ASSASSIN'S CREED 3
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Assassin's Creed 3

vor 4 Jahren von DN, Aktualisiert: vor 4 Jahren

Der dritte, oder besser gesagt der fünfte Teil der Attentäter-Saga macht vieles neu. Neue Engine, neue Schauplätze zur Geburtsstunde der Vereinigten Staaten von Amerika, Gefechte auf Schiffen und begehbare Wildnis. Aber heisst «neu» in diesem Fall auch «gut»? Wer sich auf die Suche macht, findet ein paar prall gefüllte Schatztruhen. Aber leider auch sehr viele Kisten voller leerer Versprechungen.


Hat sich die Wahl des Settings zur Zeit der Amerikanischen Revolution gelohnt?

Ich hätte mir zwar ein Setting wie die Französische Revolution oder eine der Russischen Revolutionen gewünscht, fand die Reise in die Jugend der Vereinigten Staaten von Amerika aber durchaus unterhaltsam.

Grundsätzlich ist zu sagen, dass man (wenn man will, niemand wird dazu gezwungen) in AC3 viel über die Epoche der amerikanischen Geschichte lernen kann. Die Hintergrundinfos sind toll aufbereitet, und verfügen – im Gegensatz zu anderen Elementen des Spiels – auch über eine Spur Selbstironie. Diesen Part macht Ubisoft bereits seit Teil 1 hervorragend, und die Mischung aus historischen Fakten und Fiktion sind auch in Teil 3 spannend aufbereitet. Das habe ich aber auch nicht anders erwartet.

Als Einstieg dient wie immer die Rahmenhandlung mit Desmond Miles, der inzwischen mit seiner Crew und seinem Vater in einer Tempelruine der alten Zivilisation Unterschlupf gefunden hat. Es droht ein alles vernichtender Solarsturm und es gilt nun die Technologie der Alten zu aktivieren, um die Menschheit vor dem Untergang zu retten. Das ist allerdings alles viel weniger spannend als die Geschichte, welche sich im Animus aka. in Desmond's Kopf abspielt.

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Das neue Szenario beginnt in London im Jahr 1756. Genauer gesagt in Covent Garden, anlässlich einer abendlichen Theateraufführung in der Royal Opera. Die Hauptfigur heisst zu Beginn des Spiels Haytham Kenway, ein Assassine, der später zu einem der mächtigsten Templer der neuen Welt aufsteigen würde. Mehr sei an dieser Stelle nicht verraten.

Die ersten Szenen des Spiels sind in Sachen Gameplay und Dramaturgie, wie auch hinsichtlich Grafik und Präsentation eine absolute Wucht. Es hat mich glatt umgehauen, wie viel flüssiger die ganzen Animationen ineinandergreifen, wie eindrücklich die Motion Capture-Sequenzen und die Sprecher daherkamen – in einem Satz ausgedrückt: Der schlichte Oberhammer.

Die Story wird in Assassin's Creed 3 wesentlich vielschichtiger erzählt, also noch in den drei Teilen mit Ezio, geschweige denn im ersten Teil mit Altaïr. Dies tut dem Spiel nicht immer nur gut, und maches Details scheint verwirrlich, gerade im letzten Drittel der Handlung. Der Einstieg ist jedoch mustergültig und dürfte so manchem Fan der Serie den Atem verschlagen haben.

Die Geschichte wirkt erwachsener, etwas schwermütiger, vielleicht auch eine Spur pathetischer. Schade halt – wie bereits angetönt – dass das Spiel das Level der ersten paar Stunden schlichtweg nicht halten kann. Andererseits gehört der Moment, wo Haytham Kenway von Bord geht in Boston, zu einem der gewaltigsten in der jüngeren Videospielgeschichte. Möven fliegen umher, Leute gehen ihren Geschäften nach, und ein grosses Abenteuer liegt in der Luft. Solange man in Haytham's Fussstapfen wandelt, hat das Spiel grosse Klasse. Später nimmt diese phasenweise drastisch ab.

Die Spielwelten mit den Städten Boston und New York bieten grosses Kino was die Atmosphäre angeht. Auch die Wildnis zu verschiedenen Jahreszeiten kann sich sehen lassen, auch wenn in diesen Gegenden merklich zum Vorschein kommt, dass das Team hinter Assassin's Creed sich mehr mit dem Design von Stadtwelten vs. freier Natur auskennt. Die Wälder und Flüsse sind zwar schön gemacht, aber halt irgendwie auch nicht besonders spannend. Schwer zu sagen an was das liegt.

