LEGO HERR DER RINGE
Testbericht | 3DS | PS3 | Vita | Wii | PC | Xbox 360

Lego Herr der Ringe gold_medium

vor 4 Jahren von DN, Aktualisiert: vor 4 Jahren

Seit dem genialen «The Return Of The King» für den Gamecube gab es weit und breit kein sorgfältig und spassvoll inszeniertes Herr der Ringe-Game mehr. Die letzten Einträge waren entweder unspielbar fehlerhaft oder einfach zu öde. Nun steht mit der LEGO-Ausgabe ein frisches Stück Tolkien-Digitalware in den Verkaufsregalen. Wie spielt sich das grossangelegte Action-Puzzle-Jump'n'Run?


Ein umfangreiches Werk

Das LEGO-LotR-Spiel umfasst alle wichtigsten Szenen und Schauplätze der gesamten Trilogie. Beginnend bei der Schlacht um den Ring vor den Toren Mordors, wo es in der Gestalt von Elendil, Isildur und Elrond zur Sache geht, bis zum feurigen Schlund des Schicksalsberges mit Frodo und Sam mit der Begleitung von Smeagol: Es ist alles da an Orten und Charakteren, was in den drei Filmen Rang und Namen hat. Das ist an sich schon eine gewaltige Leistung.

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Aber damit nicht genug: Die LEGO-Figuren bewegen sich im Spiel durch hochdetailiert gerenderte Umgebungen, welche nicht etwa aus Legoklötzen bestehen. Alle Objekte, welche sich manipulieren oder zerstören lassen, sind natürlich in Bricks aufgebaut, wie auch alle Gegner und Charakteren. Die Spielwelten hingegen kommen in geballter Detailverliebtheit und stimmigem Design daher, welche alle bisher dagewesenen Herr der Ringe-Games alt aussehen lassen.

Die Story muss an dieser Stelle wohl nicht weiter erörtert werden, nur soviel sei gesagt: Das Spiel fügt den einen oder anderen Abschnitt hinzu zwischen den witzig inszenierten Zwischensequenzen. Und diese spielbaren ausgedehnten Zusatzkapitel machen durchaus Sinn. So gibt es eine Sequenz, wo man in Gestalt von Frodo bei Amon Hen dem ringgierigen Boromir entkommen muss. Und zwar mehrmals nacheinander in unterschiedlichen Situationen. Diese freie Interpretation der Szene aus dem Film ist durchaus authentisch umgesetzt. Der hie und da aufkeimende Humor vermag dem Spiel einen entscheidenden Tick Charme zu verleihen. Der Game nimmt sich selbst kaum je allzu bierernst, was auf ordentlich Spass am Projekt seitens der Macher schliessen lässt. Ein paar vereinzelte Szenen bewegen sich ein bisschen hart an der Grenze zum Lächerlichen, ohne diese wirklich zu überschreiten (Ja, ich schaue dich an, Finale von The Fellowship).

Witziges Detail: Nach Beendigung der Handlung eines jeweiligen Films läuft ein kurzer Abspann, was das Filmfeeling mit dem ganzen Sound und Co. natürlich voll zum Durchschlag verhilft.

Ein ganzer Ringreigen von spielbaren Charakteren

Während den spielbaren Abschnitten sind ständig alle Charakteren spielbar. Beim Auszug aus Rivendell - oder Bruchtal in der deutschen Version — sind sämtliche Gefährten der Gefolgschaft des Ringträgers auswählbar. Von den Hobbits über Gandalf hin zu Aragorn, Boromir, Gimli und Legolas dürfen alle Figuren fliessend ausgewählt werden. Jede Spielfigur verfügt über bestimmte Spezial-Items oder Sonderfertigkeiten, welche an manchen Stellen für das Weiterkommen benötigt werden. Das Entwicklerteam hat in diesem Aspekt, wie auch in vielerlei anderer Hinsicht, fantastische Arbeit geleistet. So wird Gimli bei den Levels vor, in und nach Moria zum eigentlichen Hauptdarsteller, und seine Spezialdienst sind immer wieder gefragt.

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Die riesige Auswahl an Spielfiguren bildet aber noch nicht das Ende der Fahnenstange. Auch Dutzende von speziellen Waffen, Rüstungen, Schätzen, Coins und Edelsteinen warten darauf, aufgefunden oder hergestellt zu werden. Das Spiel verfügt sogar über ein kleines Quest-System, welches an bestimmten Orten wie Bree oder anderen zum Zug kommt. Als Spieler wird man so eingeladen ein bisschen zu verweilen, die kleinen Openworld-Areale zu erkunden und Mini-Aufträge zu erledigen. Dieses Element wird nicht überstrapaziert und steht dem Weiterkommen in der Hauptgeschichte nie im Weg. Eine perfekte Balance aus Belohnung, Erkundungsmotivation und Spielfortschritt.

Richtig spassig ist das Spiel natürlich mit einem zweiten Mitspieler auf der Couch. Manche Mini-Rätsel erfordern das Zusammenspiel an Apparaturen oder zum Besiegen bestimmter grösserer Gegner. Auch hier überzeugt der Titel mit einem fast astreinen fliessenden Wechsel aus Splitscreen und Gesamtansicht, sowie leichthändig spielbarer Mechanismen. Geht man weit auseinander, teilt sich automatisch der Bildschirm, kommt man wieder zusammen, fügt sich das Bild wieder zu einer einzigen Ansicht. Dieser Mechanismus war schon in vergangenen LEGO-Games präsent, und funktioniert einwandfrei.

Fazit

Wer gerne mit einem Co-Gamer auf dem Sofa ein paar spassige Abende mit Action und Humor verleben möchte, ist hier ideal aufgehoben. Aber auch das Spiel allein muss sich nicht vor dem Kooperativmodus verstecken.

LEGO Herr der Ringe ist locker das beste Tolkien-Spiel für Konsolen aller Zeiten. Die paar wenigen Ecken und Kanten sind kaum spielspasstrübend.

Wir bedanken uns bei Warner Bros. für die freundliche Bereitstellung einer Vollversion zu Testzwecken. Getestet haben die Ausgabe für PlayStation 3.


judgementbox
Lego Herr der Ringe
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Positiv

Flüssiges und solides Gameplay, sinnvolle Puzzle-Elemente ohne allzu schwer zu werden, detailgetreue und spannende Umsetzung aller drei LotR-Filme, fantastische Artworks und Leveldesigns, diverse Quests und herstellbare Items für Langzeitmotivation, höchster Spielspass im Kooperativ-Multiplayer, Erkundung wird belohnt und macht Spass, fantastische Sounds und Sprecher direkt aus der Filmtrilogie

Negativ

Ein paar wenige nervige Bugs, Actiongameplay streckenweise etwas repetitiv

Alleine spielen: Sehr gut!
Mit Freunden auf dem Sofa spielen: Sehr gut!
Mit Freunden im Internet spielen: Gibt's nicht.
Du kannst DN, den Autor dieses Beitrags, über seine Kontakt-Seite erreichen.


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Lego Herr der Ringe
Erhältlich für Nintendo 3DS, PlayStation 3, PlayStation Vita, Wii, Windows PC, Xbox 360
Von Warner Bros. (Developer, Publisher)