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Vorschau: Max Payne 3

vor 5 Jahren von DN, Aktualisiert: vor 5 Jahren

Max Payne mit Glatze und Vollbart? Das war nicht immer so. Die Auswanderung nach Brasilien, neuer Job als Sicherheitsmann, frische Perspektive — und bald wieder ein Haufen Probleme. Max wäre nicht Max, wenn dem nicht so wäre. Wir haben Mr. Payne in Südamerika über die Schultern geschaut.


[Updated 2] Testbericht online! Unsere Meinung zu Max Payne 3 findet ihr hier »


[Update] Hier ist der Launch-Trailer zum Spiel:


Pfiffige Engine

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Meine Bedenken vor dem Preview, dass die Openworld-Engine namens Rage zusammen mit Euphoria — bekannt aus Red Dead Redemption und GTA 4 — mit den agilen Schiessereien eines Max Payne nicht mithalten könnte, erwies sich bald als verfehlt. Die genannten Sandbox-Games glänzten in der Vergangenheit zwar nicht gerade als Handling-Könige während den Gefechten, aber Rockstar hat der Engine diesbezüglich mächtig PS verpasst. Und so steht Max' Auftritt zumindest technisch nichts mehr im Weg.

Remedy's Erbe ist ein Schweres, welches es anzutreten gilt, genauso wie die Geschichte von Max. Dieser verlor in Teil 1 gleich zum Einstieg Frau und Kind. Das Setting war ebenfalls nicht gerade das, was man leichtherzig nennt. New York City bei Nacht, Winterstürme umher, Valkyrie-Drogenjunkies überall, einfach genial. Remedy machte damals vieles richtig. Die Entwicklung für Teil 3 erldigten ausschliesslich hausinterne Studios von Rockstar. Boy. Heftige Aufgabe.

Das Original habe ich fünfmal durchgespielt, entsprechend hoch sind die Erwartungen an Teil 3. Max Payne brachte damals kultige Bullettime, die Story erzählt als Graphic Novel, Not zur Tugend gemacht von Remedy. Wie gesagt, Rockstar tritt ein schweres Erbe an. Und der Launch von Teil 3 steht unmittelbar vor der Tür. An der Zeit also, dass wir mal ein bisschen mehr erfahren. Nichts wie ab nach Brasil!

Brasil, mi amor

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Tolle Nachrichten gleich zum Einstieg des Previews: Der Sprecher wieder der alte Yay! James McCaffrey is back!

Die Geschichte in Teil 3 macht einen Sprung und setzt acht Jahre nach Teil 2 ein. «Komm doch nach Brasilien!» hat ein Bekannter von Max ihn aufgefordert, um diesen aus der Misere und in ein neues Leben zu führen. Noch mit alter Frisur und ohne Bart arbeitet Max als privater Security-Mann fortan bei einer reichen Familie bestehend aus drei Brüdern plus Anhang. Sao Paolo heisst die Stadt der neuen Hoffnung. Und so kommt es wie es kommen musste: Fabiana, die Frau eines der Familienmitglieder, wird während Max' Schicht entführt von einer Gang aus einer Favela.

Wir sehen eine Zwischensequenz, welche gleich nach dem Zwischenfall spielt Beratung in Büro von Rodrigo, welche mit sehr plastischen Animationen daherkommt. Rockstar hat viel gelernt aus Red Dead Redemption und L.A. Noire.

Nächste Szene: Das Lösegeld soll an die Entführer übergeben werden, natürlich geht auch das schief. Max und ein Begleiter kommen unter Beschuss. Obwohl die Entführer-Gang auftaucht im verlassenen Stadion, wird das Vorhaben zu einem Fiasko. Ein Scharfschütze nimmt die Versammlung auf's Korn.

Max wird am Arm getroffen, die Sequenz ist dramatisch inszeniert, die Comic-Sprache wird in Form von Stills und Quotes — quasi ein modernisierter Stil aus dem Original — aufgenommen.

Max' Sprecher ist einfach der Hammer. Wer Teil 1 und 2 gespielt hat, weiss wie genial und prägend James McCaffrey's Stimme war für das gesamte Spielfeeling. Das Prinzip, dass Max seine Geschichte als Erzähler in der Vergangenheitsform darlegt — die Geschichte, welche man als Spieler dann quasi nachspielt — ist ebenfalls Kult und wurde beibehalten.

Beispiel gefällig? «This town has more smoke and mirrors than a strip club locker room» erzählt Max, während man ihn durch ein verlassenes Treppenhaus im Keller des Stadions steuert.

Tödliches Einlaufen

Zurück zum Geschehen. Max schleppt sich mit Hilfe seines Mitstreiters durch die Gewölbe des Stadions. Die Framerate der gezeigten Vorschau-Version auf der Xbox 360 ist streckenweise noch nicht ganz auf der Höhe, wird aber gemäss Rockstar-Leuten in der Verkaufsversion behoben sein.

