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Testbericht | PS3
Trine - eine Perle mit Power
Wie im kurzen Preview vor ein paar Tagen schon erwähnt, handelt es sich bei Trine um einen Vertreter einer schon fast totgeglaubten Spezies von Spielen. Glücklicherweise scheinen immer häufiger solche wie "Urechsen" anmutende Titel aufzutauchen und in ihrer hübschen Gewandung unsere Wohnzimmer unsicher zu machen. So machen sich also die Diebin, der Zauberer und der Ritter auf, gebunden an einen Seelenstein, gemeinsam die Hüter der Artefakte zu finden, die sie von ihrem Fluch zu befreien können. Achtung: Suchtgefahr! Eines vorneweg: Trine hat immernoch ein paar Böcke drin, welche auch durch intensives Qualitätsprüfungsprogramm scheinbar nicht ganz wegzukriegen waren. Die Controls scheinen etwas klobiger als nötig an manchen Stellen, und es kann mal sein dass man im Ausrüstungsscreen eine Weile festhängt. Dies sind aber minimale Probleme, die nur selten auftreten. Fantastische WeltenAnsonsten gibt es an diesem schmucken Titel wirklich nicht viel auszusetzen. Das Spiel funktioniert wie schon fast auf wundersame Weise fliessend alleine, zu zweit oder auch zu dritt. Man kann also locker ein- und wieder aussteigen, ohne dass man das Level neu starten oder sonst was verändern müsste. Schon allein dafür gebührt Frozenbyte grössten Respekt. Das Spiel ist easy to pick up, man kommt total schnell rein und macht auch im Zusammenspiel mit ansonsten wenig Videogame-affinen Menschen durchaus Spass. Einen Online-Modus gibt es nicht, was mich persönlich kaum stört. Das Spiel ist perfekt für Sessions auf der Couch mit lebenden MitspielerInnen im selben Raum. Die Optik ist atemberaubend, obwohl man sich ganz oldschool nur auf einer fixen Ebene hin und her bewegen kann. Springend, kämpfend oder zaubernd geht es zu und her, und sogar noch reduzierter als mit den drei Ebenen in LBP. Interessanterweise spielt dieses Faktum aber nach kurzer Angewöhnungszeit keine grosse Rolle mehr, die Umgebungsgrafiken und der Einfallsreichtum der finnischen Designer veranlassen einen immer wieder zu grossem Staunen. Dazu tragen neben vielem anderen bewegte Objekte bei, die sich von hinten nach vorn bewegen, und so ein tiefes Raumgefühl entstehen lassen. Dies wie gesagt, auch ohne dass man sich selbst in dieser Tiefe bewegen könnte. An manchen Stellen kommt es vor, dass man sogar in tiefes Wasser abtauchen muss, um im Spiel weiterzukommen. Diese Passagen sind optisch besonders eindrucksvoll, und die immer wieder neuen Rätsel, welche man mit einer cleveren Kombination der Fähigkeiten der drei Spielfiguren lösen muss, machen immer wieder Lust auf mehr. Diese Fähigkeiten lassen sich im Verlauf des Spiels weiter ausbauen, was auch wieder neue Motivation schafft, sich weiter durch die Levels zu prügeln / rätseln / schwingen / trödeln / schwimmen. Für manche Levels ist es unabdingbar, dass gewisse neue Fertigkeiten vorhanden sind. Belohnt wird man dafür aber auch mit wunderbarer Atmosphäre, wie z.b. da wo man für die Diebin den Brandpfeil erhält und dann in einem relativ dunklen Level immer wieder Falken anzünden muss um sich zurechtzufinden. Wirklich sehr hübsch gemacht. Auch Bosskämpfe kommen vor, neben den immer wieder auftretenden Knochengestell-Gesellen, die es niederzuhacken gilt. Cool fand ich dabei, dass manche Bossfights auch ohne Kampf lösbar sind. Die Entwickler haben sich also wirklich einiges einfallen lassen für die Bereicherung des Spielerlebnisses. Etwas zu bedauern ist die zum Teil etwas plumpe Physikimplementierung, wo eine Qualität wie in Little Big Planet durchaus wünschenswert gewesen wäre. Es ist beispielsweise kaum möglich, einem schweren Gegenstand, der an einer Leine o.ä. baumelt, einen Schubser zu geben damit das Ding physikalisch korrekt hin und her baumeln täte. Schade. LBP fühlte sich dahingehend wohl einfach zu perfekt an, was den Standard wohl schlichtweg sehr hoch gesetzt hat für nachfolgende Spiele mit annähernd ähnlicher Machart. Andererseits punktet Trine mit tollen Wasseroberflächen-Renderings, korrekt schwimmenden Kisten und ähnlichen Gimmicks. Mein eindeutiges Verdikt für den flotten Fantasy-Jump'n'Run-Rätsler lautet auf jeden Fall: Kaufen! Und zwar gestern. Zweite Meinung von LKM
Trine ist ein spielbares Gemälde. Die Grafik kann tatsächlich einfach nur als atemberaubend bezeichnet werden. Auch das Gameplay überzeugt, eine gelungene Mischung aus Plattforming, Kämpfen und Puzzles. Die Story ist witzig erzählt, die Zwischensequenzen sind hübsch und interessant. Mit den Controls hatte ich überhaupt kein Problem, und die "luftige" Physik macht das Spiel etwas einfacher - wenn die Blöcke in Echtzeit fallen würden wären viele Puzzles ziemlich schwierig. Fazit: Kaufen. Trine
Positiv
Tolle Optik, schöne Präsentation, spassiges Gameplay für einen bis drei Spieler, fliessender Ein- und Ausstieg möglich, macht ziemlich schnell süchtig durch das allerseits bekannte "Och, ein Level mach ich noch schnell"-Phänomen Negativ
Teilweise etwas dürftige Physikimplementierung, Controls dürften noch etwas flinker sein
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