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Meinung | Vita

PlayStation Vita BLOW OUT

vor 5 Jahren von Die Redaktion, Aktualisiert: vor 5 Jahren

Vier Prozessorkerne für das System, vier Prozessorkerne für die Grafik, gesamthaft 640MB RAM, zwei Thumbsticks, ein starkes Start-Lineup und ein zahlbarer Preis von CHF 299.– (W-LAN-Version): Sony sagt den mobilen Günstiggames für Android und iOS den Kampf an. Die Frage ist und bleibt jedoch jene, ob es hier überhaupt etwas zu gewinnen gibt. Gemessen am Erfolg der DSi von Nintendo ja, gemessen am (verkaufstechnischen) Misserfolg der 3DS aus demselben Haus, nein. Ausserdem machen diverse qualitativ hochstehende Touchphone-Gamesnacks zum Billigtarif den Industrieveteranen aus Japan das Leben schwer.


Screenshot

Der Launch in Japan war für die PlayStation Vita gelinde gesagt ein Flop. Trotz starken Gametiteln und einem erwartungsgemäss grossen Rummel zum Start sanken die Verkaufszahlen bereits ab der zweiten und dritten Woche drastisch. Wie sich der Verkaufsstart der Vita in den USA, Europa und dem Rest der Welt in entwickeln wird, muss sich zeigen wenn es soweit ist.

Quo vadis mobile Gaming? Wir haben uns in der Wisegamers-Redaktion einige Gedanken gemacht, und werden diesen Artikel nach und nach mit ein paar weiteren Meinungen ergänzen. Here you go:


DN meint:

Sony hat mit seiner neuen Taschenrakete einige Trümpfe in der Hand. Zum einen die leistungsfähigste Maschine (gemäss Hardware-Experten rund doppelt soviel Rechenpower wie das iPad 2) für unterwegs, welche selbst neuste Smartphones und Pads noch für eine ganze Weile in den Schatten stellt. Die beiden Thumbsticks machen viel aus für Konsolen-gewohnte Gamer. Und Sony hat – was entscheidend sein wird – eine ganze Reihe von starken Game-Franchises in peto, welche für die VITA bereits zum Launch oder bald darauf glänzen: WipeOut, Uncharted, ModNation Racers, Little Big Planet, Motorstorm, etc. Unser Eindruck aus den letzten zwei Wochen mit Intensivtests der VITA ist durchaus positiv – mehr Details folgen bald.

Wenn eine Gameplattform auftrumpfen will, müssen die Games überzeugen. Und mit den angekündigten 3rd-Party-Titeln wie einem (exklusiven) Assassin's Creed, Call Of Duty, Bioshock und anderen dürfte sich doch der eine oder andere Fan der Franchises überlegen, ob er / sie die 300 Franken nicht auspacken will für gehobenen Spass im Taschenformat. Gut möglich, dass auch kommende Knaller wie GTA5 oder Diablo 3 für die neue Pocket-Kanone erscheinen werden, gemessen an der Performance auf Höhe der PS3 oder 360. Die VITA ist abgesehen von der Spielerei für unterwegs auch für den Heimgebrauch gut geeignet. Da bleibt manch andere Konsole eine Weile im Stand-By-Modus, soviel ist garaniert.

Die Erfolgsaussichten für die VITA sehen meiner Ansicht nach im internationalen Geschäft besser aus als in Japan. Meine Prognose: Schmaler Start, guter Sommer, starkes Weihnachtsgeschäft – wenn die im Verlauf des Jahres erscheinenden Games zu überzeugen vermögen.


LKM meint:

Als die PSP auf den Markt kam, war deren Grafik für eine portable Konsole überraschend gut. Das selbe kann man bei der Vita nicht sagen; ähnliches hat bereits jeder Gamer auf einem iPhone schon mal gesehen, wenn auch auf einem weit kleineren Bildschirm. Das ist also kein Kaufgrund.

Sind die Launchtitel ein Kaufgrund? Neben zwei, drei fantastischen Games sieht man in der Liste eher Titel, die auch als Download-Games im Online-Store durchgegangen wären, und nicht unbedingt ein volles Release verdient hätten. Ausser für Fans von Uncharted auch kein enormer Kaufgrund. Gamer finden im iTunes-Store auf dem iPhone viel mehr Futter.

