GAMES FüR PLAYSTATION MOVE – WER KANN WAS?
Testbericht | PS3

Games für PlayStation Move – wer kann was?

vor 6 Jahren von DN, Aktualisiert: vor 6 Jahren

In unserem ausführlichen Artikel zum Move sind wir bereits vertieft auf die Hardware-Features des neuen PlayStation 3-Controllers eingegangen. Aber was taugen die momentan erhältlichen Games? Aufgrund der Fülle der hier besprochenen Titel haben wir unser Fazit jeweils an den Absatz zum jeweiligen Spiel angehängt: Wertung A für «Must have», diese Spiele sind sowohl in technischer Umsetzung wie in Sachen Spassfaktor zu empfehlen. Spiele mit Wertung B «Für Fans» und C «Vermeiden» sind nur bedingt oder gar nicht zu empfehlen.

Tumble

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Es gibt Spiele, die sind ganz einfach für den Move-Controller gemacht. Unter all diesen Spielen muss Tumble der absolute König sein; wenn ein Spiele-Designer mit dem Spieldesign von Tumble begonnen und einen passenden Controller dazu entwickelt hätte, dann wäre der Move-Controller dabei rausgekommen.

Bei Tumble geht es darum, aus Klötzen verschiedenster Art einen Turm zu bauen. Dies tut man, indem man die Klötze mit dem Move-Controller aufnimmt und sie dann per Bewegungen im 3D-Raum korrekt platziert. Und das funktioniert!

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Tumble wirkt etwas steril, und es fehlt die "Persönlichkeit" von vergleichbaren Wii-Games. Ausserdem verdient der Multiplayer-Modus etwas mehr Arbeit. Trotzdem ist Tumble ein echt cooles Spiel, welches die Fähigkeiten vom Move-Controller gut demonstriert, und alleine oder zu zweit grossen Spass macht. Tumble ist erhältlich als Download im PlayStation Store.

Fazit: A - Must Have.

The Fight

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Leider hat sich da der eine oder andere Box- und Martial-Arts-Fan vergeblich gefreut. Was auf Anhieb nach einer spannenden Idee aussah, entpuppt sich als technisch ungenaues und spielerisch wenig interessantes Geprügel.

Unfreiwillig komisch wirkt dazu Danny Trejo, der einem im Tutorial die Weisheiten der Hinterhof-Schlägereien näherbringen möchte. Schade, schade, schade. Danny Trejo plus Hinterhof-Schlägerei plus präzise Controls wären nämlich eine schon fast genial anmutende Mischung gewesen für Box-Fitness-Workouts zuhause vor dem Screen.

Das Resultat ist lausig, um es gelinde auszudrücken. Das Bewegen der eigenen Figur funktioniert recht ordentlich, aber die Schläge werden quasi nie präzis erfasst. Dies wirkt angesichts eines hochpräzisen Schlägertrackings bei Virtua Tennis 4 inkl. Bewegungsintegration doch schon sehr hingesudelt.

Fazit: C - Vermeiden.

Heavy Rain

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Der heisse Anwärter auf den Titel «Game Of The Year 2010» überzeugt auch in der Version mit Move-Unterstützung. Man darf sich zuallererst auch einmal bequem hinsetzen, und die Bewegungen werden fortan in sitzender Haltung erfasst.

In unserem Test der Vollversion vor einiger Zeit sind wir bereits ausführlich auf die fantastischen Eigenheiten dieses Titels eingegangen, und die Move-Version hat von der Magie nichts eingebüsst. Neu darf man auf der Disc via Bonus-Inhalte auch die rausgeschnittenen Szenen nachspielen welche es zu unserem Bedauern nicht in die Vollversion geschafft haben: Einige Abschnitte hätten wohl zusätzlich für Klarheit gesorgt.

Die Integration der Move-Controls ist nahtlos geglückt, und die spezielle Steuerung des Spiels scheint für Move wie gemacht. Viele Bewegungen, die man vorher mit den Thumbsticks vollführen musste, gelingen mit den neuen Motion-Controls auf natürliche Art und Weise.

