein halbes Jahr vor Verkaufsstart ankündigen.

Screenshot

Gemäss Kotaku soll die ORBIS / PS4 einen AMD x64 CPU und einen AMD Southern Islands GPU mit ordentlich Feuer unter dem Allerwertesten mit an Bord bringen. Wäre dies wahr, würde Sony die Rückwärtskompatibilität über die Reling werfen. Dies erachte ich als durchaus möglich, gemessen am Verfahren mit der PS2-Kompatibilität der PS3 relativ kurz nach Verkaufsstart.

Screenshot Screenshot

Kommen wir zur Xbox 720: Der Nachfolger der 360 segelt momentan unter dem Codenamen «Durango», leider wurde bisher relativ wenig zu den genauen Specs bekannt. Als gesetzt gilt die Verwendung von BluRays statt DVDs, und eine neue Version von Kinect mit eigenem Microprozessor für genauere Erfassung des Spielers wird mit der neuen Konsole lanciert.

Spekulationen hinsichtlich der Rechenpower beider System gehen dahin, dass man von acht- bis neunfachem Schub im Vergleich zu den aktuellen Systemen ausgehen kann. Alles natürlich spekulativ, nichts bestätigt.

Alte Games für den Mülleimer

Wesentlich aufregender ist das Gerücht, dass sowohl Sony als auch Microsoft einen Plan aushecken sollen, und entsprechende Vorkehrungen in der neuen Hardware treffen werden, um das Spielen von Occasions-Games zu verunmöglichen. Würde dies zutreffen, müssten wir in Zukunft das Online-Pass-System (wogegen wir uns mehrmals explizit ausgesprochen haben) als generell angewendete Praxis in Kauf nehmen.

Digitale Distribution wird zunehmen. Soviel steht fest. Digital gekaufte Games können so oder so nicht ausgeliehen, weiterverkauft oder sonstwie nutzbar gemacht werden. Soweit leben wir bereits in diesem «neuen System».

Ein allgemein angewandter Umgang in der Art würde bedeuten:

  • Eine wichtige Einnahmequelle von Gameshops würde wegfallen. Dies würde insbesondere Gamestop hart treffen, aber auch alle anderen Anbieter mit entsprechenden Angeboten.

  • Es wäre nicht mehr möglich, Games kostenfrei für an Freunde und Bekannte auszuleihen. Diese müssten sich eine Art Freischaltcode kaufen, um das Game zu zocken.

Ein Author auf Kotaku sieht in einem solchen Vorgehen auch Vorteile für die Industrie »

Ich halte seine Argumentation allerdings für etwas fadenscheinig. Das wichtigste Argument ist und bleibt: Der Kunde bezahlt für eine Software. Der Kunde kann damit tun was er will, solange er sie nicht kopiert und gewerbsmässig weiterverkauft. Kopien für eigene Zwecke sind voll okay. Temporäres und kostenloses Ausleihen an Freunde muss für immer und ewig drinliegen. Aber nun zu den Details: Es folgt eine ansatzweise Übersetzung der Debatte und mein Senf dazu:

1) «Alle Gameinhalte werden so oder so digital»

Eigentlich müsste das heissen, dass wir für Games auch weniger bezahlen. Bloss schaut dies in der Realität nicht ganz so aus. Bei mobilen Games bezahlt man mehr für Speicherchips, welche bei Gelegenheitsgamern kaum ammortisiert werden. Bei Wohnzimmerkonsolen kommt jede HD mal an ihre Grenze, und es ist eher uncool wenn man dann Gamesoftware löschen muss, für welche man viel bezahlt und viel Zeit für den Download erduldet hat. Klar kann man sich ein gelöschtes Game später nochmals holen. Aber 18GB für Mass Effect 2 haben bei mir trotz schneller Leitung einiges an Geduld verlangt. Nix mit Disc rein und los. Für spontanes späteres Wieder-Zocken würde ich wohl nicht mehr so lange warten — sprich: verzichten.