Max stolpert weiter durch die Korridore und um die Ecken im Bauch des Stadions. Schliesslich wird er versorgt, aber die Gang schleicht noch rum, es kommt zum Gefecht.

Schnell zeigt sich: Die Bullettime ist zurück, wie Rockstar es bereits in RDR ausprobiert hat. Es gibt wie im Original keine automatische Heilung, dazu brauchts Schmerztabletten wie früher.

Im Spiel gibt's ein minimales Display mit Health, Munition, Bullettime-Pegel, fertig. Hechten gibt immer eine kurze Bullettime, ebenfalls wie im Original.

Liegt Max am Boden, dreht er sich beim Zielen automatisch in die Blickrichtung. Das schaut sehr natürlich aus, die Euphoria-Engine leistet ganze Arbeit.

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Der Soundtrack erinnert auch stark an das Original. Die Waffen sind sehr vielfältig, aber neu darf Max nur noch zwei Handwaffen und eine Zweihandwaffe mit sich rumtragen. Faustfeuerwaffen können — ebenfalls nach bewährtem Muster — kombiniert werden. Das Deckungssystem hingegen kommt als Neuheit in Max Payne vor.

Die Spielwelt ist weitgehend zerstörbar, Glasscheiben und Verputz splittern hübsch dahin. Cool: Gegner und NPCs sprechen brasilianisches Portugiesisch, Max versteht kein Wort. Die Gesprächsfetzen werden zwar untertitelt, jedoch nur in der Originalsprache. Das vermittelt ein tolles Gefühl der Immersion.

Aber zurück zum Stadion. Max und sein Partner haben in der Zwischenzeit die Gang im Stadion aufgerieben — und schon wieder funkt die Paramilitärtruppe dazwischen. Schwer bewaffnet und mit Schutzvesten ausgestattet bilden sie harte Brocken als Gegner. Vom selben Schlag war auch der Scharfschütze vorhin bei der Übergabe. Es kommt zu heftigen Gefechten zwischen Max und der zweiten Gang.

Max arbeitet sich weiter im Gebäude vor. Um die Ecke dringt das Geplapper von Gegnern. In solchen Momenten hat man als Spieler die Wahl zwischen leisem und lautem Voranschreiten. Sprich Gefecht oder Schnauze tief.

Die Verfolgung geht weiter via TV-Studio auf die Ränge des Stadions. Es ist immernoch dunkle Nacht. Die Animationen von Max fallen positiv auf, echt toll. Er trägt die Kleinwaffen im Halfter oder in der Hand, das zusätzliche Gewehr in Form einer Schrotflinte in der linken Hand am Schaft. Natürlich wäre Max Payne nicht Max Payne wenn es nicht massenhaft Gegner zu erledigen gäbe.

Max erreicht schliesslich via eine Wandelhalle und einen Aufzug die oberen Zuschauerränge des Fussballstadions. Max bringt eine gewisse Schwere mit ins Gefecht, schaut cool aus. Weniger träge als Niko Bellic oder John Marston, eigentlich genau richtig.

Max erreicht die andere Seite der Zuschauerränge und muss nun mit Hilfe des Scharfschützengewehrs seinen Partner beschützen, während dieser nachrückt. Die Kill-Animations sind sehr grafisch, öfters schaltet die Perpektive in Nahaufnahme und Zeitlupe. Auch das kennen wir aus dem Original und aus RDR.

Weiter geht es im Stadion. Weder Fabiana noch die Sporttasche mit der Kohle sind bisher wieder aufgetaucht. Gefühlte 200 Abschüsse nach der vergeigten Geldübergabe erreicht Max die oberste Brüstung des Stadions. Hinter der Stadionbeleuchtung kämpft sich der alte Recke weiter vor.

Hier zeigen uns die Rockstar-Leute einen sogenannten Max Payne Moment, ein bisschen was wie Quicktime-Event, aber mit Bullettime umgesetzt. Das passt gut. Der Scharfschütze wird ausgeschaltet, Story geht direkt weiter, ohne Levelende oder ähnliches, wie wir es aus Uncharted und Konsorte kennen. Ein Hubschrauber bringt Max aus der Gefahrenzone. Es folgt eine Rückblende in eine Bar in Hoboken, New York, geschehen vor ein paar Monaten. Hier endet die erste vorgeführte Sequenz der Rockstar-Leute.

Bootsfahrt mit toten Passagieren

Nächste Szene: Dock am Hafen, die Suche nach Fabiana geht weiter. Das Ziel: Möglichst wenig Aufmerksamkeit erregen. Max Payne 3 ist also nicht nur ein dumpfer Shooter, sondern es gibt auch Stealth-Szenen. Missionen werden jedoch nicht als gescheitert abgebrochen, wenn die Gegner trotzdem Wind von Max' Anwesenheit bekommen. Man kann also auch ohne subtile Vorgehensweise ans Ziel kommen, selbst wenn es das Spiel eigentlich vorsieht.