Wer dieses Spiel noch nicht zumindest angespielt hat, der darf dies gern auch mit der Move-Ausgabe tun. Anspielen muss man es auf jeden Fall. Einziger Wehmutstropfen: Durch die Entwicklung der Move-Version wurden scheinbar die Heavy Rain Chronicles nach der einen Episode mit Madison abgewürgt. Das ist natürlich überaus schade und wir können nur hoffen, dass die anderen drei Hintergrund-Episoden zu den anderen Hauptfiguren doch noch irgendwann erscheinen.

Fazit: A - Must have.

The Shoot

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The Shoot ist ein politisch überaus korrekter Light-Gun-Shooter - und dementsprechend äusserst clean. Haben Dead Space Extraction auf der Wii und später auf den HD-Konsolen, oder Doom 3 auf dem iPhone, dem Genre in jüngerer Vergangenheit doch ein paar neue Aspekte verleihen können, bringt The Shoot quasi nichts neues auf den Tisch.

Ihr zielt auf den Screen und schiesst so ziemlich alles weg, was sich bewegt oder eben nicht bewegt. Die Setttings im Stile von Pixar-Filmsets mit Western, Sci-Fi, Gangster, Horror und Unterwasser vermitteln keine besonders packende Stimmung und es gibt keine Gewalt, keine Toten, kein Blut und wenig Grund das Spiel zu spielen. Nicht dass dafür Gewalt und Tote nötig wären, aber eine etwas packendere Szenerie oder ansatzweise witzige Story hätte nicht schaden können.

The Shoot ist einfach nur eine ziemlich gewöhnliche Schießbude ohne grossen Sinn für Atmosphäre, ohne Dramatik oder irgendwelche anderen Überraschungseffekte.

Fazit: C - Vermeiden.

Sports Champions

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Sports Champions ist in etwa ein Pendant zu Wii-Sports. Die einzelnen Disziplinen machen alle was her (vielleicht mit Ausnahme des Frisbee-Golf lach), je nach persönlichen Vorlieben werden wohl aber Tischtennis, Boggia oder Beachvolleyball zu den Favoriten zählen.

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Gerade Beachvolleyball mit dem gelungenen Kooperativ-Modus und Tischtennis durch seine actiongeladenen Fights Eins-gegen-Eins vermögen zu überzeugen. Beeindruckend fanden wir auch die Präzision beim Bogenschiessen, wobei hier ein zweiter Move-Controller unabdingbar ist für vernünftiges Zielen.

Alles in allem ist Sports Champions etwas für jedermann und von den allerersten Titeln (Tumble und Heavy Rain ausgenommen) sicherlich der klare Sieger .

Fazit: A - Must have.

EyePet

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In EyePet ist der Spieler für ein virtuelles Haustier verantwortlich. Das kleine affenartige Wesen schlüpft zu beginn des Spiels aus einem Ei, was zwar biologisch nicht ganz nachvollziehbar ist, aber trotzdem witzig. Danach kann man dem Affen Tricks beibringen und ihn mit verschiedenen Objekten unterhalten, pflegen oder plagen.

Das besondere an dem Spiel: das Ganze findet nicht nur im Spiel statt, sondern im Wohnzimmer. Die Eye-Kamera wird auf den Boden gerichtet, und dank "Augmented Reality" erscheint der kleine Affe im Bild. Wählt man ein Objekt aus, so wird es im Bild auf dem Move-Controller aufgestülpt. Der Effekt welcher durch dieses zusammengebastelte Bild kreiert wird ist echt erstaunlich.

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Später im Spiel bekommt man ein Tool, mit dem man eigene Zeichnungen ins Spiel transferieren kann. Diese Zeichnungen können dort sogar in 3D-Objekte wie ein Flugzeug für den Affen konvertiert werden.

EyePet mag nicht für alle Gamer gleich interessant sein, die Technologie kann aber überzeugen, und wer auf Tamagotchi-artige Games steht findet mit EyePet einen der aktuell besten Vertreter des Genres.

Fazit: B - Für Fans.

Time Crisis - Razing Storm

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Bereits seit 1995 erscheinen von Namco die Lightgun-Shooter der Time-Crisis-Serie. Der vorangegangene vierte Teil erreichte auch die PS3, ernete aber eher durchzogene Kritiken - einmal abgesehen von Fans des Genres, für welche die japanischen Action-Schiessbuden-Kracher ein klares Must-Have darstellen.