Was kann die neue Anvil Engine – und was kann sie (noch) nicht?

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  • Die Bewegungsabläufe der Charakteren sind fantastisch umgesetzt. Da gibt es überhaupt nichts zu meckern. Wallende Kleider, schön animierte Stoffe, sich natürlich bewegende Pferde und viele weitere schöne Details.

  • Wildnis ist schön und gut, aber das gab's schon wesentlich besser umgesetzt. Sowohl in Skyrim als auch in Red Dead Redemption war's irgendwie einfach unterhaltsamer, die Welt abseits der Wege zu erkunden. Woran das genau liegt, ist schwer zu sagen.

  • Die Framerate ist stabiler als bei den Vorgängern. Auch wenn sie nicht zu 100% durchhält in jeder erdenklichen Situation, so kommt das ganze Geschehen doch sehr flott daher.

  • Die Schiffe und das Meer sind ein absolutes Highlight des Spiels. Leider hat man fast ein bisschen den Eindruck, dass Ubisoft etwas zuviel Zeit auf See und etwas zuwenig an Land verbracht hat.

  • Man darf auf die Jagd gehen und die erbeuteten Felle, Fleisch und andere Items an Händler verkaufen. Ich hab allerdings kaum je gejagt, es war mir einfach zu langweilig.

  • Das Volk in den Strassen wirkt viel echter, es sind mehr Leute unterwegs. Die Dunsteffekte tauchen die Spielwelt bei jeder Tag- und Nachtzeit und bei allen möglichen Wetter- und Jahreszeitverhältnissen in ein sehr hübsches Licht.

  • Die versprochenen Innenwelten sind sehr dezent vorhanden. Befindet man sich in einem Schiffsrumpf, sieht man nach draussen auf das Wasser. Das ist zugebenermassen sehr hübsch. Aber in den Städten beschränkt sich das vollmundig versprochene fliessende Wechseln von Innen- und Aussenwelten auf das Hindurchsprinten von einzelnen verlassenen Wohnungen oder Korridoren. Das ist doch sehr enttäuschend.

  • Bäume und Äste laden zum Tanz. Connor wirkt dabei manchmal fast ein bisschen wie Tarzan oder Cheetah, aber gerade in Städten ist das sehr hübsch anzuschauen. Die Bewegung vom Dach auf eine Astgabel und weiter auf's nächste Dach vermag zu gefallen.

  • Die Kämpfe sind ein Volltreffer! Kein Vergleich zu früher und in diesem Sinne ein grosses Kompliment an das Ubisoft-Team. Das Geschehen läuft immernoch eher Konter-orientiert ab, aber die Nahkämpfe sind unvergleichlich flüssiger zu spielen und äusserst spektakulär anzuschauen.

  • Die Fernsicht taugt nicht überall für goldene Ausblicke. Manchenorts sind die Texturen in der Ferne schwammig. Aber es gibt durchaus den einen oder anderen Moment des Staunens zu verzeichnen. Wär ja auch schade wenn nicht – nach mehr als drei Jahren Entwicklungszeit.

  • Die gross angepriesenen Schlachten, wo man in der Gestalt von Connor quer durchreitet / rennt / schleicht, vermögen nicht speziell zu beeindrucken. Masse ist eben nicht gleich Klasse. Mal abgesehen davon verstehe ich nicht was ein Assassine an einer Kanone an der Front verloren hat.

Was taugt der neue Protagonist Connor aka. Ratonhnhaké:ton?

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Genaugenommen startet man ja in der Haut von Desmond Miles, und im eigentlichen Spiel angekommen, geht es mit Haytham Kenway weiter.

Ich persönlich kann mich nicht sonderlich begeistern für die Figur Desmond Miles. Er wirkt auf mich viel zu sehr nach einem Vehikel, um den Rest der Story durchzubrettern. Da hilft auch der eher gekünstelte Konflikt mit Desmond's Vater nicht viel, zu aufgesetzt das Ganze. Die Sequenzen, wo man Desmond in der Realität der heutigen Zeit im Jahr 2012 spielt, sind allerdings überblickbar kurz. Eine spezieller Abschnitt hat mir sehr gut gefallen. Definitiv nichts für Leute mit Höhenangst.

