MEINUNG
Meinung | Android

Ouya und Nvidia Shield: Drei Monate später

vor 3 Jahren von LKM, Aktualisiert: vor 3 Jahren

Screenshot

Vor ein paar Monaten haben wir uns zwei neue Android-Konsolen angeschaut. Die Ouya ist eine kleine TV-Konsole, Nvidia's Shield ein grosser Handheld. Beide haben Vor- und Nachteile, und wir haben die beiden Konsolen vor allem Fans empfohlen.

Hat sich unser Verdikt verändert, nachdem wir die beiden neuen Android-Konsolen drei Monate lang aktiv verwendet haben?

Screenshot

Drei Monate mit Ouya

Controller

In unserem Review der Ouya haben wir unter anderem die miese Qualität vom Analog-Stick der Ouya kritisiert. Die Analog-Sticks waren entlang der Kardinalachsen viel sensitiver als in allen anderen Bereichen.

Nach dem Review hat Ouya uns drei weitere Controller gesendet, die wir bestellt hatten. Diese drei neuen Controller haben das selbe Problem nicht, wie man in diesen Bildern sehen kann:

Screenshot

Links ein PS3-Controller als Referenz. In der Mitte der originale Ouya-Controller, der entlang der Kardinalachsen zu sensitivi ist. Rechts der neue Ouya-Controller. Man sieht immer noch eine ganz leichte Übersensitivität entlang der Achsen, beim Spielen ist dies aber nicht bemerkbar. Der Controller verhält sich jetzt sehr ähnlich wie unser PS3-Referenzcontroller.

Nachdem wir uns bei Ouya gemeldet und das Problem mit dem Originalcontroller beschrieben haben, hat Ouya den Controller sofort gegen einen neuen ausgetauscht, der das Problem nicht hat.

Hardware

Ouya's Entscheidung, die Konsole mit einem Tegra3-Chip auszustatten, weist sich nachträglich vielleicht als leichte Fehlentscheidung. Die Konsole kommt zwar problemlos mit 2D-Games klar, 3D-Spiele leiden aber nach wie vor oft an Framerate-Problemen. Als Gamer muss man sich hier einfach bewusst sein, dass die Ouya keine Konsole ist, die in irgend einer Weise mit Next-Gen-Konsolen mithalten kann. Sogar die Wii U bietet hier deutlich bessere, flüssigere Grafik an.

Je älter die Ouya ist, desto klarer wird, dass hier vielleicht am falschen Ort gespart wurde.

Software

Das Ouya-Betriebssystem wird regelmässig updated. Der Shop ist noch immer nicht besonders übersichtlich, dafür kann man alle Spiele gratis testen. Davon hat's unterdessen bereits über 500 im Shop. Viele davon sind echte Schmankerl, die man auf keiner anderen TV-Konsole findet. Games wie Tower Fall gehören noch immer zu unseren Lieblings-Spielen, wenn mal Besuch im Haus ist.

Verdikt:

Die Ouya hat sich in den letzten paar Monaten zu einer akzeptablen kleinen Konsole gemausert. Der Controller wurde deutlich verbessert, und das Angebot an Spielen ist unterdessen erstaunlich gut. Trotzdem ist der Controller nach wie vor nicht in der selben Liga wie die Controller der anderen Konsolen, und die Ouya selber zu langsam, um mit modernen 3D-Spielen mitzuhalten.

Wir bleiben deshalb bei unserem Verdikt. Wer eine Android-Konsole sucht, die mit einem enormen Angebot an 2D-Games und Multiplayer-Party-Spielen aufwarten kann, so gut wie alle klassischen Konsolen problemlos emuliert, und mit einem nicht ganz perfekten Controller leben kann, der macht mit der Ouya sicher nichts falsch. Wer aber eine Alternative zur PS4 oder Xbox One sucht, der wird enttäuscht.

Die Ouya ist eine tolle Konsole — aber nur für Leute, die genau das suchen, was die Ouya bietet. Fazit:

Für Fans


Screenshot

Drei Monate mit Nvidia Shield

Bei der Nvidia Shield haben wir vor allem das magere Spiele-Angebot und Probleme mit dem Spiele-Streaming bemängelt. Nvidia hat unterdessen beide Problem behoben.

Streaming-Updates

Nvidia hat die Streaming-Features der Shield regelmässig updated. Unterdessen ist Streaming nicht mehr im Beta, und der Unterschied ist merkbar. Spiele können nun beinahe immer problemlos gestartet werden. Man benötigt für's Streaming zwar nach wie vor eine gute Verbindung und aktuelle Wireless-Hardware, aber das ganze funktioniert erstaunlich gut. Zwischen meiner Nvidia und meiner Wifi-Basisstation hat's zwei massive Betonwände und ein Badzimmer, und ich kann Spiele trotzdem gut spielen.

Leichtes Lag bleibt natürlich. Bemerkbar macht sich das bei Spielen, bei denen es um Mikrosekunden geht — Flippern tut man weiterhin lieber nicht mit einem Streaming-System. Alles andere funktioniert problemlos.

Erstuanlich, was Nivida hier zeigt.

Games

Das Spiele-Angebot hat sich zwar nur leicht verbessert. Dafür hat Nvidia etwas cooles implementiert: die Shield kann nun ohne weitere Software die Hardware-Buttons auf Software-Touches mappen. So kann man tausende von Android-Games mit den Hardware-Knöpfen spielen, die das eigentlich gar nicht unterstützen. Endlich sind nun Games wie Carmageddon mit den Hardware-Knöpfen spielbar!

Sonstiges

Perfekt ist die Shield noch immer nicht. Beispielsweise kann sie Games auf die SD-Karte kopieren, so dass der interne Speicher nicht zu schnell voll wird. Bloss: das funktioniert nur bis 32-GB-Karten. Wer eine 64-GB-Karte verwendet, muss auf dieses Feature verzichten.

Verdikt

Die Nvidia hat sich innert Wochen zu meiner meistgespielten Konsole gemausert. Dass ich überall in meinem Haus auf einem Handheld-Gerät zugriff auf hunderte von Steam-Games in meiner PC-Library habe, hat komplett verändert, wie und wann ich PC-Spiele spiele. Weshalb soll ich meine Vita hervorkramen, wenn die Shield bessere Grafik und einen bequemeren Controller bietet?

Nvidia hat hier ein echt cooles Teil auf den Markt gebracht.

Fazit:

Kaufen

Du kannst LKM, den Autor dieses Beitrags, über seine Kontakt-Seite erreichen.


Abonniere Kommentare zu diesem Artikel.ch als RSS-Feed