DRAGON AGE 2
Testbericht | PS3 | Xbox 360

Dragon Age 2 gold_medium

vor 6 Jahren von PS, Aktualisiert: vor 6 Jahren

Nach der Flucht aus dem verheerten Ferelden macht sich unserer tapferer Recke daran, sich in unzähligen ruhmreichen Abenteuern ein Denkmal zu setzen und der sagenumwobene Champion der Legenden zu werden.

Auf ins Abenteuer

Als Fan des ersten Teils Dragon Age Origins wartete ich geduldig und gespannt auf die Fortsetzung Dragon Age II, also Game rein in die gute Konsole und los gehts.

Screenshot

Alles beginnt mit einer Einleitungssequenz, in welcher ein Zwerg namens Varric von einer Gesandten der Kirche verhört und über den legendären Champion ausgefragt wird. Wie sich herausstellen wird, war Varric ein Gefährte unseres Helden und erzählt die Geschichte, welche ihr als Spieler erlebt. Es gibt immer wieder solche Zwischensequenzen auf der Erzählerebene der Story, was das ganze auf Anhieb interessant macht.

Screenshot

Wie bei Rollenspielen üblich kann man anfangs einige Eigenschaften des eigenen Charakters definieren. Zu Beginn wählt man die Charakterklasse. Zur Wahl stehen dabei drei Grundtypen je in männlicher und weiblicher Ausführung, nämlich Magier, Krieger oder Schurke.

Die Charakterklasse definiert, welche speziellen Talente eure Spielfigur hat. Diese können nachher während des Spiels mit steigender Erfahrung immer weiter ausgebaut werden. Die Wahl der Charakterklasse ist indessen nicht von entscheidender Wichtigkeit, da man ohnehin stets mit einer Gruppe von insgesamt vier Abenteurern unterwegs ist, welche verschiedenen Charakterklassen angehören. Dabei kann man jederzeit wählen, welchen der vier man selber spielen will.

Screenshot

Mehr als nur Nasenbluten

Nach der Wahl der Charakterklasse geht es gleich los mit der Action. Beim Spielen der folgenden Kampfsequenz merkt man sofort, dass die Kämpfe im Vergleich zum Vorgänger sehr viel actionreicher ablaufen. Alles ist sehr flüssig und es fliesst schon fast splattermässig viel Blut. Ins Auge springt dabei auch sofort, dass die Zauber der Magier sehr schön umgesetzt wurden - mit etwas Übung kann man ein wahres Inferno herbeizaubern und es mal so richtig krachen lassen - das macht auf Anhieb Spass. Wie im Vorgänger lassen sich die Kämpfe aber auch anhalten, so dass man die weiteren Schritte taktisch planen kann. Dies ist ab und zu auch notwendig, da man sonst blindlings ins Verderben rennen kann. Der Schwierigkeitsgrad kann aber notfalls jederzeit neu eingestellt werden.

Screenshot

Spieglein Spieglein an der Wand

Nach der ersten Actionsequenz können sodann weitere Einzelheiten des Charakters definiert werden. Freaks können nur schon mit dem Design des Aussehens gut und gerne eine halbe Stunde verbringen. Ausserdem kann nun auch die Vorgeschichte bzw. Einleitung ausgewählt werden, wobei an dieser Stelle auch ein Spielstand aus Dragon Age Origins importiert werden kann. Die Entscheidungen, die man dort getroffen hat, wirken sich dann auf den weiteren Verlauf des Spiels aus.

Screenshot

Nun beginnt das Spiel eigentlich erst richtig. Im Vergleich zum Vorgänger fällt auf, dass die Menus neu angeordnet und teilweise vereinfacht wurden. Die Fertigkeitenbäume wurden komplett überarbeitet und sind sehr übersichtlich geraten. Es gibt eine Menge interessanter und charakterspezifischer Fertigkeiten freizuschalten.

Wie in Teil eins spielt es auch eine Rolle, wie gut sich die Gefährten eures Helden mit diesem verstehen. Wenn ihr die Freundschaft zu ihnen pflegt, werden sich mit der Zeit Bonusfähigkeiten ergeben. Via Taktikfelder kann man den Gefährten auch vorschreiben wie sie sich verhalten sollen, wenn man sie gerade nicht selber spielt. Das ist sinnvoll, denn so kann man z.B. einem Magier als Gruppenmitglied auftragen, im Kampf immer verletzte Gefährten zu heilen oder schützende Auras zu wirken etc. Auch ob ein Charakter sich im Kampf eher aktiv-aggressiv oder passiv-schützend verhalten soll, kann so bestimmt werden.