Spannender sind sicherlich die Personen, welche man im Animus steuert oder welchen man darin begegnet. Haytham fand ich einen absolut genialen Charakter, und ehrlich gesagt hätte ich allzugern in seiner Rolle weitergespielt. Typisch für Licht- und Schattenseiten in diesem Spiel: Haytham ist einer der coolsten, wenn nicht der coolste Charakter überhaupt je in einem AC-Game – ganz im Gegensatz zum späteren Hauptdarsteller. Denn Connor vermochte bei mir keine grossen Emotionen zu wecken. Im Vergleich zum äusserst charismatischen Ezio Auditore da Firenze wirkte Connor auf mich wie ein permanent schlechtgelaunter Schulbub mit Football-Spieler-Figur, der einfach zuwenig Glaubwürdigkeit in seine Rolle mitbringt. Vielleicht liegt das auch an einem eher suboptimalen Casting für die Rolle des Connor. Jedenfalls sprühen da keine Funken.

Für mich ist Connor mit Abstand die schwächste Hauptfigur in einem Assassin's Creed aller Zeiten. Punkt aus.

Wo liegen die Hauptprobleme von Assassin's Creed 3?

Ich werde versuchen, anhand von ein paar wenigen Beispielen und Fakten die wichtigsten Schwierigkeiten des Spiels zu erläutern. Müsste man in einem Satz sagen, was das Problem ist, so würde ich das so ausdrücken: Das Spiel steht sich selbst zu oft im Weg, bzw. fällt zu oft über die eigenen hübschen Füsschen. Das liegt an folgenden Umständen:

  • Connor versteht es nicht, bzw. die Engine lässt ihn nicht verstehen, wo die Prioritäten liegen, wenn es um die schnelle Bewegung durch die Städte geht. Ich fand es sehr erstaunlich, dass Connor trotz der neuen Engine viel häufiger Mist baute auf Verfolgungsjagden oder Fluchten, als je ein Assassine vor ihm in den letzten Jahren. Keine zwei Strassenzüge wurden überwunden, ohne dass der Mann einmal in die falsche Richtung sprang, auf Zäune kletterte statt weiterzusprinten oder plötzlich stehenblieb, um den Pantomimen zu mimen. Das war jeweils besonders ärgerlich.

  • Die besetzten Städte und Gegenden der neuen Welt im Nordosten der heutigen USA sind zwar durchaus solche, nämlich besetzt, und das ist auch völlig okay. Die Engländer waren sicherlich nicht bloss mit einer Hunderschaft vor Ort vertreten damals. Aber was Ubisoft hier an Rotröcken in die Gegend gestellt hat im Spiel, ist schlicht und einfach völlig übertrieben. Wenn sich ein Entwickler mit Gegnermengen behelfen muss, um in einem Stealth-Game die Spannung (vermeintlich) aufrechtzuhalten, dann ist definitiv was falsch gelaufen.

  • Das neue Wanted-System ist ein Reinfall. Ähnlich wie in GTA wird Connor mit einem gelben Kreis versehen, wenn die Wachen alarmiert werden und auf ihn losstürmen. Man muss zwingend aus diesem gelben Kreis entkommen, um wieder Inkognito zu werden. Da es im Vergleich zu früheren AC-Games an Möglichkeiten mangelt, um unterzutauchen, gestaltet sich jegliche Flucht eher mühselig. Und da die gegnerischen Soldaten genauso flink klettern wie Connor (leider seit je her ein völliger Schwachsinn in AC-Games), wird man die Typen einfach kaum mehr los. Sowas kann nur schwerlich als Spielspass bezeichnet werden. Ach ja, und wenn wir gerade davon sprechen: Wenn die Rotröcke gemerkt hätten, wie wendig und flink sie sind, und wie gut sie kraxeln können, dann gäbe es 1256 Assassinen-Orden in der neuen Welt. Und wohl einen Mangel an Zielpersonen.