Ein anderer Aspekt: Bei digitaler Distribution bleiben die Game-Shops auf der Strecke. Ende Feuer. Das bedeutet auch: Fertig mit Games ausprobieren im Laden, fertig Verpackungen aufreissen, nichts mehr mit Beratung vor Ort, und aus die Maus Erlebnis Game-Shop wie wir ihn kennen. Ich persönlich fände dies sehr, sehr bedauerlich. Lösung: Gutscheinverkauf auch im Laden, Verpackung mit Download-Code statt Disc drin.

2) «Die Zukunft des Gamemarktes könnte vermehrt wie Steam ausschauen»

Da kommt mir nur ein Wort in den Sinn: «Hilfe!» Oder vielleicht noch: «No f-ing way!» Wenn ich an die Probleme denke, welche ein befreunderte Gamer mit Skyrim auf PC via Steam zu beklagen hatte, dann schauderts mir vom Nacken bis zu den Zehen. Tageweise Verzögerungen beim Log On bis zu zwei, drei Stunden. Nichts mit gemütlichem Gameabend, dafür haufenweise Ärger. DRMs jeglicher Art führen zu genau einem Resultat: Frust, Frust und nochmals Frust. Und die Kopiererei wird damit in keiner Weise verhindert oder auch nur eingeschränkt. Online-Pflicht für normales Gamen des Storymodes von Spielen halte ich für absoluten Bockmist, mit Tendenz Frechheit.

3) «Game-Händler werden bessere Angebote machen müssen»

Kein Mensch, der je in einem Gameladen war und mit den Verantwortlichen gesprochen hat, kann so etwas ernst nehmen. Die Margen sind bereits heute dermassen klein, dass kaum Spielraum für grossartige Aktionen bleibt. Die einzige Überlebens-Chance besteht in einer gewissen Grösse, damit das Volumen und somit der Ertrag steigt. Auf gut Deutsch: Eine Zukunft mit Monopolisten und Grossverteilern. Das kann kein ernstzunehmender Gamer gut finden.

4) «Games könnten wesentlich günstiger werden»

Dieser Trend ist eh schon da, hervorgebracht durch die zahllosen iOS- und Android-Games via entsprechende App-Stores. Dazu brauchen wir keine neue Konsolengeneration. Und: Es ist sehr unwahrscheinlich dass die Aktieninhaber von grossen Gamestudios ein Interesse an sehr viel tieferen Dividenden haben. Grosse Produktionen wie Assassin's Creed, Grand Theft Auto, Call Of Duty MW, Elder Scrolls, Gears Of War oder auch ein neues Zelda verschlingen Abermillionen Dollars an Entwicklungs- und Marketinggeldern. Und diese spielt man nicht wieder ein, indem man die Preise der Games senkt. Zumal sich die Verkaufszahlen nicht in's scheinbar Unendliche steigern lassen. Assassin's Creed 3 wird sich sicherlich gut verkaufen, aber wohl kaum signifikant mehr als Brotherhood. Grossproduktionen wären zu tieferen Preisen nur noch eingeschränkt möglich, und darum wird dies sicherlich nicht eintreffen. Und mit jeder neuen Konsolengeneration fängt das Spiel wieder oben an, bei rund 99$ / 119 CHF / 89 Euro.

5) «Gamestudios nehmen mehr Risiken auf sich»

Wer's glaubt wird selig. Gamestudios wachsen mit dem Erfolg, und senken den Risikohunger parallel dazu krass divergent. Sprich: Je fetter die Beute, je fauler der Geist, je mehr wird auf die besten Pferde gesetzt und gewettet. Kein grosses Player in der Industrie wie EA, Activision oder Ubisoft wird namhafte Marketingbudgets für Independent-Produktionen ausgeben (mit Ausnahme vielleicht der Konsolenhersteller, welche auch selbst Games vermarkten. Allen voran Sony, aber auch Microsoft und Nintendo haben kleine Studios gross rausgebracht). Dieser Gedanke scheitert bereits an der Natur des Business: Steckt ein grosser Publisher dahinter, wird das Wort «Independent» quasi aufgehoben. Da kann das Entwicklungsteam noch so unbekannt sein. Wenn überhaupt, dann werden kleine Studios mit grossen Ideen gleich «gefressen» und aussichtsreiche Gameideen zu neuen zukünftigen Milliarden-Franchises aufgebaut. Oder zumindest der Versuch dazu gestartet.