Screenshot

Es lebe die Story

Bereits nach kurzer Spielzeit fällt auf, dass die Story sich spannend entwickelt und dass man beim Durchforsten der Fantasywelt auf unzählige Schriftrollen und Bücher stösst, welche nützliche Informationen zum Verständnis der Geschichte und Entstehung einzelner Gegenden enthalten und für Stimmung sorgen — wie dies auch im ersten Teil schon der Fall war und wie es sich eben für ein echtes RPG gehört. Es ist denn auch kein Geheimnis, dass die Story der eigentliche Star des Spiels ist. Man hat als Spieler sehr viel Einfluss auf die Handlung und kommt immer wieder in Situationen, in denen man sich zwischen verschiedenen möglichen Lösungsansätzen eines Problems entscheiden muss, was zu echten Entscheidungsschwierigkeiten führen kann, da jede Entscheidung den weiteren Verlauf der Handlung beeinflusst. Kenner des ersten Teils werden zudem im Verlauf der Geschichte auch immer wieder auf bekannte Gesichter stossen, welche wieder interessante Quests parat haben oder sich eurer Gruppe anschliessen können. Wie im ersten Teil beginnen während des Abenteuers die Gefährten des Helden auch miteinander zu sprechen und sich gegenseitig zu necken oder zu hänseln. Das ist amüsant und trägt zur Stimmung bei.

Screenshot

Von sanften Klängen und steifen Bäumen

Auf der technischen Seite gibt es allerdings nicht nur Positives zu berichten. Während der Soundtrack des Spiels geradezu grandios ist, gibt es bei der Grafik einige Abstriche zu machen. So erscheint alles irgendwie ein bisschen statisch, da sich ausser Himmel und Wasser nichts bewegt. Die Pflanzen und Bäume stehen steif in der Gegend und einige Texturen sind nicht auf dem aktuellen Stand der Technik. Die Stadt Kirkwall ist dagegen sehr schön umgesetzt, ebenso die verschiedenen Monster und sonstigen Charaktere der Fantasywelt. Störend ist indessen auch, dass sich viele Dungeons und Aussenbereiche sehr ähnlich sind und dass die Bewegungsfreiheit stark eingeschränkt ist. Anstelle von Open World reist man auf einer Karte in die verschiedenen Gebiete, welche man dann mehr oder weniger frei erforschen kann. Diese kleinen Mängel vermögen den Spielspass aber aufgrund der spannenden Story nicht grundsätzlich zu trüben.

Screenshot

Fazit

Dragon Age II ist endlich wieder mal ein echtes Fantasy-Rollenspiel, welches in Sachen Komplexität der Story klar zum Besten gehört, was es für Spielkonsolen zu kaufen gibt. Sogar Fans traditioneller Pen and Paper Rollenspiele dürften daran ihre Freude haben. Anstelle vieler sinnloser Sammlerquests, wie sie zur Zeit in vielen sogenannten Action-Rollenspielen zu finden sind, setzt Dragon Age II konsequent auf die Storyentwicklung, was das Ganze einiges spannender macht.

Die kleinen technischen Mängel im Grafikbereich sowie die beschränkte Bewegungsfreiheit vermögen den Spielspass nicht grundsätzlich zu trüben.

RPG-Fans werden an dem Spiel viel Freude haben. Dank der actiongeladenen Kämpfe und der taktischen Möglichkeiten dürfte das Spiel aber auch vielen anderen Gamern gefallen. Thumbs up für Dragon Age II.

Getestet haben wir die Ausgabe für PlayStation 3. Ein spezieller Dank geht an den Dragon-Age-Experten Marcel Ineichen für das Co-Testing.


Zweite Meinung von MI

... und dann kam Flemeth (?)

Das neue Dragon Age gefällt auf den ersten Blick. Anfänger bzw. Spieler, die den Vorgänger nicht kennen, werden allerdings zu Beginn ins kalte Wasser geworfen und mit den Menüs und dem Kampfsystem etwas überfordert sein. Zum Glück legt sich das recht schnell.