Diese Beispiele – Achtung! Spoiler – illustrieren die erwähnten Probleme eindrücklich:

Ich befinde mich in New York, ein Attentat gilt verübt zu werden. Die Zielperson flieht zu Fuss. Entgegen der Absicht der Scriptschreiber erwische ich ein Pferd, verfolge den Täter im Gallopp. Ich kann aber weder die Distanz verkürzen, noch mein Opfer per Sprung vom Pferd zur Strecke bringen. Die Option zur Air-Attack erscheint partout nur bei herumirrenden Stadtwachen, nicht aber beim eigentlichen Ziel. Also verfolge ich mein Opfer weiter zu Fuss durch die Gassen von New York. Da ich zum Sprinten den R1-Button gedrückt halten muss, sprintet Connor nicht etwa im direkten Weg meinem Ziel hinterher, sonder klettert unwillentlich auf mannshohe Zäune und sonstige Hindernisse, statt sie zu umgehen. Erst vier Strassenzüge weiter kann ich endlich zuschlagen – und ärgere mich trotz geschaffter Mission grün und blau.

Noch ein Muster gefällig? Ich bin im Grenzgebiet unterwegs, reite durch die verschneite Gegend auf dem Weg zu meinem nächsten Missions-Start. Ich gelange auf eine Anhöhe, erblicke ein weiss gepudertes Tal, Schneeflocken wirbeln durch die Luft, und ich denke mir Wow Wow Wow! Assassin's Creed 3 kann einfach so genial schön sein, Hammer! Ich reite weiter und keine halbe Minute später werde ich aus heiterem Himmel von drei Wölfen angegriffen. Das Erledigen des ersten Tiers mit einem Sprung von Pferd misslingt wegen einer Ungenauigkeit in der Kollisionsabfrage. Der nachfolgende Quicktime-Event misslingt aufgrund meines Ärgers. Und schon springt der nächste Wolf herbei um mir den Rest zu geben. Nach Wiedereintritt in's Spiel finde ich mich ohne Pferd in der Wildnis wieder und ich muss zu Fuss zum Zielort durch den hüfthohen Schnee stampfen. Einfach nur toll.

Der absolute Supergau: Das letzte Attentat. Gott... Wer sowas verbricht, sollte postwendend gefeuert werden. Erst kommt man kaum an den Wachen auf dem Pier vorbei, und hat man das brennende Schiff erreicht, weiss man nicht wohin man rennen muss. Gefühlte 50 Versuche später gab's dann zur Belohnung ein total schwach geschriebenes Ende. Bingo.

Zum Abschluss fairerweise noch ein paar Highlights, denn davon gibt es durchaus auch ein paar:

Die Seeschlacht von Chesapeak im Abendrot ist einer der genialsten Momente der Videogame-Geschichte. Die Gefechte in der untergehenden Sonne, der Rauch auf dem Meer, die glitzernden Schaumkronen und die satte Action wären alleine ein Spiel wert.

Und wenn wir gerade dabei sind: Die Szenen im halbzerstörten New York nach dem grossen Brand können sich durchaus sehen lassen. Alle Achtung.

Es gäbe hier durchaus noch das eine oder andere Highlight mehr zu erwähnen, aber gemessen an der Qualität vergangener Assassin's Creed-Games überwiegen in Teil 3 leider die Enttäuschungen gegenüber den positiven Aspekten. Die Erwartungen wurden im Vorfeld massiv geschürt, und leider in manch kritischem Punkt nicht oder nur bedingt erfüllt.

Was wünschen wir uns für Assassin's Creed 4?

  • Weniger ist mehr: Lieber eine kleinere Spielwelt, dafür eine durchwegs gut gestaltete.

  • Wieder etwas mehr Attentäter und etwas weniger Actionheld. Mehr Interaktionsmöglichkeiten in den Städten und Umgebungen, weniger Brimborium ohne Zusammenhang. Aufwertbare und spürbar erweiterbare Waffen und Ausrüstung wie in vergangenen AC-Spielen.

  • Wildnis spannender gestalten, sonst ärgerts einen bloss wenn man ständig quer hindurch latschen muss. Und bitte keine Pferde mehr unterschlagen, bzw. in Checkpoints mitspeichern.

  • Bitte wieder einen Helden, der zum Mitfiebern einlädt und über etwas mehr augenzwinkernden Humor verfügt, bei allem Attentäter-Schwermut und Aussenseiter-Szenario.

  • Die vielen kleinen Fehler in der Engine sollten ausgemerzt werden, bevor ein Spiel an den Rand des Scheiterns gerät wie im vorliegenden Fall. Einfach verdammt Schade um die fantastischen Artworks und Errungenschaften der neuen Spielwelt.