Die neuste Version für den Einsatz mit Move hat diverse Spielmodi, wovon wie bereits vor 15 Jahren der Arcade-Modus zu zweit am meisten Spass macht. Man sieht eine Szenerie, und muss die auftauchenden Gegner möglichst schnell umnieten. So wird man nicht selbst allzu schnell Opfer der eigenen Trägheit.

Der Story-Modus überzeugt nicht gerade mit einer tollen Geschichte, und die Bewegung via Navi-Controller oder dem Einsatz eines Thumbsticks des normalen PS3-Controllers ist mehr schlecht als recht integriert. Ein Lichtblick jedoch ist die Tatsache, dass der Navi-Controller keinen absoluten Pflichtkauf darstellt. Wer etwas Geld sparen möchte, kann auch in Zukunft einfach den normalen Controller in die zweite Hand nehmen und dessen Thumbstick benutzen.

Das Spiel enthält viel Inhalte für's Geld: Time Crisis 4 und das launige Piratengeballer Deadstorm Pirates sind ebenfalls mit auf der Scheibe integriert und bieten viel Lightgun-Action zu einem fairen Preis.

Fazit: B - Für Fans.

Singstar Dance

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Singstar Dance zu spielen macht Spass, wobei singen und tanzen gleichzeitig nicht ganz so einfach zu handhaben sind. Das Tanzen an und für sich ist zwar gut gelöst, aber selbst auf Stufe Einfach schon etwas zu schwer. Etwas einfacher wird das Ganze natürlich wenn man den selben Song zwei, dreimal getanzt hat und die Bewegungen schonmal ausprobiert hat. Oder wenn man zu der Sorte Leute gehört, die ständig vor dem TV rumhüpfen, wenn MTV oder andere Musiksender laufen.

Alleine zu spielen macht logischerweise nicht soviel Freude wie zu zweit oder bis maximal zu viert. Die Songauswahl ist super, es hat für alle etwas dabei und im Singstar Store sind bereits Erweiterungen erhältlich. So können je nach Gusto die Playlists mit den eigenen Favoriten ergänzt werden.

Fazit: Singleplayer B - Multiplayer A

Getestet von Marcel Ineichen.

Hier nicht einzeln abgefasst, aber im Move-Artikel erwähnt: Start The Party (C), Kung Fu Rider (C)

Ausblick

Besonders gespannt sind wir auf The Sorcery und Virtua Tennis 4, wobei wir letzteres bereits antesten konnten. Gerade VT4 zeigt eindrücklich, wofür Move gut ist und welches Potential darin steckt. Bei The Sorcery warten wir immernoch auf eine Hands-On-Möglichkeit, scheinbar müssen wir uns noch etwas gedulden.

Move kaufen oder nicht? Wir sind vorderhand immer noch der Meinung, dass Move ein interessantes und präzis funktionierendes Zubehör für die PS3, aber zur Zeit noch kein Pflichtkauf darstellt. Sollten sowohl Virtua Tennis 4 und The Sorcery die spielerischen Erwartungen erfüllen oder sogar übertreffen, werden damit bald zwei sehr gute Gründe in den Verkaufsregalen stehen, die einen Kauf von Move schon fast unabdingbar machen.

Wer keine Wii zuhause stehen hat und bereits über eine PS3 verfügt, und sich gerne beim Gamen bewegen möchte, für den lohnt sich ein Zukauf von Move bereits zum heutigen Zeitpunkt.


judgementbox
Diverse
Positiv

Einige frühe Move-Games vermögen zu überzeugen, Sports Champions - Tumble - Heavy Rain sind sichere Werte für einigen Spielspass

Negativ

Leider bestätigt sich auch eine alte Regel: Kommt ein neues System oder Zubehör, ist auf der Softwareseite der grössere Teil der erhältlichen Titel eher dürftig umgesetzt

Alleine spielen: Nur für Fans.
Mit Freunden auf dem Sofa spielen: Nur für Fans.
Mit Freunden im Internet spielen: Gibt's nicht.
Du kannst DN, den Autor dieses Beitrags, über seine Kontakt-Seite erreichen.


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# vor 6 Jahren
sehr aufschlussreich. :)
shinobishinobi
 
 


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