MICHAEL JACKSON: THE EXPERIENCE
Testbericht | Wii

Michael Jackson: The Experience

vor 6 Jahren von LKM

Zunächst erscheint Michael Jackson: The Experience nur auf der Wii. Gespielt wird das Tanz-Spiel ohne Tanzmatte oder andere Gadgets. Statt dessen schwingt man den Wii-Controller durch die Luft. Das funktioniert nicht wirklich gut, macht im Multiplayer-Modus aber trotzdem Spass. Und seien wir ehrlich, die Musik ist ganz einfach genial.

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Gross Mühe gegeben hat sich Ubisoft für Michael Jackson: The Experience anscheinend nicht. Vielleicht ist das ganze Geld für die Lizenz von Jackson's Name draufgegangen. Auf jeden Fall hat das Spiel gerade mal zwei Funktionen: einen "Tanz-Kurs" und ein einfaches Musik-Spiel.

Der Tanz-Kurs-Modus

Beginnen wir mit dem Tanz-Kurs. Wer das Musik-Spiel spielt, erhält Punkte, und damit können kurze Filme freigeschaltet werden, in denen drei Tänzer von Jackson inspirierte Moves zeigen. Der Modus tönt vielversprechend, ist aber so schlecht umgesetzt, dass die seltsamen Filme bald Kult-Status erreichen dürften. Die drei Tänzer scheinen nicht so genau zu wissen was sie tun sollen, schauen mal unsicher in die Kamera, mal mit einem "mache ich das richtig?"-Blick zu einer sich hinter der Kamera befindenden Person, die (so scheint es zumindest) Regie-Anweisungen gibt.

Die Übungen sind völlig unbrauchbar. In einem der Aufwärm-Videos stretcht der Tänzer beispielsweise versehentlich nur das eine Bein (und auch das nur für ganze eineinhalb Sekunden). In anderen Videos werden sofort komplexe Bewegungen gezeigt, ohne dass diese weiter in ihre einzelnen Bewegungen aufgebrochen werden.

Die Filme sind lustig, aber nur dank der unfreiwilligen Komik. Wer glaubt dass er hier lernt wie Jackson zu tanzen, der hat sich geirrt.

Glücklicherweise ist das auch nicht der Fokus des Spiels. Statt dessen geht es bei The Experience um den Tanzspiel-Modus.

Das Tanz-Spiel

Im eigentlichen Herzstück des Spiels können bis zu vier Spieler gleichzeitig Jacksons Lieder in einem Tanzspiel nachtanzen. Dabei wählt jeder Spieler vor dem Song aus, ob er Jacksons Choreographie tanzen möchte, oder lieber die eines Background-Tänzers (die meistens einfacher ist).

Danach wird ein zu jedem Lied passendes Video gezeigt. Dass jeder Song ein eigenes Video bekommen hat ist toll. Die visuelle Qualität dieser Filme ist leider weniger gut und sieht so aus, als ob jemand mit Wasserfarben über einen Film gemalt hätte.

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Auf der Seite des Screens werden die kommenden Moves angezeigt. Per Wii-Remote versucht das Spiel, zu erkennen ob der Spieler die Bewegung korrekt ausführt. Das funktioniert leider nicht; wer einfach auf dem Sofa sitzt und die Remote in etwa zum Takt des Spiels schüttelt bekommt zu Ende des Songs meistens eine ganz akzeptable Punktzahl.

Ganz schlecht ist das nicht, teilweise machen die Figuren auf dem Screen nämlich Moves, die man ohne Jacksons patentierte Schuhe sowieso gar nicht nachmachen kann:

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Aus rein technischer Sicht ist das Spiel also nicht überzeugend. Die Filme sehen nicht gut aus, die Bewegungserkennung funktioniert nicht richtig. Und trotzdem macht das Spiel Spass. Wenn man zu Zweit so richtig zu Smooth Criminal abrockt vergisst man all die technischen Probleme des Spiels. Weil die Songs ganz einfach fantastisch sind. Im Spiel findet man die folgenden Jackson-Songs:

  • Bad
  • Beat It
  • Billie Jean
  • Black or White
  • Dirty Diana
  • Don't Stop 'Til You Get Enough
  • Earth Song
  • Ghosts
  • Heal The World
  • In The Closet
  • Leave Me Alone
  • Money
  • Remember The Time
  • Rock with You
  • Smooth Criminal
  • Speed Demon
  • Streetwalker
  • Sunset Driver
  • The Girl Is Mine
  • The Way You Make Me Feel
  • They Don’t Care About Us
  • Thriller
  • Wanna be Startin' Something
  • Who Is It
  • Will You Be There
  • Workin' Day And Night

Wer Jacksons Musik gut findet und ab und zu mit Freunden Wii spielt, der wird an The Experience Freude haben. Allen anderen ist das Spiel eher nicht zu empfehlen.

Wir bedanken uns bei Ubisoft für die freundliche Bereitstellung einer Vollversion zu Testzwecken. Getestet haben wir die Wii-Version. Versionen für PS3 und Xbox 360 werden nächstes Jahr im März erscheinen; einen Test der Kinect-Version werden wir womöglich nachliefern, da wir uns von dieser Version eine aus technischer Sicht bessere Umsetzung erhoffen.


judgementbox
Michael Jackson: The Experience
Positiv

Geniale Songs

Negativ

Filmqualität mangelhaft, Tanz-Schul-Videos lächerlich, Move-Erkennung über Wii-Remote funktioniert nicht gut, nach jedem Song muss man den Namen neu eingeben wenn man die Punktezahl registrieren möchte, Jackson hätte ein besseres Spiel verdient

Alleine spielen: Vermeiden!
Mit Freunden auf dem Sofa spielen: Sehr gut!
Mit Freunden im Internet spielen: Gibt's nicht.
Du kannst LKM, den Autor dieses Beitrags, über seine Kontakt-Seite erreichen.


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