Du kannst DN, den Autor dieses Beitrags, über seine Kontakt-Seite erreichen.

Bilder


# vor 5 Jahren
GameStop ist schon riesiger Dorn im Auge der Publisher. An Secondhand Spielen verdient der Publisher laut seiner Argumentation nichts. Genauer betrachtet können sich aber Spieler aber durch den Weiterverkauf ihrer alten Titel eher neue leisten.

Ist es sinnvoll, dass der Weiterverkauf à la GameStop eingedämmt wird?

Ich denke schon. Hier geht den Herstellern ziemlich viel Geld verloren. Dies sieht man vor allem an der Tatsache, wie gut es GameStop geht, sie konnten Konkurrenten übernehmen und ihr Filialnetz massiv ausweiten. Das kommt nicht von ungefähr. Sie erhalten gemessen an ihrem Aufwand ein viel zu grosses Stück des Kuchens. Je mehr Zwischenhändler ausgeschaltet werden, desto günstiger kommt es schlussendlich für den Kunden. Das Problem ist aber, dass GameStop kein reiner Zwischenhändler ist, er ist mehr. Nämlich ein neuer Marktplatz für gebrauchte Spiele mit einer horrenden Gewinnmarge, welche aber die Partizipienten dieses Angebots noch besser wegkommen lassen, als wenn sie ihre Ware direkt beim Hersteller beziehen würden. Würde der Weiterverkauf nicht in diesem Masse kommerzialisiert worden sein und über einen gleichen Kanal wie der Erstverkauf laufen, so wären die Bestrebungen der Publisher auch nicht gleich gross, diese Möglichkeit zu eliminieren. Raubkopierer sind das eine, aber Kunden, welche gebrauchte Spiele kaufen sind Kunden, welche bereit sind, Geld für die Spiele auszugeben.

Meine Zweifel betreffen aber die Massnahmen der Gameindustrie. Es wird vermehrt auf Blockbustertitel gesetzt und diese werden mit immer teureren Werbeetats an den Mann gebracht, weil schon kurz nach dem Release, diese Spiele gebraucht in den GameStops zu kaufen sind. Also muss in den ersten Wochen ein enormer Absatz erzielt werden. Aber haben sich die Entwickler und Publisher schon mal gefragt, wieso ihre Titel so schnell im Secondhandmarkt erscheinen? In meinen Augen liegt es am Langzeitreiz der Spiele. Ich kann es zwar nicht mit Zahlen belegen, bin mir aber sicher, dass von z.B. Skyrim drei Wochen nach Release prozentual zu den verkauften Spiele weniger Exemplare auf dem Secondhandmarkt gelandet sind, als z.b. von Battlefield 3 oder Modern Warfare 3. Und dies, obwohl die beiden letzter genannten Titel über einen Online Multiplayermodus verfügen und erster genannter nicht. Müssten sich also die Gamebranche nicht selber an der Nase nehmen und dazu sehen, dass die Leute gar keine Lust haben, ihre Spiele so schnell wieder abzustossen? Stattdessen kontern sie mit immer umständlicheren Aktivierungsoptionen wie Onlinekonten und Bonusitems oder -level in DLC-Form für Spiele. Zu leiden hat der Kunde, welcher immer weniger Rechte an seiner bezahlten Ware hat.