Max durchstöbert weiter die Lagerhallen auf dem Gelände am Wasser. Es herrscht eine düstere Atmosphäre vor trotz des Schauplatzes Brasilien aka Tropenland. Nix mit Sonne, Samba und Salamibrote.

Weiter geht's durch ein Containerlager. Es regnet in Strömen. Max findet schliesslich den Raum, wo die gesuchte Dame gefangengehalten wurde bis vor kurzem. Jetzt ist sie natürlich weg. Gerade kann Max noch beobachten, wie sie aus der kleinen Bootswerkstatt hinausgeführt wird.

Max verfolgt die Spur weiter und findet Hinweise darauf, dass die gesamte Branco-Familie — in dessen Dienst ihr steht und von dessen Oberhaupt Rodrigo ihr gerade die Frau sucht — auf der Liste der Söldner steht. Max kämpft sich weiter vor und scheitert am kleinen Bootshafen im letzten Moment bei der Rettung von Fabiana.

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Die Leute von Rockstar zeigen uns nochmal eine neue Sequenz, die Engine glänzt so richtig. Schauplatz Favela: Max hat beschlossen, die Sache alleine anzupacken. Kahlrasiert und mit Vollbart. Und mit eher auffälligem, grasgrün-orange-schwarzem Hawaiihemd bekleidet. Offenbahr spielen diese Szenen später im Spiel. Als Tousist verkleidet begibt er sich mitten in die Wellblech-Siedlung aka. brasilianisches Armenviertel.

Max wird - wie könnte es anders sein - bald darauf ausgeraubt und irrt ohne Orientierung durch das Ghetto. Was sofort auffällt sind die vielen Details und das glaubwürdign Design der Umgebung. Die Stadt in der Ferne und der Himmel schauen fantstisch aus. Rockstar hat sich wirklich alle Mühe gegeben mit der Kreation des fiktiven Armenviertels Nova Esperanza.

Unser Lieblings-Antiheld gelangt schliesslich in eine Bar. Ganz offenbahr ein Puff, heruntergekommen und dreckig, voller Pöbel, leichter Mädchen und Schmutz. Er beschafft sich schliesslich eine Waffe, und die nächste Bedrängung durch ein paar Kleinkriminelle endet ganz à la Max in einem Blutbad. Die Suche nach Fabiana geht weiter in den Weiten der Favela.

Fazit

Rockstar scheint mit ordentlich Aufwand, Zeit und Budget dem schweren Erbe gerecht zu werden. Wie genau sich das Abenteuer entfaltet und Max' Schicksal sich dreht, erfahrt ihr bald in unserem Testbericht.


*Max Payne 3 erscheint am Freitag 18.05. für PlayStation 3 und Xbox 360, Anfang Juni für PC.

Gemäss Angaben von Rockst beträgt die Spieldauer inkl rund 4,5h Zwischensequenzen ohne Auskunft. Sprich, sie liessen sich nicht in die Karten schauen, die Dauer dürfte aber bei ca. 12-15h liegen gemessen an Rockstars Grosszügigkeit und je nach Gamesprint.


Du kannst DN, den Autor dieses Beitrags, über seine Kontakt-Seite erreichen.


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# vor 5 Jahren
Der ursprüngliche Max Payne war seiner Zeit in mit der dichten Film Noir Atmosphäre, der unglaublich spektakulären Bullettime und den Bad Valkyr Trip Szenen ziemlich voraus. Heute mag dies nichts aussergewöhnliches mehr darstellen, aber vor 10 Jahren war das schon ein einzigartig. Auch wenn Remedy nicht mehr mit von der Party ist und ich das von Schneestürmen heimgesuchte New York vermissen werde, glaube ich trotzdem, dass Rockstar in der Lage ist, Max Payne 3 würdig fortzusetzen. Sind wir mal ehrlich, wer (ausser Remedy) sonst wäre das?
Vielleicht wird mir das neue Setting etwas ungewohnt erscheinen, aber hey, auch der gute alte Max entwickelt sich weiter.
KKKK
 
 


1990
0 2 7
# vor 5 Jahren
@KK: Ich hatte aus ähnlichen Gründen wie du eine eher skeptische Haltung vor dem Vorschau-Meeting mit den Rockstar-Jungs. Was ich gesehen habe, hat durchaus überzeugt. Die düstere Atmosphäre und das bedrohliche, lebensfeindliche Gangstermilieu in den Tiefen der Betonwüsten von Sao Paolo hat einen ganz besonderen Reiz. Und: Es wird ein paar Szenen geben, die in Form von Rückblenden in NYC spielen. Und diese könnten möglicherweise sogar im Winter spielen.

Dieser Kommentar wurde nach seiner Veröffentlichung vom Autor nochmals geändert.

DNDN
 
 


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2 Kommentare
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