Die Vita hat ein paar lustige Features: zwei Kameras, ein kapazitiver Touchscreen, und eine berührungssensitive Rückseite. Das sind witzige Features, aber wirklich von einem iPhone abgrenzen kann sich die Vita damit nicht. Abgesehen von der Touch-Rückseite, die aktuellen Games noch eher wenig Verwendung findet, findet man diese Dinge bereits heute in jedem handelsüblichen Mobiltelefon.

Die Vita hat aber durchaus etwas, was sie von einem iPhone unterscheidet: sie hat ein D-Pad, sechs Knöpfe und zwei Analog-Sticks. Das mag zunächst etwas seltsam tönen; jede Konsole hat diese Dinge. Faktisch ist es aber der Unterschied, der auf der Vita Spiele wie Uncharted möglich macht, und auf iPhones eben nicht.

Zugegeben: das ist ein Unterschied, der für Gelegenheitsgamer nicht sehr relevant ist. Aber für alle Leute, für die Videospiele mehr sind als fünf Minuten Zeitvertrieb an der Bus-Station? Für diese Leute machen diese kleinen Hardware-Features den entscheidenden Unterschied.

Damit ist auch der Unterschied zwischen einer Vita und einer Wii oder PS2 klar definiert: Wii oder PS2 sind und waren Geräte, die auch für Gelegenheitsgamer relevant sind. Dieser Markt ist bei den portablen Geräten aber vermutlich bereits durch Mobiltelefone (und vielleicht ein bisschen durch den 3DS) abgedeckt. Was bleibt, ist der "Hardcore-Markt". Und da sind die Games entscheidend.

Das erkennt man auch beim 3DS. Dort waren die Verkaufszahlen zunächst sehr gut, sind aber schnell — wie bei der Vita — eingebrochen. Unterdessen haben sie sich erholt, und Nintendo verkaufte am Vita-Launchtag mehr 3DS-Konsolen als Sony Vitas. Weshalb? Weil Nintendo Games wie Super Mario 3D Land oder Mario Kart auf den Markt brachte. Im Hardcore-Markt werden Konsolen nach wie vor dank Spielen verkauft.

Die Vita wird nie die Verkaufszalen einer PS2 oder eines Nintendo DS erreichen. Aber wenn Sony die exklusiven Games bringen kann, dann werden auch die entsprechenden Verkaufszahlen folgen.


PS meint:

Meiner Einschätzung nach sehen die Erfolgsaussichten eher düster aus - dies aber insbesondere wegen der neuen Smartphones und Tablets, welche grafisch immer leistungsfähiger werden. Das Angebot an spassigen Games zum Downloaden wird stetig grösser. Diese günstig erhältlichen Games sehen auch immer besser aus und kosten erheblich weniger als solche für die VITA oder die 3DS. Bereits seit einiger Zeit kann man z.B. fürs iPhone Versionen von aktuellen Handheldspielen herunterladen, wie beispielsweise vor rund 1.5 jahren Assassin's Creed für iPhone. Es handelte sich um genau die gleiche Version wie damals für den Nintendo DS. Bloss: Im Unterschied zur Nintendo-Variante kostete diejenige für's iPhone gerademal ein paar Franken.

Hinzu kommt, dass der technische Fortschritt auch in diesem Bereich seine Spuren hinterlässt. Andererseits bin ich überzeugt, dass das neue Uncharted auf der PS Vita eine Augenweide ist. Ich zweifle allerdings daran, ob Gamer die protzige Grafik und technisch hochstehende Games auf einem tragbaren Gerät mit entsprechend reduzierter Screengrösse spielen wollen – oder eben nicht eher auch entsprechend grosse Displays zum Auskosten der Pracht vor sich stehen haben wollen, aka. einen Fernsehschirm.

Ich denke die VITA wird es schwer haben, an die Verkaufszahlen der PSP oder geschweige denn der DS anzuknüpfen.