Tendenziell sehe ich aber die Zukunft des Software Marktes in die Richtung gehend, dass wir keine Software mehr kaufen, sondern für deren Nutzung zahlen werden. OnLive ist ein zukunftweisendes Projekt, bei dem die Programme ausschliesslich auf dem Server ausgeführt werden, während zu Hause per Stream alles auf dem Client konsumiert werden kann. Aber ob dies schon in Bälde eintrifft, wage ich noch zu bezweifeln, dazu fehlt es noch an der Abdeckung durch grosse Bandbreiten. Die Vorteile sind zu gut, als dass sich dieses Prinzip nicht durchsetzen wird. Der User kann Software für verschiedene Plattformen per Client nutzen, und Anwendungen stets unter den höchsten Einstellungen laufen lassen, ohne sich entsprechende Hardware beschaffen zu müssen. Die Publisher erreichen auf diesem Weg mehr potentielle Kunden, können einfacher die Software betreuen (Patches, Hotfixes, etc.) und die Möglichkeit von Ausleihen, Weiterverkauf und Raubkopien verschwinden. Lediglich die Hardwarehersteller bleiben so auf der Strecke.

Dadurch verwundert es kaum, dass nun eben diese Hardwarehersteller versuchen, den Publishern eine Möglichkeit anzubieten, ebenfalls mehr Kontrolle über ihre Produkte zu geben und Ausleihen, Weiterverkauf und Raubkopien einzudämmen. In meinen Augen stellt dies eine Art letztes Aufbäumen dar, bevor nach der Weiterverkäufer à la GameStop auch die Konsolenhersteller aus der Rechnung der Publisher genommen werden. Ich rechne nicht damit, dass es eine PS5 oder XBOX1440 geben wird. Wenn es dann allerdings so weit sein wird, dass sich OnLive oder ein ähnlicher Dienst etabliert hat und Standard in allen Spielerhaushalten ist, werden im nächsten Schritt wohl die Publisher aus der Rechnung genommen werden und das Model wird wohl Entwickler-Clouddienst-Kunde lauten. Aber dies ist wirklich noch ferne Zukunftsmusik ...
ManmanManman
 
 


1990
0 2 7
# vor 5 Jahren
@Manman — Ich gebe dir in vielen Punkten recht, vielleicht ein paar handverlesene Bemerkungen:

Zum Thema Gamestop: Es ist einfach auszurechnen, dass sich das Unternehmen durch das grossflächige Anbieten von Games aus zweiter Hand dermassen aufblasen konnte — kombiniert mit einem starken Markenauftritt und aggressiver Expansion. Allerdings wäre hier entgegenzuhalten, dass dies auch allen anderen Anbietern offen stand. Innovation hat also in diesem Fall explosionsartig funktioniert. Jetzt ziehen andere nach, in den USA ist es jedoch schon reichlich spät dafür.

Bezüglich Cloud Gaming: Mir persönlich stösst der Gedanke des «Angebundenseins» sauer auf. Die Voraussetzung einer ständigen und störungsfreien Internetverbindung in Kombination mit einwandfreinen Servern dürfte längst nicht immer gewährt sein, auch in Zukunft nicht. Zu tief ist die Toleranz was Fehler angeht. Games sind diesbezüglich auch ein bisschen eine andere Ware als beispielsweise Musik. Wenn ein neues Album eines Musikers erscheint, und dann wegen eines Serverfehlers ein «Käufer» es nicht anhören kann, ist das generell wohl wesentlich weniger frappant, als wenn ein Gamer ein über Monate oder gar Jahre herbeigesehntes Spiel nicht zocken kann. Erst recht wenn es bei anderen klappt, Freunde darüber berichten, etc. Dies wäre vielleicht mit unterschiedlichen Services umgehbar, sprich: Wenn Steam spinnt, zockt der Gamer via einen anderen Service. Bloss geht das nicht auf, wenn man hohe Preise für solche Services bezahlen muss. Meines Erachtens geht das nur mit einer Art Abonnement oder Zahlung pro Zeit.

Was die allgemeine Verrohung der Gamequalität im Massengeschäft angeht, so kann ich dir nur beipflichten. Zuviele Games mit zuwenig Substanz erhalten zuviel Aufmerksamkeit. Gemessen an deren Erfolg muss jedoch eines ganz klar festgehalten werden: Das Volk will es so, Alternativen gäbe es ja genug.