Die Story zieht einen sofort in die Welt von DA2 und lässt den Spieler erst nach dem finalen Kampf wieder los. Das Spielende ist allerdings ein wenig unbefriedigend und lässt einige Fragen offen. Wenigstens darf man sich schon auf Teil 3 freuen. Zudem sind da ja noch die ganzen tollen Nebenquests, welche die Handlung stark aufwerten. Hierzu noch ein Tipp: Hawke sollte es nicht verpassen, die Story von Fenris dem Sklaven-Elfen durchzuspielen, die wirklich einen Oscar verdient hätte als eine der besten Nebenquest’s, die es jemals in einem Rollenspiel zu sehen gab.

Die Grafik ist nicht überragend aber zweckmässig gut. Die Magieeffekte sind viel besser gelungen als in Teil 1. Dass man die Spielstände von Dragon Age Origins importieren kann, ist ein weiterer kleiner aber feiner Pluspunkt. Viele Charaktere aus Teil 1 werden wieder irgendwo vorkommen, so wie etwa Zevran, Aarianni, Liliana, etc.

Mit einer Spielzeit von ca. 32 — 38 h hat das Spiel etwa den gleichen Umfang wie Dragon Age Orgins.

Fazit: Geniales, atmosphärisches Rollenspiel, das den Spieler von der ersten Minute an in seinen Bann zieht. Gute NPC-Storys, welche die Haupthandlung beeinflussen können. Auch die Liebesromanzen und Affären wurden wieder eingebaut. Der Schluss ist etwas gar „seltsam“. Trotzdem gehört DA 2 im Moment wohl zu den besten Rollenspielen auf dem Markt.

judgementbox
Dragon Age 2
gold_medium
Positiv

Spannende und wendungsreiche Story, epischer Soundtrack, grosse Auswahl an Fertigkeiten, flüssiger und actionbetonter Kampf, NPC-Gefährten mit Eigenleben und witzigen Dialogen, interessante Erzählweise

Negativ

Grafik teilweise nicht ganz zeitgemäss - die Mass Effect 3-Engine hätte diesbezüglich mehr zu bieten, weniger vielfältige Schauplätze als in Origins, Dungeons etwas monoton

Alleine spielen: Sehr gut!
Mit Freunden auf dem Sofa spielen: Gibt's nicht.
Mit Freunden im Internet spielen: Gibt's nicht.
Du kannst PS, den Autor dieses Beitrags, über seine Kontakt-Seite erreichen.


Das könnte dich auch interessieren:


# vor 6 Jahren
Ja, hier hat sich wirklich was getan seit «Origins». Ein paar Kritikpunkte bleiben jedoch bestehen: Die Schauplätze wirken immernoch etwas leer und karg, das Fehlen einer Schnellreisefunktion ist nicht mehr zeitgemäss, und die Ladezeiten können etwas gar lange werden.
Die Story ist allerdings stimmig und spannend erzählt, und allgemein irgendwie fesselnder als im ersten Teil. Dazu kommt der innovative Erzählstil. Und die Grafik ist weit flüssiger und hübscher als zuvor, allerdings noch lange nicht vergleichbar mit Mass Effect.

Die Quest von Fenris fand ich übrigens auch originell, speziell den ersten Teil. Besonders gelungen war meines Erachtens aber die Geschichte des in Ketten gelegten Qunari-Magiers — tiefgreifend.

Dieser Kommentar wurde nach seiner Veröffentlichung vom Autor nochmals geändert.

DNDN
 
 


10922
5 7 12
# vor 6 Jahren
hmmm die schnellreise funktion hat es ja, oder ich weiss nicht genau was du meinst...

ja das mit fenris ist krass, aber toll gemacht

...und das mit dem magier hat es in sich, je nachdem wie man das spielt entsteht ein ganz anderer weg :)
mineichenmineichen
 
 


7444
1 3 10
# vor 6 Jahren
Schnellreisefunktion würde bedeuten, dass man nicht stets zu einem "Ausgang" der Karte gehen muss, um zu einem anderen Schauplatz zu gelangen. Diese Wege sind meist überflüssig. Aber eher ein Detail in einem wirklich gelungenen RPG - wer Tolkien-Erbe-Fantasy mag, kommt um DA2 nicht herum.

Dieser Kommentar wurde nach seiner Veröffentlichung vom Autor nochmals geändert.

DNDN
 
 


10922
5 7 12
3 Kommentare
Abonniere Kommentare zu diesem Artikel.ch als RSS-Feed
Dragon Age 2
Erhältlich für PlayStation 3, Windows PC, Xbox 360
Von Bioware (Developer), Electronic Arts (Publisher)