TG von Softridge meint:

Die Vorreservierungen verliefen gegen Weihnachten relativ gut, sind dann aber abgeflacht im Januar. Im Februar hat sich das Ganze ein wenig erholt. Mal sehen was passiert wenn die Geräte endlich in den Läden stehen.

Meiner Meinung nach und gemessen am PSP Launch ist die Nachfrage gesunken, sprich viele Gamer wissen noch nichts vom Release der VITA. Eher die eingefleischten Nerds fragen danach. Das hat sicher auch damit zu tun, dass gewisse Grundbedürfnisse mit den Smartphones aufgefangen werden, auch wenn diese für Hardcore Gamer keine wirkliche Alternative sind. Trotzdem – iPhone und Co. hat man immer dabei und für unterwegs reichen manche der Games durchaus. Ob man da immer noch ein Zweitgerät dabei haben will? Trotzdem – das Gerät ist super. Die PSP-Gamer versuchen wir abzuholen. Alle Nerds und Hardcore-Gamer sprechen wir ebenfalls an, in Anbetracht des Preises lässt sich das relativ gut argumentieren.

Mein Fazit: Im Moment ist es relativ ruhig, aber wir sind gespannt auf den Launch. Wenn Sony die Werbetrommel rührt, wird die Nachfrage sicherlich steigen. Dann können wir die Gamer mit verschiedenen Promotionen auf das neue Produkt aufmerksam machen.


SW meint:

Früher war es einfach: Der Gameboy war die portable Sensation schlecht hin. Einfach, zuverlässig, tonnenweise Games und eine garantierte Menge Spass. Dann begann mit den ersten Handy-Games wie "Snake" ein neues Zeitalter. Die Technik entwickelt sich mit einer Geschwindigkeit, wo das heute angekündigte Top Model soeben wieder veraltet ist. Das ist Segen und Fluch zugleich. Denn auf der einen Seite erscheinen immer wieder neue und innovative Spielereien und Plattformen, auf der anderen Seite sehe ich eine stetige Übersättigung der "portablen Marktes". Handys, insbesondere die Smartphones, leisten immer mehr und lassen in Sachen Game-Vielfalt nichts anbrennen. Ich sehe es daher so: Das Smartphone gehöhrt für mich in die Hosentasche als kurzweiliger Spielspass zwischendurch. Wegen der geringen Grösse eignen sich diese Geräte allerdings nicht für langes und intensives Spielen. Wenn ich mich auf einer längeren Reise befinde, im Bett liege oder der Gleichen, dann greife ich dann aber bestimmt zu der PS VITA! Denn auf längere Dauer mach das Geknobel auf den kleineren Smartphone-Bildschirmen einfach keinen Spass. Ich will richtige Knöpfe und Joysticks zum Gamen.

Wie sich die PSVita verkaufen wird ist schwer zu sagen. Anhand der bisherigen Zahlen sieht es wenig rosig aus. Ich denke es kommt jetzt sehr darauf an, wie das Spieleangebot wächst. Und vorallem, wie kreativ die verfügbare Technik genutzt wird. Des weiteren liegt es auch an Sony. Sie dürfen nicht schlafen und konservativ bleiben. Sie sollten schauen das ein gutes Zusammenspiel zwischen PS3, PSVita sowie dem PSN entsteht. Ausserdem müssen sie mit eine vernünfige Preispolitik fahren. Denn wenn man bedenkt, dass man für sein Smartphone für wenig Geld schon sehr gute und unterhaltsame Titel bekommt, so wirkt der Preis für ein PS VITA-Game wie Wucher.

Unter dem Strich: Mit dem neuen Spielzeug wird Sony wahrscheinlich nicht an frühere Verkaufsrekorde anderer Handhelds anknüpfen können. Doch ich gebe der PS VITA eine gute Chance, sich in dem "portablen Markt" eine eigene Stellung zu schaffen. Dazu braucht es zum einen die Top Games sowie evtl. exklusive Titel, eine gutes Zusammenspiel zwischen den Sony Plattformen, eine faire Preisplitik und schlussendlich auch die Vielseitigkeit, welche das Gerät zu einem Alleskönner macht! Wenn Sony das nicht verbockt, könnte es klappen.


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