DNDN
 
 


10922
5 7 12
# vor 5 Jahren
Klar hat GameStop hier eine Situation als erster ausgenutzt und konnte dadurch zu dem Riesen anschwellen, der es jetzt ist. Aber Fakt bleibt, dass hier viele Dollars in deren Taschen fliessen, statt in die Taschen der Entwickler. Bei Raubkopien im Vergleich fliessen kaum Dollars, die wenigen, welche durch Google-AdBanners generiert werden, sind vergleichsweise vernachlässigbar.

Ich fände CloudGaming auch absolut scheisse. Ausgehend von der jetzigen Situation auf jeden Fall. Aber obwohl ich ein Gegner dieser Technologie bin, denke ich, dass sie die in Zukunft DAS Distributionsmodel für Software im Allgemeinen und Games im Speziellen sein wird. Die Vorzüge dieses Models lassen mir einfach keinen anderen Schluss zu.

Was die Verrohung im Gamegeschäft betrifft … jein. Ich glaube nicht, dass das Volk seinen Willen durch Käufe manifestiert. Das Volk ist sich seiner Bedürfnisse zu wenig gewahr. Es lässt sich zu leicht beeinflussen.

Um bei meinen Beispielen zu bleiben, Battlefield 3 und Modern Warfare 3 sind beim reinzocken grandiose Games und ich würde diese gerne stundenlang weiterzocken. Hätte ich aber nur 20 Minuten von Skyrim gesehen, wüsste ich nicht, ob ich so lange daran weiterzocken würde (Kenntnisse vom Entwicklerstudio mal ausgeschlossen). Auf den ersten Blick versprechen mir die ersteren Titel mehr Gameplay. Und auf mehr kommt es in diesem schnelllebigen Markt scheinbar auch nicht an. Das Volk weiss nicht was es will. Ich behaupte, dass das Volk für sein Geld möglichst lange zu möglichst guter Qualität unterhalten werden möchte. Da der Zeitfaktor nach dem Kauf aber irrelevant wird, beeinflusst die Qualität in erster Linie die Kaufentscheidung und nicht die Langlebigkeit dieser Qualität. Wobei man bei den Skootern natürlich ganz klar die Konsumenten unterscheiden muss, nämlich jene, welche das Game solo mal durchzocken wollen oder jene, welche es für den Multiplayer-Content gekauft haben.

Aber dies scheint ein eigenes Thema zu sein, welches den Rahmen einer gerüchtebasierenden Vorschau auf PS4 und XBOX720 wohl sprengen würde.
ManmanManman
 
 


1990
0 2 7
# vor 5 Jahren
> Ist es sinnvoll, dass der Weiterverkauf à
> la GameStop eingedämmt wird?
> Ich denke schon. Hier geht den
> Herstellern ziemlich viel Geld verloren.

Das ist wahr, aber irrelevant. Es ist nicht die Aufgabe der Gamer, die Gewinnmargen der Publisher zu garantieren. Vor allem dann nicht, wenn dabei fundamentale Konsumentenrechte untergraben werden, und die Qualität der Produkte verschlechtert wird.

Mit dem selben Argument des "Geldverlusts" könnte man nämlich auch argumentieren, dass Autohersteller den Verkauf von Occasionswagen verhindern dürfen. Schliesslich geht ihnen Geld (oder besser gesagt potentielle Gewinne) verloren, wenn jemand einen Occasionswagen kauft, statt einen Neuwagen. Und wenn ich auf dem Flohmarkt ein Buch kaufe, geht dem Verlag Geld verloren, weil ich es nicht neu gekauft habe. Und wenn ich mein altes Sofa meiner Schwester gebe, verliert Ikea Geld, weil sie kein neues kauft.

Deshalb haben wir Gesetze wie das OR Art. 184. Durch den Verkauf geht das Eigentum am Objekt an den Käufer über. Danach hat der Verkäufer nichts mehr dazu zu sagen, was der Käufer mit dem Objekt tut. Nach dem Kauf kann ich das Spiel spielen, oder weiterverkaufen, oder einem Freund ausleihen, oder in den Abfall werfen, oder blau anmalen und ein Mobilé daraus basteln. Das alles geht den Publisher rein gar nichts an, weil ich das Spiel gekauft habe, und es nun mir gehört. Publisher versuchen nun, dieses grundlegende Recht zu untergraben, und das ist eine extrem schlechte Entwicklung.