  • Ich fände ein Assassin's Creed zur Zeit der grossen römischen Kaiser sehr interessant. Oder wie wär's mit dem fernen Osten? Chinesische Kaiser der Ming-Dynastien? Das feudale Japan? Das Königreich von Ankor?

Fazit

Das beste Assassin's Creed ist und bleibt Teil 2. Nicht Teil 1 (welcher ebenfalls ziemlich viele Mängel aufwies), nicht Brotherhood und nicht Revelations. Was uns Ubisoft mit der Renaissance, mit Ezio Auditore und dem der genialen Sequenz mit dem Karneval von Venedig in Teil 2 bot, bleibt bis heute unerreicht. Auch wenn die Animationen noch weniger fein flossen als im vorliegenden Spiel und auch wenn die Kämpfe etwas hakelig waren.

Ubisoft hat mit AC3 ein grösseres Stück abgebissen, als sie kauen konnten. Um diese Tatsache führt leider kein Wenn und Aber herum. Zuviel gewollt, zuviel verhauen. Merkwürdigerweise wurde eine brillante Idee – diejenige mit unterschiedlichen Kostümen aka. Rollen aus dem Vita-Ableger Liberation nicht übernommen.

Die ersten paar Stunden des Spiels waren fantastisch. Was folgte war ein Wechselbad zwischen Desaster und Highlight. Wäre die Wertung nach dem Prolog in der Rolle von Haytham Kenway in der neuen Welt fällig gewesen, wäre der Gold Award dringelgen. Aber je länger das Spiel dauerte, je mehr Ecken und Kanten gab es zu umschiffen – manchmal im wahrsten Sinn des Wortes.

Assassin's Creed 3 ist phasenweise ein exzellentes Game. Bloss ist es über das ganze Paket hinweg betrachtet in zuvieler Hinsicht ein kaputtes Spiel. Technisch gesehen stimmt vieles, die neue Engine wird sicherlich noch weiter aufgepumpt und bereinigt werden für zukünftige Produnktionen. Aber was Designentscheidungen und Spielmechanismen angeht, hat Ubisoft hier mehr als an einem Ort geschlampt. Waren es letztes Jahr die eher unspektakilären und unnötigen Tower-Defense-Einlagen, ist es dieses Mal die kaum mehr existierende Versteckmechanik, gepaart mit mühsamen Verfolgungsalgorithmen und zuvielen aufgezwungenen Situationen mit Frustpotential.

Hoffen wir mal, dass mit dem nächsten Teil, welcher standesgemäss in einem Jahr erscheinen wird, die vielen Kinderkrankheiten der neuen Engine ausgemerzt, sowie das eine oder andere Detail im Gameplay nachgebessert werden. Vielleicht liegt dann auch wieder eine etwas charismatischere Hauptfigur drin. Bis zum nächsten Mal, liebe Templer!

Wir bedanken uns bei Ubisoft für die freundliche Bereitstellung einer Vollversion zu Testzwecken. Getestet haben wir die Ausgabe für PlayStation 3.


judgementbox
Assassin's Creed 3
Positiv

Flüssige Bewegungen, actionreiche Kämpfe, schöne Grafik, Framerate meist sehr hoch, abwechslungsreiche Charakteren, furioser Storybeginn, beeindruckende Settings mit Schnee und Wildnis, vielseitiges Gameplay, umfangreiche Kampagne

Negativ

Die Anvil-Engine hat noch zuviele Kinderkrankheiten, Animus-Turorial ist für erfahrene AC-Spieler etwas lang geraten, U-Play für Onlinegaming Pflicht :-( leider ein verbreiteter negativer Trend, teilweise zuviele Gegner auf kleinem Raum nagen an der Glaubwürdigkeit der Szenerie, frustrierende Passagen mit aufgezwungenen Verhaltensmustern, mühsames Alarm-System, nervige Fehler bei schnellen Sequenzen wo Connor sich häufig dämlich verhält (rauf auf Zaun statt rein in die Gasse, etc.), Missions-Start-Icons erscheinen manchmal auf der Karte und verschwinden wieder – Startpunkt im Spiel ist nicht auffindbar

Alleine spielen: Nur für Fans.
Mit Freunden auf dem Sofa spielen: Gibt's nicht.
Mit Freunden im Internet spielen: Nur für Fans.
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