Wenn Publisher nicht wollen, dass ihre Spiele weiterverkauft werden, dann sollen sie den Wiederspielwert erhöhen, statt ihre Kunden mit nervigen Online-Systemen zu bestrafen.
LKMLKM
 
 


10252
4 6 10
# vor 5 Jahren
Die Sinnfrage ist auch jeweils eine Frage der Perspektive. In meinem Falle habe ich diese aus der Sicht der Entwickler/Publisher gestellt und beantwortet. Stimmt, das hätte ich präzisieren müssen.

>Wenn Publisher nicht wollen, dass ihre Spiele weiterverkauft werden, dann sollen sie den Wiederspielwert erhöhen, statt ihre Kunden mit nervigen Online-Systemen zu bestrafen.

Meine Rede ;-)

Ich denke, dass der Kern des Problems bei Games und Filmen darin liegt, dass der langzeitige Besitz dem Kunden insofern nicht viel bringt, da er es nicht so regelmässig nutzt, wie zum Beispiel andere Software oder Musik. Oft ist nach einmaligem Konsum Schluss und das Produkt verstaubt in einem Regal. Ich denke, dass wir von Objekten wie Sofas oder Autos gar nicht erst reden müssen, da hier der Nutzen nach der erstmaligen Konsumation nicht derart sinkt. Gute Spiele im Sinne von «behaltenswert» sind Spiele, bei denen das Spielen im Vordergrund steht (z.B. Sportgames mit Freunden, Online Multiplayerspiele, Sandboxes, etc.) im Gegensatz zu Spielen, welche eher wie ein mehr oder weniger geradliniger Interaktiver Film daherkommen. Es sind also vor allem Story basierende Spiele, welche Gefahr laufen, nach Kennen der Story uninteressant zu werden. Und trotzdem sind es gerade diese Story basierenden Titel, welche Jahr für Jahr Blockbuster stellen. Die Mehrheit liebt also Geschichten und Geschichten lassen sich gut verkaufen. Diejenigen, welche nicht 1-2 Wochen nach Release im Wiederverkauf landen sind entweder epischen Ausmasses, bieten mehr als nur 1 Storyvariante oder haben den «spielerischen Teil» ebenfalls sehr stark gewichtet.

Da die Rechtslage so ist, wie du sie beschreibst, gehe ich eben davon aus, dass in Zukunft nicht mehr die Software erworben wird, sondern ein zeitlich beschränktes Nutzungsrecht. Und nein, ich finde dies nicht gut. Es ist lediglich eine Beobachtung der Tendenzen und meine Annahme wo das hinführt, wenn weiter in diese Richtung gegangen wird.

ManmanManman
 
 


1990
0 2 7
# vor 5 Jahren
Um vielleicht nochmals zum Kern der Sache zurückzukehren: Trotz diesen Gerüchten denke ich nicht, dass die Hardware-seitig eingebaute Gebraucht-Game-Sperre Wirklichkeit wird. Die Entwickler würden damit ihrem grössten Vertriebspartner auf dem Markt — GameStop — und allen anderen Online- und Retail-Gameshops die Beine bis zu den Knien stutzen. Daran kann die Industrie kein Interesse haben.

Und nicht zu vergessen: Die Gamergemeinde dieser Welt hätte da wohl auch noch ein gewichtiges Wörtchen mitzureden. Protestaktionen und Boykotte dürften nicht lange auf sich warten lassen, käme es wirklich zu solchen Sperren in den Verkaufsversionen der neuen Konsolen.

Was haltet ihr von den Vermutungen rund um ORBIS / DURANGO?
DNDN
 
 


10922
5 7 12
6 Kommentare
Abonniere Kommentare zu diesem Artikel.ch als RSS-Feed